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Basic Instinct - Meistgezeigte Spielfilme im Schweizer Fernsehen seit 1.1.1995

Sharon Stone im legendären Film «Basic Instinct». bild: az

Italien schafft die Zensur von Sexszenen ab – diese 8 erregen die Gemüter noch heute

Von skandalös bis ikonisch, von Sharon Stone bis Marlon Brando: Diese alten und neuen Sexszenen würden Sittenwächter am liebsten vom Bildschirm streichen.

Daniel Fuchs / ch media



Wie müssen diese Mönchskutten auf der Haut kratzen. Das ging mir durch den Kopf, als ich als Schüler nach dem Lesepflichtstoff «Der Name der Rose» von Umberto Eco die gleichnamige Verfilmung serviert bekam. Im Klassenzimmer in einem katholischen Gymnasium in einer katholischen Stadt.

Die Gedanken verflogen, plötzlich prangte ein nackter Hintern auf dem Bildschirm. Entsetzt sprang die Lehrerin vom Stuhl, hastete nach vorn, stellte sich vor den Röhrenfernseher und versuchte, unter dem Gelächter von uns Schülern das wilde Treiben des Novizen Adso und des Bauernmädchens zu überspringen.

Hier übte die Lehrerin selbst Zensur, in Italien tat das bis heute der Staat. Erst jetzt schafft das Land die Filmzensur offiziell ab. Im Land Pasolinis und Fellinis wird das lange Festhalten an der staatlichen Filmzensur vor allem mit dem Katho­lizismus erklärt. Doch auch in der Schweiz ist es noch gar nicht so lange her, da wachte ein Apparatschik ebenso genau darüber, dass das bewegte Bild die Schweizer Gemüter nicht zu sehr in Wallung versetze.

Filmzensur mit dem Online-Angebot nur noch absurd

Der Filmwissenschafter Matthias Uhlmann, er doktorierte zum Thema, bringt das späte, aber logische Ende der Zensur auf die Formel:

«Wenn der kleine Kevin sich auf seinem Handy frei zugängliche Enthauptungsvideos und harten Porno anschauen kann, dann ergibt eine Zensurbehörde für Filme schlicht keinen Sinn mehr.»

Filmwissenschafter Matthias Uhlmann

Die Grenzen zieht heute das Strafrecht. Darüber hinaus war die Zensur früher fest in der Hand der Kantone. Der Katholizismus hatte auch hier seinen Einfluss. So galt im Kanton Luzern lange Zeit ein äusserst strenges Regime, und im Wallis war noch in den 1990ern Martin Scorseses Film «Die letzte Versuchung Christi» verboten.

Doch selbst im reformierten Zürich zensurierten die Sittenwächter Filme –und gerieten in den 1960ern unter Beschuss. «Es kam heraus, dass ihnen Filme oder einzelne Szenen durch die Lappen gingen. Sie haben Filme gar nicht zu Ende geschaut», so Uhlmann.

Die 68er-Bewegung jedenfalls läutete das Ende der Filmzensur in Zürich ein – 1971 schaffte sie das Stimmvolk ab.

Was war der Sexfilm in der Schweiz? Drei Etappen

Worin aber lag der Stein des Anstosses? Religion, Gewalt, Politik, Sex – diese Themen waren heikel. Was den Sex betrifft, störten sich die Moralisten hierzulande in der Nachkriegszeit zuerst an sogenannten Naturistenfilmen. Harmlose «Landschaftsaufnahmen» mit Nudisten, womit der Filmemacher Werner Kunz in Luzern um «aufgeschlossene Luzerner» warb und sie in eine Vorführung in einen liberaleren Kanton lockte. Später ging es um Softsexfilme, in denen ein Kopulieren höchstens einmal angedeutet wurde. Hardcore kam später, nach der Aufhebung der Zensur.

Nun prägt #MeToo die Debatte über Sexszenen im Film. Dabei geht es nicht um entblösste Geschlechtsteile, sondern um die Würde aller Beteiligten (unter den Sexszenen rechts auch einige, die unter diesem Aspekt zu reden gaben). Apropos Würde: Gewisse Filme, in denen es zum Beispiel um Kannibalismus geht, sind in der Schweiz noch immer verboten. Der Video-Verband führt die entsprechende Liste.

Skandalös: «Der letzte Tango in Paris» (1972)

Bild

bild: zvg

Die Sexszene in diesem Film von Bernardo Bertolucci ist echt, der damals 19-jährigen Schauspielerin Maria Schneider aber aufgezwungen. Sie wusste nicht, dass Marlon Brando sie anal penetrieren würde. Ein weiteres Beispiel von Missbrauch auf dem Set: Auf dem Dreh fürs Lesben-Drama «La vie d’Adèle» (2013) fühlte sich Darstellerin Léa Seydoux «wie eine Prostituierte».

Schön: «Wenn die Gondeln Trauer tragen» (1973)

«Die schönste explizite Sexszene in einem Film»: So bezeichnet eine Kollegin den dargestellten Geschlechtsverkehr. Nur: War er dargestellt, oder hatten Julie Christie und Donald Sutherland gar echten Sex? «Er dringt gerade in sie ein, was hat das noch mit Filminszenierung zu tun?», soll ein Beobachter auf dem Set Regisseur Nicolas Roeg gefragt haben.

Abstossend: «Die 120 Tage von ...» (1975)

Orgien, Vergewaltigung, menschlicher Kot: In «Salò, oder die 120 Tage von Sodom» schreckte Regisseur Pier Paolo Pasolini vor gar nichts zurück. Der Film suchte aber nicht nur den Skandal, sondern äusserte bitterböse Kritik an der Konsumgesellschaft. Trotzdem, das ist harte Kost. In eine ähnliche Kategorie fallen Szenen aus «Das grosse Fressen» (1973) von Marco Ferreri.

Animalisch: «Der Name der Rose» (1986)

Ganze Schulklassen haben ihn im Unterricht gesehen. Seither geistern die Bilder des sich über den Naturboden einer Klosterkammer wälzenden Adso mit dem Bauernmädchen durch die Köpfe. An dieser Stelle zu erwähnen aus der Schweiz: «Sennentuntschi» (2010) von Michael Steiner. Darin nimmt eine fleischgewordene Sexpuppe Rache an einsamen Sennen.

Ikonisch: «Basic Instinct» (1992)

Sie wusste nicht, dass ihre entblösste Vagina schliesslich im Film zu sehen sein würde. Es ist der Glotzmoment der Filmgeschichte, als Sharon Stone im Verhörraum vor einer Reihe Männern um Michael Douglas sitzt und die Beine spreizt. Der Streit zwischen ihr und Regisseur Paul Verhoeven: episch. Die Szene: so ikonisch wie verstörend und sexy.

Prägend: «Wild Things» (1998)

Ein flotter Dreier prägte eine ganze Generation: Bis heute finden sich auf Sexseiten Szenen aus dem Erotikkrimi von John McNaughton. Sehr sinnlich, dabei bleibt vieles im Verborgenen – und dürfte Eltern von Teenagern in den 1990ern Kopfzerbrechen verursacht haben. Auch einen nennenswerten Dreier gibt es zu sehen in «Y Tu Mamá También» (2001) von Alfonso Cuarón.

Epochal: «Call Me By Your Name» (2017)

«Call Me By Your Name» von Luca Guadagnino ist der erste Film, der die Liebesbeziehung zweier Männer auf realistische Weise darstellt. Neben der sich entwickelnden Beziehung gibt es diese eine Szene, die ihren Platz in der Filmgeschichte verdient hat: die Masturbationsszene mit einem Pfirsich. Sie steht fürs Auskosten von Sinnlichkeit.

Skurril: «Sibyl» (2019)

Französische Filme lassen bei Sittenwächtern schon immer die Alarmglocken läuten. Das Drama «Sibyl» jedenfalls hat das Zeug dazu, dass Zuschauer erröten. Ein Teil handelt von einem Filmdreh. Und weil die Darsteller auf diesem Dreh für eine Sexszene echten Sex haben, weiss man als Zuschauer von «Sibyl» selbst nicht genau, wobei man tatsächlich zusieht. (bzbasel.ch)

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Emma Amour

«Wir haben seit 9 Jahren keinen Sex mehr ...»

Liebe Elena

Zuerst einmal freue ich mich sehr für dich, dass er dir nach einer langen Talfahrt wieder besser geht, du dich wohler fühlst und sogar wieder an Sex denken magst. Auch finde ich es schön, dass dein Partner, so wirkt es auf mich, während deiner Depression an deiner Seite stand.

Dass ihr lange keinen Sex mehr hattet, verstehe ich. Wenn es uns psychisch und/oder physisch nicht gut geht, gerät Sex in den Hintergrund. Das Fiese ist halt, wenn er mal dort ist, dann kriegen wir ihn fast …

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