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Ein Comic will uns aufzeigen, wie kleine Jungen Sexismus lernen

Bringen wir kleinen Jungs Sexismus bei? Dieser Comic will uns genau das aufzeigen

01.10.2019, 19:1002.10.2019, 16:07

Es war ein scheinbar alltägliches Erlebnis, das Damian Alexander zu seinem Comic inspirierte: Als er in einem Laden ist, sieht er, wie eine Frau ihrem Sohn keine Wonder-Woman-Puppe kaufen wollte. Warum? Weil das etwas für Mädchen sei.

Alexander fing an darüber nachzudenken, wie er als Kind ähnliches erlebt hatte und die Gesellschaft sich noch immer weigert, kleinen Jungen zu erlauben, weibliche Vorbilder zu haben. Wozu das führen kann, hat der Künstler in einem Comic veranschaulicht, den er unter anderem auf Twitter und Instagram veröffentlichte. Mit uns hat er über seine Erlebnisse gesprochen und uns erlaubt, seine Zeichnungen ins Deutsche zu übersetzen.

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Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson

«Matilda» ist ein Roman von 1988, der 1996 als Komödie adaptiert wurde. Darin geht es um das überaus intelligente, gleichnamige Mädchen, das sogar übernatürliche Fähigkeiten hat. Leider merken ihre Eltern nichts von ihrer Begabung, da diese ihre Tage lieber vor dem Fernseher verbringen.

Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson

«Ich hatte Matilda geliebt. Sie war so schlau, und ich konnte mit ihr mitfühlen. Ich wusste, was es heisst, sich in der eigenen Familie irgendwie fehl am Platz fühlen.»

Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson

Auch sonst hatte Alexander viele weibliche Lieblingscharaktere. Unter anderem gehörten dazu Hermine Granger, Mary Poppins und Mulan. «Ich mochte es, dass diese Figuren ihre Probleme auf eine kreative Art und Weise gelöst haben und nicht mit reiner Gewalt wie viele männliche Charaktere.»

Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson

Alexander erinnert sich, wie er sich in seiner eigenen Familie immer dafür rechtfertigen musste, dass er bei «Mario Kart» am liebsten Prinzessin Peach als Spielfigur wählte – und nicht Super Mario, Bowser oder Toad.

Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson
Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson
Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson
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Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson
Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson
Kleine Jungen lernen Sexismus
Bild: Damian Alexander/Übersetzung: watson

Alexander möchte mit seinem Comic darauf aufmerksam machen, dass wir noch immer in einer toxischen Endlosschleife gefangen sind, aus der wir endlich ausbrechen müssen.

Die Reaktionen

Auf Twitter und Instagram sorgte Alexanders Comic für viele Kommentare – und nicht wenige von ihnen unterstreichen seinen Vorwurf.

«Mein Sohn wird für seine Elsa-Socken von seinen Mitschülern gehänselt. Socken! Sie sagen ihm, er solle lieber Olaf-Socken tragen, doch er entgegnet ihnen: ‹Nein. Olaf ist strohdumm! Elsa ist Klasse!›»
«Ich mag das wirklich. Ich erinnere mich, dass ich als Kind Catwoman mochte, aber mir immer eingeredet habe, dass das nicht okay ist.»
«DANKE SEHR! Ich habe gerade zwei Tage lang Stories und Beiträge geteilt, weil mein 6-jähriger Sohn entmutigt (von Erwachsenen) und gehänselt (von Kindern) wurde, weil er seine Fingernägel lackiert hatte.»
«‹Mama, dieser Junge hat mich geschlagen.›
‹Kümmere dich nicht um ihn, Jungs machen sowas. Vermutlich mag er dich.›

‹Wurdest du jemals belästigt?›
‹Ach, nur das übliche Hinterherjohlen, Anstarren, Klapsen, Grabschen, keine grosse Sache. ›

Usw.

Ich hörte und hatte solche Arten von Unterhaltungen.

Sie sorgen dafür, dass Jungs Mädchen hassen und dann machen sie es für Mädchen selbstverständlich.»

Ein Weiterer User schreibt, dass sein Vater ausgeflippt sei, als er die Serie «Power Puff Girls» geguckt habe, weil sein Vater der Meinung war, die Serie mache ihn schwul.

Es gab aber auch User, die andere Erfahrungen gemacht haben und den Comic kritisch sehen:

«Ich kann nicht sagen, dass dies den Erfahrungen entspricht, die ich als Kind gemacht habe. Ich und praktisch jeder andere Junge, den ich kannte, haben die ‹Power Puff Girls› abgöttisch geliebt.»
«Ich denke, das Individuum spielt eine grosse Rolle. Nicht alle werden durch gleiche Erfahrungen genau gleich.»

Anscheinend gibt es aber auch einige Leute, die mit dem Vorwurf, den der Künstler in den Raum wirft, überhaupt nicht umgehen können. Das zeigt die Tatsache, dass Alexanders Comic von Facebook gesperrt wurde. Der Vorwurf: Alexander verbreite mit seinem Comic Hassrede. Es ist naheliegend, dass Facebook den Beitrag gesperrt hat, weil er von einer genug grossen Anzahl Usern als unangebracht markiert wurde.

Auch nach einem Einspruch und erneuter Sichtung durch Facebook bleibt der entsprechende Beitrag gesperrt, wie Alexander auf seinem Instagram-Account enttäuscht mitteilt.

Dabei wollte er mit seinem Comic vor allem eines erreichen: «Ich bin es leid, in Spielwarenläden Eltern zu sehen, die ihre Jungen von der Puppenabteilung fernhalten, weil diese nur für Mädchen sei. Lasst Kinder einfach das mögen, was sie wollen. Wenn ein kleiner Junge eine Heldin toll findet, lasst ihn, und macht keine Sache daraus.»

Ein etwas ausführlicheres Video zu diesem Thema:

Ihr könnt deutsche Untertitel aktivieren.Video: YouTube/TED
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