Amanda Knox macht jetzt Comedy – und witzelt über ihren Mordfall
Amanda Knox wurde als «Engel mit den Eisaugen» weltbekannt. 2007 wird sie, damals noch Studentin in der italienischen Stadt Perugia, beschuldigt, gemeinsam mit ihrem Freund ihre 21-jährige Mitbewohnerin Meredith Kercher ermordet zu haben. Nach einem medienwirksamen Prozess und vier Jahren Haft wird Knox freigesprochen. Als Mörder gilt ein flüchtiger Bekannter der Gruppe, Rudy Guede, der seit 2021 wieder auf freiem Fuss ist.
Die heute 39-jährige Knox will nun die Erlebnisse in einer Comedy-Show verarbeiten. Im August tritt sie beim Edinburgh Fringe Festival in Schottland auf. In ihrem Programm «Amanda Knox: Cartwheel» ist auch ihre Inhaftierung Thema. Mit Fassungslosigkeit reagiert die Familie der ermordeten Britin.
When I was in prison, my mom would have traded places with me in an instant.
— Amanda Knox (@amandaknox) May 11, 2026
Now that I'm a mom, I've been thinking a lot about how to honor that love and responsibility, and Cartwheel, my first one-woman comedy show, is my answer. pic.twitter.com/wLFArlSrAp
Familie ist entsetzt
Francesco Maresca, der italienische Anwalt der Familie von Kercher, sagt gegenüber der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera»: «Ich bin fassungslos, ebenso wie die Angehörigen dieses armen Mädchens.» Knox würde seit Jahren Kapital aus dieser schmerzhaften Geschichte schlagen. Knox ist jedoch von ihrem Vorhaben überzeugt. In einem Interview mit dem «Telegraph» sagt sie, dass es für sie keine Themen gebe, die bei Comedy-Shows grundsätzlich tabu seien. Sie relativiert jedoch: «Ich mache keine Witze über Merediths Tod. Ich mache viele Witze darüber, wie ich diffamiert wurde, aber ich mache keine Witze über ihren Mord.» Laut ihr hätte auch die ermordete Kercher die Show lustig gefunden.
Knox hat über ihre Erfahrungen bereits das Buch «Zeit, gehört zu werden» geschrieben. Auch eine Netflix-Dokumentation und eine Mini-Dramaserie wurden produziert.
(kek)
