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Jan Böhmermann entlarvt die deutschen Dubai-Influencerinnen.
Jan Böhmermann entlarvt die deutschen Dubai-Influencerinnen.screenshot: youtube/zdfmagazinroyale

Du willst nach Dubai reisen? Nach diesem Beitrag wahrscheinlich nicht mehr

Immer mehr Influencerinnen schwärmen über Dubai. Dass sie zuvor eine umstrittene Genehmigung erlangen mussten, schweigen sie lieber tot.
15.02.2021, 11:2016.02.2021, 16:49

«Alles ist Sch... zurzeit! Wir einfachen Leute, wir müssen leiden», schimpft der deutsche TV-Entertainer Jan Böhmermann zu Beginn seines neuesten Beitrags. «Aber bei YouTube und Instagram, die Influencer, die liegen in Dubai am Strand rum!»

Böhmermann, der dafür bekannt ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen – Erdogan und die Ziegen lassen grüssen – knöpft sich bei «ZDF Magazin Royale» deutsche Influencer vor, die von Dubai schwärmen oder sogar dorthin gezogen sind. Das sind zurzeit nicht wenige. Böhmermann zählt sie auf: Simon Desue, Vanessea Mariposa, Sami Slimani oder Prinz Marcus. Nur um paar Beispiele zu nennen.

Der ganze Beitrag von Böhmermann über die Dubai-Influencer.Video: YouTube/ZDF MAGAZIN ROYALE

Vielleicht hast du von denen noch nie etwas gehört. Fakt ist aber: Diese Influencerinnen und Influencer haben Millionen von Follower, die tagtäglich deren Content konsumieren. Die Internet-Stars schwärmen in den höchsten Tönen vom arabischen Wüstenemirat, in dem sie offenbar alles machen dürfen, was sie sich schon immer erträumt haben. Springbrunnen Mitten in der Wüste: «So nice, I like, i like!»

Prinz Marcus von Anhalt, der alleine auf Facebook über drei Millionen Follower hat, schwadroniert genüsslich über sein Luxusleben: «Leute, die kein Geld haben, die brauchen wir in Dubai nicht. Ausser sie kommen aus Pakistan und Indien und arbeiten dann als Putzfrau für 650 Euro im Monat.»

Prinz Marcus von Anhalt erzählt über sein Luxusleben in Dubai.
Prinz Marcus von Anhalt erzählt über sein Luxusleben in Dubai. screenshot: youtube/zdfmagazinroyale

Böhmermann fragt sich: «Warum reist gerade jeder, der das Wort ‹Rabattcode› einigermassen fehlerfrei in sein Ringlicht rülpsen kann, nach Dubai?»

Die Antworten liefert der 39-Jährige gleich hinterher. Sie lauten wie folgt:

  • In Dubai gibt es keine Einkommens- und Unternehmersteuer.
  • Viele Bars, Restaurants und Hotels gehen gerne Kooperationen mit Influencerinnen ein und bieten Gratis-Essen und Übernachtungen an.
  • Gewisse Influencerinnen bekommen für ihren Dubai-Urlaub sogar ein Taschengeld von ihren Kooperationspartnern.

Schreckensherrschaft und Menschenrechtsverletzungen

Klingt aus unternehmerischer Sicht verlockend. Doch Böhmermann hat dafür gar nichts übrig. Denn das Wüstenemirat wurde zu grossen Teilen von Gastarbeitern errichtet, welche gnadenlos ausgebeutet werden. Dubais Herrscher, Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum, sorgt derweil für Schlagzeilen, weil er seine Töchter entführen und foltern lässt.

Glaubst du nicht? Ist aber so. Kannst du gerne hier nachlesen.

Der Emir von Dubai liess seine Kinder foltern.
Der Emir von Dubai liess seine Kinder foltern.screenshot: youtube/zdfmagazinroyale

Dass diese Skandale weltweit Presse machten, dürfte dem Folter-Emir nicht gefallen haben. Denn ihrem Vater ginge es nur um seine «Reputation», sagte Prinzessin Latifa auf YouTube, bevor sie 2018 wegen ihm die Flucht ergriff.

Um das ramponierte Image aufzupolieren, setzt Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum nun auf eine mediale Charme-Offensive. Eine Rolle spielen dabei auch die Influencerinnen, die sich von Dubais Herrscher instrumentalisieren lassen.

Für zwischendurch: Diese Influencer wurden im besten Moment gefilmt

Video: watson/jah

Influencer brauchen staatliche Genehmigung

«Denn natürlich hat die Dubai-Influencerei einen Haken, und zwar keinen blauen bei Instagram», fährt Böhmermann fort. Die Instagram- und YouTube-Sternchen sind am Persischen Golf nicht annähernd so frei, wie sie das in ihren Storys und Posts vorgeben. Die Influencerinnen müssen beim «National Media Council» eine staatliche Genehmigung beantragen, bevor sie ihre Followerschar bespassen dürfen. Nur wer diese Genehmigung besitzt, darf in Dubai wohnen und influencen.

Das Ziel des «National Media Councils»: «die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Förderung des Mediensektors, die das positive Image der Vereinigten Arabischen Emirate stärken kann.» Konkret heisst das: Influencer, die nach Dubai ziehen, müssen sich verpflichten, ausschliesslich positiv über das Emirat zu berichten. Influencer sollen es zudem vermeiden, über Religion, Staatsoberhäupter oder Politik zu berichten.

Wer in Dubai leben und influencen will, muss diese Influencer-Lizenz unterschreiben.
Wer in Dubai leben und influencen will, muss diese Influencer-Lizenz unterschreiben.screenshot: youtube/zdfmagazinroyale

Zur Erinnerung: In Dubai sind homosexuelle Beziehungen eine Straftat, ehelose Kinder und Küssen in der Öffentlichkeit verboten. An diese Regeln müssen sich die Influencerinnen erstens halten und zweitens dürfen sie sich auch nicht kritisch dazu äussern. Sonst werden sie abgeschoben.

Während die Influencerinnen und Influencer goldene Steaks verzehren und mit Quads über Sanddünen düsen, foltert und misshandelt Dubai Inhaftierte und begeht im Namen des Emirs Menschenrechtsverletzungen. Von den Influencerinnen wollte sich keine gegenüber ZDF Magazin Royale äussern. Auch solche, die sonst durch ihre kritischen Beiträge auffallen und nicht in Dubai wohnen, wollten keine Stellung nehmen. Sie hätten Angst um ihre anderen Werbekooperationen, so Böhmermann. (cma)

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Hier wird die Heuchelei von Influencern entlarvt

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Hier wird die Heuchelei von Influencern entlarvt
quelle: instagram / instagram
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Diese Influencer wurden im besten Moment gefilmt

Video: watson

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171 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bee89
15.02.2021 11:27registriert Mai 2018
Das Video habe ich mir am Wochenende angesehen. Sehr zu empfehlen und meiner Meinung nach sollte man Influencer als "Beruf" sowieso ausrotten.
So viel Dummheit sollte nicht noch belohnt werden. Gegen "Diktatur" in DE wettern, aber dann in einen totalitären Staat auswandern, wo der Herrscher seine eigenen Kinder foltert und sowieso niemand machen darf was man will, ausser es bringt dem Scheich natürlich Kohle.
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panaap
15.02.2021 11:43registriert Mai 2015
Aber Roger Federer ist dort nur wegen den Wetter
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Kruk
15.02.2021 17:02registriert April 2019
Prinz Marcus: «Leute, die kein Geld haben, die brauchen wir in Dubai nicht. Ausser sie kommen aus Pakistan und Indien und arbeiten dann als Putzfrau für 650 Euro im Monat.»

Wir können froh sein wenn Menschen wie Marcus nach Dubai gehen und am besten dort bleiben.
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