Leben
Tier

Galaxy Frog: Deswegen ist er aus den Regenwäldern in Indien verschwunden

Engmaulfrosch / Galaxy Frog / Melanobatrachus indicus
Der kleine Frosch ist in den Regenwäldern im Westen Indiens zuhause.Bild: screenshot / instagram

Dieser seltene Frosch ist verschwunden – das ist der Grund dafür

17.12.2025, 10:3017.12.2025, 12:29

Der Melanobatrachus indicus ist ein winziger Frosch. Er ist zwei bis vier Zentimeter gross, also knapp so lang wie eine Fingerkuppe. Der Frosch hat einen schwarzen Körper, der mit blau-weissen Punkten geschmückt ist. Sein Aussehen erinnert an eine Galaxie oder einen Nachthimmel, darum ist er auch als «Galaxy Frog» bekannt.

Heimisch ist der Melanobatrachus indicus im indischen Regenwald, wo er am Boden lebt und sich bewegt. Giftig ist der Frosch trotz seiner blauen Punkte, die dies vermuten lassen, nicht. Die Spezies kommt selten vor und ist vom Aussterben bedroht.

Im Jahr 2020 wurden sieben Frösche dieser Art vom Zoologen Rajkumar K. P. in einem Gebirge im Regenwald im Westen Indiens entdeckt. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Zoologe jedoch nicht zurück in den Regenwald reisen, um den Frosch weiter anzuschauen und zu untersuchen. Dies berichtet The Guardian.

Engmaulfrosch / Galaxy Frog / Melanobatrachus indicus
Die Frösche leben zwischen heruntergefallenen Ästen und Blättern am Boden.Bild: screenshot / instagram

Als er nach der Pandemie zurück in den Regenwald reiste, war der Frosch verschwunden.

Die Vegetation und der heruntergefallene Baumstamm, in dem die Frösche lebten, sei komplett zertrampelt gewesen. Der erste Verdacht des Zoologen war, dass Mungos, eine Erdmännchen-Art, am Werk gewesen seien.

Er habe darauf bei einem Einheimischen nachgefragt, ob dieser etwas gesehen habe. Der habe ihm daraufhin erzählt, dass kleinere Gruppen von Fotografen an dem Ort gewesen seien. Diese hätten den Baumstamm umgedreht und den Boden rundherum durchwühlt, in der Hoffnung, die Frösche zu finden.

Als sie sie tatsächlich gefunden haben, hätten sie sie aufgehoben und vor verschiedenen Hintergründen platziert, um ein möglichst schönes Foto von den Fröschen machen zu können.

Dies sei lebensgefährlich für den Frosch, weil seine Haut extrem sensibel sei, da er durch die Poren auf seiner Haut atmet. Die Frösche ohne Handschuhe anzufassen, sei somit gefährlich für die winzigen Amphibien.

engmaul frosch / galaxy frog
Seit dem Zoologen wurde der Frosch bis anhin noch nicht wieder entdeckt.Bild: screenshot / instagram

Der Einheimische habe dem Zoologen geschildert, dass zwei der Frösche gestorben seien, nachdem sie zu oft von einem Fotografen hochgehoben worden seien.

Auch nach weiteren Suchen konnte der Zoologe keinen der Frösche mehr finden. Gegenüber «The Guardian» sagt er, dass er es ungerecht finde, dass solche Aktionen erlaubt seien, die den Tieren schaden.

Er hoffe jedoch, dass durch diesen Vorfall mehr Leute lernen, vorsichtig und gerecht mit solch seltenen Tieren umzugehen und deren Lebensraum und sie nicht zu gefährden. (nib)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Dieser Frosch sieht umwerfend aus
1 / 10
Dieser Frosch sieht umwerfend aus
Nasikabatrachus bhupathi, so heisst eine skurril aussehende Frosch-Art, die neu entdeckt worden ist. (bild: s. jegath janani)
quelle: s. jegath janani
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dieser Frosch braucht 15'000 Dollar, um ein Date zu finden
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
10 Dinge über Pilze, die du (möglicherweise) noch nicht gewusst hast
Es ist wieder so weit: Die Laubblätter am Boden rascheln, Naturfreunde gehen zur Entspannung pilzeln und jedes Risotto wird mit den Bodenbewohnern verfeinert. Kurz: Überall hät's Pilzli dra. Aber wenn du bei Pilzen nur an Steinpilze in Rahmsosse denkst, müssen wir reden. Ob gigantische unterirdische Netzwerke, leuchtende Waldbewohner oder Baumaterialien der Zukunft: Pilze sind viel verrückter, als du denkst.
Zur Story