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Partyziel Kotze. Muss man mögen. Szene aus «Reality Shore». In der Mitte: die verliebten Yasin und Mia.
Partyziel Kotze. Muss man mögen. Szene aus «Reality Shore». In der Mitte: die verliebten Yasin und Mia.Bild: chmedia
Review

Nur die Säfte zählen: «Reality Shore» macht jede Hoffnung zunichte

Es gibt Formate, mit denen will man sich nur ein einziges Mal beschäftigen.
15.12.2021, 19:0617.12.2021, 12:31

Auf dem Regal stehen zwei identische schwarze Vasen. Und zwei identische aus Glas. Dinge, die kein Mensch sich paarweise anschaffen und Tag für Tag in seinem Wohnzimmer anschauen möchte. Und drei türkise Sachen, die aussehen wie Tassen mit einem Sinnspruch drauf. Werden wir je erfahren, was da steht? «Partybiest»? «Best Bitch»? «Think Drink»? Ist das wichtig? Nein!

Willkommen in einem Winkel der Welt, wo nichts einen Wert hat ausser einem ausbalancierten Flüssigkeitshaushalt. Er besteht aus einer gleichmässigen Umverteilung von Alkohol und Körpersäften. Willkommen bei «Reality Shore», dem Format, das jetzt auch die Schweiz erreicht hat. Es ist die Essenz von Ballermann und trägt das Motto: «Party total, feiern, saufen, vögeln».

Sowas nennt sich wahrscheinlich Morgengruss. Eine Melody macht sich an einem Silvio zu schaffen.
Sowas nennt sich wahrscheinlich Morgengruss. Eine Melody macht sich an einem Silvio zu schaffen.Bild: chmedia

Hier kann man getrost jede Hoffnung auf das Wahre, Gute, Schöne im Menschen und seiner Inneneinrichtung fahren lassen. Und wer dabei ist, stellt Fragen wie: «Hattet ihr schon mal im Fernsehen Sex?» Und: «Was denkt meine Mutter, wenn sie das sieht?» Na was wohl?

Yasin per Skype zu seiner Mutter: «Ich hatte Sex im Fernsehen!»
Yasins Mutter: «Ich würde mich nie für dich schämen! Ich lieb dich, bester Sohn!»​

Yasin hatte nämlich Sex mit Mia. Mia kennen wir. Mia kommt aus dem «Bachelor», das ist die Sendung mit Stil und Sinnsuche. Also im Gegensatz zu «Reality Shore». Im «Bachelor« wird wenigstens noch behauptet ,«d' Liäbi vo mim Läbe» zu suchen. In «Reality Shore» gilt nur noch die Selbstbehauptung.

Belly, Jessy und Gina nehmen eine kritische Haltung ein.
Belly, Jessy und Gina nehmen eine kritische Haltung ein.Bild: chmedia

Trotzdem haben sich da jetzt der Fussfestischist Yasin und die Fussfestischisten-Fetischistin Mia vielleicht tatsächlich gefunden. Also nach bisher 8 Folgen. Zum Geburtstag hat er ihr High Heels geschenkt, die ihn schon im Laden spitz machten. Herzig, oder? Und sie nennt ihn ihren Traumprinzen mit dem Alkoholproblem. Mia hat aber vielleicht auch eins, denn das einzige Getränk, das sie total verabscheut, ist Wasser: «Wasser isch ekelhaft.»

Yasins Schwanz ist genau so lang wie Mias Fuss. Wie romantisch ist das denn!

Ein anderes Problem hat Silvio. Er ist als «freier» Mann in die Villa eingezogen. Frei heisst, dass er frei über seine Partnerinnenwahl verfügen will. Und zwar immer. Dummerweise gerät er als erstes an Nara, die das ganz anders sieht, immerzu kuscheln und seine «fucking Loyalität» will und echt viel Drama macht, wenn er sich anderen Damen zuneigt. Zum Beispiel Melody.

In Innenräumen sind Sonnenbrillen ein Muss.
In Innenräumen sind Sonnenbrillen ein Muss.Bild: chmedia

Die ist ein ganz spezielles Gesamtpaket. Sie hat viel Geld in die Vergrösserung ihres Hintern gesteckt und hat rasende Angst vor Katzen, was wahrscheinlich nicht zusammenhängt. Melody steht ein bisschen auf Yasin, weshalb sie ihm total gerne mit ihren laaangen Fingernägeln einen Pickel ausdrückt, was für Mia «Softporno» ist.

Melody: «Ich hatte grosse Schamlippen, die hab ich abschneiden lassen.»

Silvio will also Melody. Aber dafür muss er Nara ablenken. Weshalb er den bisexuellen FKK-Freak Emanuel einstellen will. Der soll sich an Nara heranmachen, damit Silvio ohne schlechtes Gewissen ... und so weiter.

Melody, Silvio, Nara, Emanuel (von links): ein Satansbraten, der sich diese Matratzenlager-Ordnung ausgedacht hat.
Melody, Silvio, Nara, Emanuel (von links): ein Satansbraten, der sich diese Matratzenlager-Ordnung ausgedacht hat. Bild: chmedia

Emanuel ist seinerseits etwas paranoid, denn obwohl er sich als bi betitelt, dauert es ganz schön lange, bis er mal einen Mann küsst, und dann fragt er sich, was jetzt wohl die Presse daraus machen wird. Ähm, gar nichts? Aber bei trans* Frau Jessy hat er damit natürlich, pardon, ausgeschissen, denn für Jessy ist er jetzt fake. Und wie sagt Mia so schön? Fake Bitches sind das Letzte.

Jessica mit i dagegen ist als einziger Mensch in einer Beziehung, küsst aber mit diversen Girls rum und macht irgendwas im Bett mit einem übertätowierten Mann. Und dann ist da noch Belly – «Ich ha käi Schamgfühl» –, die auch schon mal im «Bachelor» war und Angst vor Schmetterlingen hat, was wahrscheinlich auch nicht zusammenhängt, und ein Typ, der sapiosexuell ist, also auf Weisheit steht, und nur darauf schaut, was eine Frau im Kopf hat (Alkohol?).

Jessica (links) und Gina müssen küssen, weil irgendein Spiel das so will, aber Jessicas Freundin wird das trotzdem nicht so gut finden.
Jessica (links) und Gina müssen küssen, weil irgendein Spiel das so will, aber Jessicas Freundin wird das trotzdem nicht so gut finden.Bild: chmedia

UND SO WEITER! Die Frage, die mich bei dem ganzen Puff aus schwitzenden, saufenden, aufeinander klebenden Menschen, leeren Flaschen und Wäschebergen stellt, ist unweigerlich: Wie riecht das da eigentlich? Und wieso habe ich das Gefühl, dass es beim «Bachelor» besser riecht? Kann mir das irgendwer beantworten?

Aber wieso genau hab ich da jetzt eigentlich reingeschaut? Für euch, meine Lieben, nur für euch hab ich diesen Blick in die brandneue Recyclinganlage der Reality-Schaumgeborenen getan. Jetzt ist mir, ganz ehrlich, ein bisschen schlecht. Was hilft dagegen? Gin Tonic, sagt ihr? Und Vodka? Okay, dann sag ich leise Prost.

«Reality Shore» läuft auf dem Streamingsender Oneplus, immer mittwochs kommen noch bis zum 5. Januar neue Folgen.

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Dildos anstatt Waffen

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