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Rat der Weisen

Seit ich klein bin, stelle ich mir vor, dass Gegenstände Gefühle haben …

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Rat der Weisen

«Seit ich klein bin, stelle ich mir vor, dass Gegenstände Gefühle haben …»

27.07.2026, 10:0227.07.2026, 10:10

Frage von Lea:

Hallo mitenand!

Das klingt wahrscheinlich komplett bescheuert, aber ich habe das schon, seit ich klein bin, und ich wollte jetzt einfach mal wissen, ob ich damit alleine bin oder ob das vielleicht noch jemand hat, oder etwas Ähnliches oder anderes? Also, auf alle Fälle: Ich stelle mir oft vor, dass Gegenstände Gefühle haben. Also nicht wirklich, ich weiss schon, dass ein Stuhl nichts fühlt. Aber wenn ich z. B. etwas wegwerfe oder ersetze, habe ich manchmal so ein schlechtes Gewissen, als würde ich den Gegenstand verlassen.

Zum Beispiel habe ich letztens eine alte Tasse entsorgt und hatte danach ein komisches Gefühl, als hätte ich sie im Stich gelassen. Oder wenn ich ein neues Handy kaufe, denke ich kurz so: Das alte war doch eigentlich noch okay, jetzt liegt es einfach rum. Und es sieht, dass ich es jetzt nicht mehr benutze, dafür habe ich ein neues. Und dann fühlt es sich vielleicht traurig oder ersetzt. Und dann kommt mir wieder in den Sinn, dass das sicher nicht so ist, aber irgendwie bringe ich das nicht ganz weg.

Wenn man klein ist und solche Gedanken hat, findet das jeder noch herzig und süss. Aber mir hat da irgendwie niemand beigebracht, dass das nicht so ist. Meine Eltern haben mich eher in dem Ganzen verstärkt und auch gesagt: «Ja, wir sagen dem Schraubenzieher auch noch gute Nacht und der Tasse Kaffee und der Flasche Mineral etc.», weil ich das offenbar immer wollte, bevor ich ins Bett bin. Ich bin da nie rausgewachsen …

Ich weiss, das ist irrational, aber es kommt trotzdem hoch. Ich versuche dann, das zu ignorieren, aber es ist irgendwie hartnäckig. Ist das einfach eine komische Macke oder kennt das jemand?

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Die beliebtesten Kommentare
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béast
27.07.2026 10:10registriert Februar 2016
du hast dir die fähigkeit des magischen denkes bis ins erwachsenenleben bewahrt – solange das keine obsession wird mit einschränkungen im täglichen leben kannst du dich einfach glücklich schätzen darüber.
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Bruno Wüthrich
27.07.2026 10:44registriert August 2014
Kein Tipp, aber eine Geschichte dazu:

Mit meinem damaligen, für 1000 Franken erworbenen Mercedes mit Hagelschaden war ich in den Pyrenäen unterwegs. Das Öllämpchen leuchtete schon eine Weile und der Motor klang immer komischer. Kein Handyempfang. Kein Haus weit und breit. Keine anderen Fahrzeuge. Ich redete auf das Fahrzeug ein, motivierte es wie einen Manschen, versprach ihm Dinge, flehte es an, durchzuhalten. Es brachte mich mehrere Kilometer weiter bis zu einer Autowerkstatt, wo es wieder mit Öl versorgt wurde. Daraufhin setzten wir unsere noch mehrwöchige Reise fort ohne eine Panne.
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Olavus Cunctator
27.07.2026 10:28registriert Juli 2021
Finde ich jetzt nicht besonders seltsam. Manchmal verbindet man halt schöne Erinnerungen mit gewissen Gegenständen und hat darum Mühe sich davon zu trennen. Ich hatte z.B auch Hemmungen mich von meinem ersten Auto, einer regelrechten Rostlaube, die mich aber trotz einer gefühlten Million Kilometer auf dem Tacho nie im Stich liess, zu trennen. Als ich den Wagen dann verschrotten liess, kam es mir vor wie ein altes Pferd einzuschläfern. Solche Irrationalitäten gehören zur Menschlichen Natur und sind bei dir ja auch nicht sehr ausgeprägt. Manch Anderer hat schon seine Barbiepuppe geheiratet…
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