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13 Jahre nach ihrer Flucht: Wie Natascha Kampusch der Hass entgegenschlägt



Natascha Kampusch. Dieser Name ist wohl jedem ein Begriff. Kampusch wurde 1998 als damals Zehnjährige vom arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Přiklopil in sein Haus in der niederösterreichischen Gemeinde Strasshof an der Nordbahn verschleppt. Dort wurde Kampusch acht Jahre lang gefangen gehalten.

Im ZDF wurde deutlich, was für eine starke Mauer Kampusch für sich gegen die Anfeindungen errichten musste, um ihr eigenes Leben führen zu können. Sie habe nur einen Fehler nach ihrer Entführung gemacht und das sei gewesen, den Anfeindungen «überhaupt zuzuhören», erklärte die Österreicherin bei Markus Lanz selbstbewusst.

Lanz: Journalistin sieht Natascha Kampusch bis heute als Heldin

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Die Journalistin Corinna Milborn, die Kampuschs Biografie (2010) als Ghostwriterin mitgeschrieben hatte, sagte über die Wochen nach dem Publikwerden des Entführungsfalls im Sommer 2006: «Das Interesse war enorm gross. Für mich ist sie bis heute eine echte Heldin, weil sie das in die Hand genommen hat, sich dem gestellt hat, und ihre Geschichte selbst erzählt hat.»

Die Wut, die Kampusch oft entgegenschlägt, erklärte Milborn so: «Sie hat sich geweigert, die Opferrolle einzunehmen – was nämlich viele von Opfern erwarten. Die wollen, dass sie verschwinden.» Und weiter: «Man will nicht diesen Spiegel vorgehalten bekommen, dass so etwas in dieser Gesellschaft möglich ist.»

Kurz nach Bekanntwerden ihrer Geschichte habe ihr enormes Misstrauen entgegen geschlagen, berichtete Kampusch bei Lanz: «Leute haben gemurmelt, auf mich gezeigt.» Die Äusserungen seien sehr «abfällig», «unterste Schublade» gewesen. Auf der Strasse wurde sie angerempelt, mit bösen Blicken gestraft.

Kampusch meinte im ZDF: «Diese Emotionalität, die diesem unfassbaren Verbrechen entgegengebracht wurde, dann auf einmal gegen mich umschlug, weil ja der Täter nicht mehr lebte.» Kampuschs Entführer Přiklopil hatte sich kurz nach ihrer Flucht das Leben genommen.

Sie fügte trocken hinzu: «Als hätte ich das selbst geplant, als Kind.» Ihre Schilderungen nahmen den ZDF-Moderator sichtbar mit. Kampusch sagte über die Zeit nach ihrer Flucht: «Ich bin dann drauf gekommen, dass ich von einem Feind in ein Umfeld mit vielen Feinden gekommen war.»

Lanz fragt Kampusch, ob sie je über Selbstmord nachgedacht hat

Lanz stellte Kampusch in der Folge eine bedrückende Frage. Die nach Selbstmord-Gedanken nämlich: «Man kann auch sagen, ich beende das jetzt. Haben Sie jemals über solche Dinge nachgedacht?»

Kampusch: «Nein. Ich hatte mich ja selbst befreit. Ab und zu habe ich so drüber nachgedacht, ob es den anderen Leuten vielleicht lieber wäre, wenn ich Selbstmord begehen würde. Es gab auch Menschen, die mir sowas geschrieben hatten. Es gab auch Menschen, die mir sowas gesagt hatten.»

Nach dieser erschütternden Antwort war es still in dem ZDF-Studio. An Flucht war für Kampusch nicht zu denken: «Ich hatte mir auch überlegt, Österreich zu verlassen, aber die Menschen sind ja doch überall Menschen. Ich spreche ja auch so gerne Deutsch und das ist ja dann in anderen Ländern ja oft schwierig.»

Lass dir helfen!

Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.
Die Dargebotene Hand: Tel.: 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel.: 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Nach ihrer Flucht 2006 war Kampusch zwar frei, doch ihr neues Leben konnte sie lange nicht geniessen. Ihren Mitmenschen konnte sie nicht vertrauen. Etwas gequält lächelnd meinte Kampusch zu Lanz: «Viele Leute trauen sich das auch nicht zu. Viele Leute vertrauen sich nämlich selbst nicht. Und dann kann man denen auch nicht vertrauen, wenn die sich nicht mal selbst vertrauen.»

(pb)

31 Szenen, die uns den Glauben an die Menschheit zurückgeben

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75Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 09.10.2019 23:06
    Highlight Highlight Es ist erschreckend, wie viele gestörte Leute heute auf der Welt rumstolpern.
    Eindeutig überzüchtet unsere Rasse.
  • humpfli 09.10.2019 22:16
    Highlight Highlight Traurig, wie asozial unsere Gesellschaft doch ist. Man kann ja von ihr und der Geschichte halten, wad man will. Aber mindestens ein wenig Zurückhaltung beim Herumerzählen von Märchengeschichten sollte man doch haben. Und ihr den Tof wünschen, gehts noch?
    Respekt, dass sie das durchhält, da wäre so mancher zu Grunde gegangen.
  • Grossmaul 09.10.2019 20:25
    Highlight Highlight Die dunkle Seite der Macht: sich seinen niedrigsten Instinkten hemmungslos hingeben - das ist so viel einfacher als Anstand und Menschlichkeit zu leben, auch dann, wenn der eigene Frust manchmal überwältigend ist.
  • kvinne aka white milk aka MC Pleonasmus 09.10.2019 20:13
    Highlight Highlight Bis heute beschäftigt mich der Fall immer wieder wenn ich darüber lese.

    Unglaublich wie Leute auf Frau Kampusch reagieren. Sie muss und musste nicht nur ihre jahrelange Gefangenschaft verarbeiten (was weiss Gott echt genug ist!!), sondern muss sich auch noch solche Anfeindungen anhören.

    Ich wünsche mir echt etwas mehr Liebe und Mitgefühl auf dieser Welt.
  • Oxymoron mit Glitzerstaub 09.10.2019 18:12
    Highlight Highlight Für mich völlig unverständlich und traurig, warum hier Anfeindungen ausgesprochen werden 🥺
  • fabianhutter 09.10.2019 17:08
    Highlight Highlight Für alle Kommentierenden, die wegen diesem Artikel an der Menschheit zweifeln: Seid bitte nicht so melodramatisch!
    Es gibt viele Gründe an der Menschheit zu zweifeln, aber dass einige Vollpfosten ein Opfer anfeinden gehört nicht dazu.
    Wenn ihr das Verhalten jedes Vollpfostens auf die ganze Menschheit überträgt, wird die Welt sehr düster.
  • Sonnenbankflavor 09.10.2019 16:06
    Highlight Highlight Vielleicht irre ich mich aber ich befürchte dass diese Anfeindungen angefangen haben als sie zugenommen hat. Leute mit Übergewicht werden in unserer Gesellschaft immer noch diskriminiert und schlechter behandelt. Erlebe ich auch tagtäglich bei einer guten Freundin.
    • Simsalabum 10.10.2019 06:48
      Highlight Highlight Das stimmt! Als ich durch Essstöhrungen ein Knochengestell (35kg auf 1.60m) war, habe ich von vielen Menschen sogar Komplimente erhalten. Ich wollte nicht so dünn sein, die Komlimente machten mich wütend. Ich habe viel Zeit mit einer stark übergewichtigen Frau verbracht. Ich wurde so schwach, ICH brauchte alle 5 Treppenstufen eine kurze Pause - SIE wurde wurde dafür krass beschimpft.
      Ich kann mir also gut Vorstellen, dass Kambuschs Übergewicht auch ein Faktor ist.
  • Newski 09.10.2019 16:03
    Highlight Highlight Erstaunen tut mich das (leider) nicht. Es gibt heutzutage Menschen, die mlssgönnen einem sogar das Zahnweh.

    In den Schulen wird gemobbt was das Zeug hergibt. Die Schulbehörden schauen mehr oder weniger tatenlos zu. Zum Schluss muss der Gemobbte die Schule wechseln und nicht etwa die Mobber (ist kostengünstiger so für die Schulbehörden). Die Mobber fühlen sich da noch in ihrem Tun bestärkt, es gìbt daher keine Veranlassung das Mobben künftig zu unterlassen.
    Es werden wohl ähnlich gelagerte Charakterlumpen sein, welche nun Natascha Kampusch mobben.
  • Trude45 09.10.2019 15:57
    Highlight Highlight Wie unendlich primitiv muss man sein um Frau Kampusch anzufeinden?
    Sie hat den größten Respekt verdient!
    • Lichtblau550 09.10.2019 21:43
      Highlight Highlight „Der Neid is a Hund“ — diese Floskel ist in österreichischen Foren immer wieder zu lesen. Man scheint dort Frau Kampusch, die entscheidende Jahre in einem Verlies verbracht hat, um ihre „Prominenz“ zu beneiden. Das ist schon sehr krank, stimmt.
  • Der Soziale 09.10.2019 13:30
    Highlight Highlight Einfach unglaublich.
    Diese Frau wurde 8 Jahre gefangen gehalten, hat sich befreit und wird jetzt beschimpft...
    Gewisse Menschen sind zum 🤮!
  • Füürtüfäli 09.10.2019 12:40
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, wie Leute Natascha Kampusch kritisieren („muss nicht arbeiten“) oder sie für das, was sie erleben musste, angreift.

    Ich weiß noch wie erstaunt und erfreut ich war, als sie wieder aufgetaucht ist. Um nichts in der Welt wollte ich unser beider Lebenswege tauschen. Und wenn sie im Geld schwimmen sollte dann vergönne ich ihr das von ganzem Herzen.

    Ich verstehe auch nicht, dass es oft nicht (mehr) möglich ist, in einem zivilisieren Diskurs Argumente auszutauschen und andere Meinungen auszuhalten. Alles wird oft immer gleich so untergriffig.

    Alles Gute für die Zukunft.
  • Name_nicht_relevant 09.10.2019 12:31
    Highlight Highlight Es ist einfacher Böse zu sein für viele, als einfach Nett.
    Ich gehöre zu denen, die es einfacher finden Nett zu sein weder Böse.
    Ich wünsche mir wirklich, das er mehr Gute Menschen gäbe. Solche Monster braucht die Welt wirklich nicht!!!
  • YvesM 09.10.2019 12:17
    Highlight Highlight Die Anfeindungen sind schlicht unverständlich. Wie erbärmlich muss jemand sein? Scheint aber Zeitgeist zu sein: Greta wird ja von gewissen Kreisen ähnlich bahandelt.
  • Thinkdeeper 09.10.2019 11:37
    Highlight Highlight Traurig, Traurig so was
  • Fischra 09.10.2019 11:18
    Highlight Highlight Ein Opfer das sich nicht zum Opfer macht ist dann halt der Allgemeinheit nicht gut genug. Dabei hat diese Dame schlimmstes erlebt und verdient ein anständiges und respektvolles Leben im Alltag.
  • Posersalami 09.10.2019 11:18
    Highlight Highlight Krass, wie viele Vollpfosten es gibt.. wir kann man jemanden wie die Kampusch beschimpfen und zum Selbstmord auffordern?! Unfassbar
  • Chey123 09.10.2019 11:08
    Highlight Highlight Einmal mehr zeigt ihr Watson-User mir, das es noch Hoffnung gibt! Dankeschön!
    Unglaublich was Natascha Kampusch alles aushält, nach so einem Martyrium noch so angefeindet zu werden ist das Letzte! Trotzdem gibt sie nicht auf, nein steht auf und stellt sich Fragen, usw... einfach nur Chapeau!
    Alles Gute und viel Liebe!
  • Reinrassiger Mischling SG 85 09.10.2019 10:52
    Highlight Highlight Wie kann man nur wütend auf Frau Kampusch sein? Für mich nicht nachvollziehbar...traurige Welt.
  • Eau Rouge 09.10.2019 10:49
    Highlight Highlight War damals schockiert und bin es heute umso mehr noch einmal. Fassungslos über eine Menschheit, welche mich wütend und traurig zeitgleich macht. Beim Lesen des Artikels läuft es mir kalt den Rücken runter. Stelle eine Gesellschaft in Frage, die ihren Namen nicht verdient. Wie kann man Frau Kampusch in irgend einer Form Vorwürfe machen?! Wie sie mit dem Vergangenen nicht bereits eine unmenschliche Last zu tragen hätte.....

    Immer wieder erstaunt, zu was die Menschheit fähig ist, wie abscheulich sie sich verhalten kann....😡😡
    • Nkoch 09.10.2019 14:05
      Highlight Highlight Sind halt leider haufenweise Feiglinge die lieber um sich beissen als sich der Realität zu stellen. Hab bisher noch keins ihrer Bücher gelesen, aber vielleicht sollte ich das nachholen.
    • redeye70 09.10.2019 20:20
      Highlight Highlight Nicht vergessen. Es ist nur ein Teil der Gesellschaft, der so hässlich ist. Die Mehrheit ist anständig. Wäre es nicht so würden wir uns gegenseitig abmetzeln auf der Strasse.
  • Da Fü 09.10.2019 10:36
    Highlight Highlight Das mag jetzt auf den ersten Blick kurios wirken, doch ich sehe heute dasselbe immer noch. Wenn nämlich Greta im Internet angefeindet wird, ein Mädchen das die wenigsten persönlich kennen. Neuerdings wird überall darauf beharrt dass dieses Mädchen ja ein PR-Team habe. Was überhaupt nichts an ihrem Engagement ändert. Aber scheinbar brauchen dies die Menschen tatsächlich,sobald man ihnen aufzeigt dass die Welt nicht perfekt,oder so wie im TV,ist. Ich finde es,in beiden Fällen, absolut widerlich.
    • banda69 09.10.2019 12:18
      Highlight Highlight @da fü

      Ich hatte den selben Gedanken. Kampusch, Greta und in der Schweiz Jolanda Spiess Hegglin.

      Mich würde interessieren ob die dahinter stehenden Charaktere/Menschen/Gessingsgruppen die selben sind.
    • wildi blotere 09.10.2019 14:33
      Highlight Highlight naja, greta und spiess-hegglin finde ich nicht mit kampusch vergleichbar. dass die ersten beiden blöd angemacht werden würde ich erwarten, so ist das internet. aber kampusch?! sie steht für keine ideologie, idee oder sonstwas. dass es sogar sie trifft hätte ich dann doch nicht erwartet.
    • Sonnenbankflavor 09.10.2019 19:09
      Highlight Highlight Du vergleichst allen ernstes diese Jolanda Spiess Hegglin mit Natascha Kampusch und Greta Thunberg???
    Weitere Antworten anzeigen
  • dmark 09.10.2019 10:10
    Highlight Highlight Warum wird sie denn angefeindet? Sie hatte sich doch nicht selbst entführt und weg gesperrt? SIE war das Opfer.

    Wie bescheuert ist denn die Menschheit?
    • FrancoL 09.10.2019 12:08
      Highlight Highlight Das fragen Sie sich im ernst?
      In einer Welt die voll bescheuerten Taten ist?
    • Nkoch 09.10.2019 14:08
      Highlight Highlight Den Gedanken, Teil einer Gesellschaft zu sein in der sowas möglich ist, halten viele nicht aus. Ist erbärmlich, erklärt aber zumindest teilweise die Situation. Dass wir uns für ernsthaft zivilisiert halten ist ein Witz.
  • Graf Zacharias von Zitzewitz 09.10.2019 09:57
    Highlight Highlight Um es auf den Punkt zu bringen:

    «Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.»

    - Einstein
  • paule 09.10.2019 09:31
    Highlight Highlight Die Mehrheit der Menschen ist schlicht feige und drückt sich vor allem was nicht normal ist.
    Habe ich selbst oft erlebt und kann mich schlecht daran gewöhnen. Es ist einfacher auf einem geschwächten Opfer rumzuhacken als dem Täter entgegenzustehen.
    Bei einem Mobbing mit zumachen ist dann für die Feiglinge sogar ein Hochgefühl.
    • Bert der Geologe 09.10.2019 09:46
      Highlight Highlight @paule: wohl kaum die Mehrheit, aber der Arschlochkoeffizient von rund 10% genügt und den bringen wir nicht weg.
    • Nkoch 09.10.2019 14:10
      Highlight Highlight Man muss leider kein Arschloch sein um sich so zu verhalten. Erleb ich fast täglich, meine ganze Familie ist so drauf. Keine schlechten Menschen, aber halt auch nicht annähernd so gut wie man sichs gern einbildet.
  • Therealmonti 09.10.2019 09:23
    Highlight Highlight Die Natur wird dafür sorgen, dass das Ungeziefer Mensch dereinst ausgerottet wird. Wenn der Mensch in seiner unendlichen Blödheit nicht vorher selber dafür sorgt.
    PS. Stark, Frau Kampusch.
  • The oder ich 09.10.2019 09:19
    Highlight Highlight Vox populi ist halt manchmal tatsächlich Vox Rindvieh

    Und manche vergiessen wohl lieber Krokodilstränen über Opfer, die es nicht schaffen, als diejenigen zu achten, die ihr Schicksal wieder in die eigene Hand nehmen können.
  • Kaishakunin 09.10.2019 09:00
    Highlight Highlight Dass viele Menschen mit sich selber nicht im Reinen sind, spiegelt sich wohl leider in solchen Anfeindungen. Man fragt sich, wieso genau deren Intoleranz und unterdrückte Wut (gegen sich selber?) denn Probleme von Opfern wie Kampusch werden sollen? Ein bisschen mehr Verständnis für- und zueinander im Alltag wäre doch wünschenswert, ein bisschen entspannter durchs Leben gehen ebenso.
    Interessanterweise könnte folgender Satz aus dem Artikel auch aus der momentanen Klima-Diskussion stammen:
    «Man will nicht diesen Spiegel vorgehalten bekommen, dass so etwas in dieser Gesellschaft möglich ist.»
    • Ich hol jetzt das Schwein 09.10.2019 09:48
      Highlight Highlight Schau dir zum Beispiel mal die Kommentare zu diesem Artikel auf Facebook an. Da kommts dir hoch!
    • Oigen 09.10.2019 09:53
      Highlight Highlight Facebook? lies österreichische online medien und deren kommentare.
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 09.10.2019 08:48
    Highlight Highlight Es gibt einfach widerliche Menschen auf dieser Welt, die über alles und jeden herziehen müssen um sich selbst ein bisschen wichtig zu fühlen.
    Aber wie bei den Hatern von Greta fehlt diesen Pfeifen der Mut sich mit gleich starken anzulegen.
    Denn dann könnten sie verlieren, was ihr kleines aufgeblähtes Ego nicht überleben würde.
  • MacB 09.10.2019 08:42
    Highlight Highlight Ein bis heute kurioser Fall, in dem oft vergessen geht, dass letztlich ein Opfer jahrelang im Keller gehalten und missbraucht wurde.

    Und dann diskutiert man, ob sie nicht hätte früher flüchten können und ob sie eine Beziehung zu Priklopil pflegte. Unverständlich, was man dieser jungen Frau entgegen bringt.
    • Rikku 09.10.2019 09:17
      Highlight Highlight Sie hatte eine Art Beziehung zu ihm. Er konnte sie soweit manipulieren, dass sie sogar zusammen im Urlaub waren, ohne dass sie geflüchtet ist, obwohl sie da genug Möglichkeiten gehabt hätte, schätze ich. Gehirnwäsche vom feinsten.
      Dass sie sich irgendwann doch von ihm lösen konnte ist grossartig. Nur so konnte sie die Gelegenheit zur Flucht ergreifen.
      Alle die sie so anfeinden (und alle anderen auch) können froh sein, hat es nicht sie selbst, ihre Schwester / Tochter / Nichte / Freundin getroffen.
    • E. U 09.10.2019 11:44
      Highlight Highlight Das nennt sich das Stockholm Syndrom. Wahrnehmungsverzehrrung um das ich zu schützen, die Situation/Tage/Jahre/Tag what ever halt zu überleben.

    • Älplermagrönli mit Öpfelmues 09.10.2019 12:34
      Highlight Highlight Natürlich hatten sie eine Art Beziehung. Ich meine sie war 10 als sie entführt wurde und abhängig von einem Menschen, da sie ja noch ein Kind war. Die Gefühle sind sehr viel komplizierter. Nicht selten "lernt" man seinen Missbraucher gern zu haben respective wird von der eigenen Psyche dazu gezwungen um es erträglicher zu machen. Findet, man schuldet ihm etwas. Wenn man 8 Jahre mit nur einem Menschen verbringt formt man immer eine Beziehung ob gut oder schlecht.
  • Kiro Striked 09.10.2019 08:42
    Highlight Highlight Es ist einfach Krank. Wie man einem Menschen, dem soetwas passiert ist, auch noch mit Hass entgegenkommt.

    Kenne das von einer Freundin, Sie wurde in einem Club vergewaltigt und 7/10 Leute die davon erfahren sind eher so: "Ja, so wie du meist angezogen bist" und "hast du das nicht vielleicht Provoziert". Meine Sozialkompetenz ist wirklich nicht allzu stark ausgeprägt, aber in solchen Momenten muss man doch als Mensch einfach mal funktionieren und auch etwas Empathie zeigen.
    • Rikku 09.10.2019 09:26
      Highlight Highlight Das ist wirklich zum kotzen. Wenn ich einen tiefen Ausschnitt trage, heisst das höchsten, dass anschauen erlaubt ist, aber sicher nicht anfassen. Und wenn ich mit jemandem rummache habe ich jederzeit das recht, aufzuhören.
      Nichts gibt einem Mann oder auch einer Frau das Recht, übergriffig zu werden! Sexy Outfit, Flirten oder Küssen sind auch keine mildernden Umstände. Was denken sich manche Leute?
    • Sonnenbankflavor 09.10.2019 19:11
      Highlight Highlight Ich kenne auch eine Frau die über Vergewaltigungsopfer solche Sachen sagt. Eine echte Schande.
    • E. U 10.10.2019 12:15
      Highlight Highlight @Sonnenbankflavor

      Yes und das ist sooooo aber sooo traurig. Ich darf das sagen, bin selbst eine Frau. Ist jetzt abschweifend und hat nichts mit diesem Sachverhalt zu tun, jedoch als der Frauenstreik war, wisst ihr wie viele Frauen sagten, wieso wir haben es gut? In anderen Ländern hat man es schlechter! Ich bin es sooo leid immer vergleiche mit schlechteren Beispielen zu hören. Wieso orientieren sich manche Menschen lieber nach unten (Abwärtsspirale) wenn es besser geht, nach oben? (Aufwärtsspirale)

      In dieser Gesellschaft benötigt es Menschen wie Kampusch und Greta, die stark Polarisieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • homo sapiens melior 09.10.2019 08:42
    Highlight Highlight Jeder, der Kampusch anfeindet, ist entweder ein herausragender Dummkopf oder ein herausragender Asozialer mit gestörter Emotionalität.
    Mehr muss man dazu gar nicht sagen. Das reicht.
  • rumpelpilzli 09.10.2019 08:34
    Highlight Highlight Wie kommt man nur auf den absurden Gedanken Natascha Kampusch anzufeinden. Da verstehe ich die Menschheit nicht.
    • andrew1 09.10.2019 09:10
      Highlight Highlight Verstehe ich auch absolut nicht. Ob da wohl etwas drann ist?
    • Driver7 09.10.2019 09:42
      Highlight Highlight Ich vermute irgendwelche Typen die sich heimlich an dem Gedanken aufgeilen, eine junge Sexsklavin zu haben.. Kampusch wirkt jedoch nicht wie in ihrer Fantasie wie ein verschüpftes Opfer, sondern selbtbewusst.. damit haben sie Mühe und da vermutlich auch Hobbylos und Bildungsfern, lassen sie ihern Frust online raus
    • Thinkdeeper 09.10.2019 11:58
      Highlight Highlight Ist nicht anderes als Bösartigkeit aus dem inneren Schweinehund.

      Menschen die Selbstbewusst über negatives reden können wecken eigenen Urängste und sie bekommen Projektionen und Abwehrhaltung zu spüren.

      Ein Opfer, insbesondere eine Frau, das nicht als devotes Opfer auftritt wirkt irritierend in einer von Missbrauch geprägten Gesellschaft und spiegelt unser eigenes tägliches korrupte Denken d.h. unsere Bereitschaft die anvertraute Macht zu eigenen persönlichen Zwecke zu missbrauchen. Kollektive Verantwortung für kollektives Versagen und Korrekturen hat in diesem Denken wenig Platz.


  • Flunkie 09.10.2019 08:23
    Highlight Highlight Was hat diese Frau für eine Kraft. Und wie schwach sind so viele andere. Wie diese Leute morgens in den Spiegel gucken können, ohne dass ihnen übel wird, ist mir ein Rätsel.

    Ich wünsche Natascha von Herzen, dass sie Glück im Leben findet.
  • Balois 09.10.2019 08:19
    Highlight Highlight Was mich weiter erschreckt, dass dies weiter irgendwie, irgendwo bei uns vorkommt.
    • wasps 09.10.2019 08:27
      Highlight Highlight Ich hoffe doch schwer nicht!
  • sa5 09.10.2019 08:19
    Highlight Highlight Selbstbewusst Frauen haben es schwer.
    Natascha Kampusch, Greta Thunberg, Tamara Funiciello, Renate Kühnast, Christiane Brunner, Claudia Roth etc. werden gehasst weil sie Frauen sind.
    Nicht zu letzt Frauen die sich ein gemütliches EFH-Leben auf Kosten eines vollarbeitenden Ehemannes eingerichtet, hassen jede Aufforderung zum selbstständig werden.

    Einem kontroversen Mann wie zb. Cédric Wermuth schlägt niemals so viel Hass wie seinen weiblichen NachfolgerInnen entgegen.
    • gintonicohneeis 09.10.2019 11:04
      Highlight Highlight Finde deinen Kommentar nicht ok. Nicht jede Frau im EFH, die den Mann eine Firma führen, als Arzt rund um die Uhr operieren, Profi-Sport oder Musik am Wochenende, oder was auch immer für eine Karriere machen lässt, ist unselbständig oder hasst andere.
      Ich behaupte mal, eher Du hast da recht grosse Vorurteile. Weiss auch nicht, wie du darauf kommst, dass der Hass von solchen Menschen kommt. Ich tippe da eher auf Filterblasen weil nämlich auch Natalie Rickli und Magdalena Martullo-Blocher etc. gehasst werden.
  • wasps 09.10.2019 08:04
    Highlight Highlight Kaputte Gesellschaft.
  • Snowy 09.10.2019 07:58
    Highlight Highlight Immer wieder unfassbar, wie böse Menschen zu ihnen unbekannten Menschen sein können.

    Wir müssen endlich damit aufhören, uns (vermeintlich) besser zu fühlen, indem wir andere noch kleiner machen!
    • Cpt. Jeppesen 09.10.2019 09:03
      Highlight Highlight Gut gebrüllt Löwe. Dann schau Dir die Kommentare in den Artikeln zu Flüchtlingen an, als ob die Flüchtlinge es sich selbst ausgesucht hätten in den traurigsten Plätzen der Welt geboren zu werden. Aber in diesen Diskussionen gilt dann das mit dem menschlich sein nicht mehr, da will sich die Mehrheit in Europa nur gut fühlen und beschimpft die Ärmsten der Armen.
    • sowhat 09.10.2019 09:33
      Highlight Highlight @cpt.Jeppesen, diesen Vergleich finde konstruiert. Vor Flüchtlingen kann man noch diffuse Ängste wg der Quantität haben. Bei Natascha Kampusch muss ja keiner Angst haben.
      Sie hats einfach geschafft aus den Fängen ihres Entführers aus eigener Kraft zu entkommen. Ich verstehe nicht, wie hier etwas anderes als Bewunderung kommen kann. Sie tut doch keinem was. Sie will einfach nur ihr Leben leben.
      Warum entsteht hier Hass?
    • Cpt. Jeppesen 09.10.2019 09:52
      Highlight Highlight Ich hasse Natascha nicht, im Gegenteil. Jedoch im gesamten betrachtet finde ich gibt es eine massive Doppelmoral in der Gesellschaft.
      Kleines weisses Mädchen wird vom Entführer gequält, schrecklich.
      Kleines schwarzes Mädchen wird im Kriegsgebiet vergewaltigt und flüchtet, kein Anspruch auf Mitleid.
      Das ist das Problem welches ich sehe.
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