Wie steht ihr zu «Situationships»?
Frage von Luca Unklaro:
Wie steht ihr zu «Situationships», also irgendwas zwischen Freundschaft und Beziehung? Ich merke in meinem Umfeld (und ehrlich gesagt auch bei mir selbst), dass klassische Beziehungen irgendwie seltener werden. Stattdessen gibt es immer mehr so Zwischendinger: Man trifft sich regelmässig, schreibt viel, verbringt Zeit zusammen, hat vielleicht auch etwas Körperliches – aber niemand spricht klar aus, was es eigentlich ist. Es gibt keine Labels, keine klare Richtung, oft nicht mal ein Gespräch darüber.
Am Anfang fühlt sich das oft total entspannt an. Kein Druck, keine Erwartungen, man kann einfach schauen, wie es sich entwickelt. Gerade wenn man vielleicht aus einer Beziehung kommt oder generell vorsichtig ist, wirkt das wie die perfekte Lösung. Man bekommt Nähe, ohne sich komplett festlegen zu müssen. Aber je länger das Ganze dauert, desto komplizierter wird es – zumindest für mich.
Irgendwann kommen Gedanken wie: Darf ich mehr wollen? Habe ich überhaupt «das Recht», Erwartungen zu haben, wenn wir nie etwas definiert haben? Und was ist, wenn ich emotional schon viel weiter bin als die andere Person?
Ich habe auch das Gefühl, dass viele diese Grauzone bewusst aufrechterhalten. Vielleicht aus Angst vor Verpflichtung, vielleicht aus Angst, verletzt zu werden oder auch, weil es bequem ist. Man hat jemanden, ist aber trotzdem irgendwie «frei».
Gleichzeitig kann das für die andere Person ziemlich verwirrend oder sogar verletzend sein, wenn man nicht weiss, woran man ist. Was mich besonders beschäftigt: Wie merkt man, ob beide wirklich dasselbe wollen? Oder ob einer von beiden sich einfach nicht traut, ehrlich zu sein oder bewusst ausweicht? Und wann ist der Punkt erreicht, an dem man sagen sollte: «So passt es für mich nicht mehr»?
Ich frage mich auch, ob dieses Modell wirklich so modern und sinnvoll ist, wie oft behauptet wird, oder ob wir uns damit teilweise selbst im Weg stehen, wenn es um echte Nähe und Verbindlichkeit geht.
Mich würde wirklich interessieren, wie ihr das erlebt: Hattet ihr schon mal eine Situationship? Hat das für euch funktioniert – oder eher nicht? Sprecht ihr sowas aktiv an oder lasst ihr es einfach laufen? Und wo zieht ihr persönlich die Grenze zwischen «locker» und «emotional kompliziert»?
Was würdest du in dieser Situation tun?
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