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«Ich wollte ja, dass es abstossend wirkt» 

21.01.2014, 14:1127.01.2014, 14:43

«Ich mache Bildhauerei, weil ich Greifbares mit Gefühlen beseelen will.» Mit ihrem neusten Werk hebt die Londoner Bildhauerin Eliza Bennett die Definition von «greifbar» auf eine vollkommen neue Ebene. 

«A Woman's Work Is Never Done» - so nennt Bennett das Kunstwerk, das ohne ihren eigenen Körper nicht existieren würde. Denn ihre Hände stellen das eigentliche Kunstobjekt dar. Mit bunten Fäden stickt sie Muster in ihre Handflächen, die diese aussehen lassen, als hätte sie Schwielen und Hornhaut von harter Arbeit.

Mit ihrer Kunst will Bennett den Gegensatz zwischen der feinen und in erster Linie von Frauen ausgeführten Arbeit der Stickerei und der wirklich harten Handarbeit aufzeigen: «Das Projekt ist eine Verschmelzung von Ursache und Wirkung, denn ich arbeitete früher als Kostümbildnerin und auch als Pflegerin. Das Werk selbst ist eine Reaktion auf meine Frustration mit den Rollen und Berufen, die wir gemeinhin Frauen zuschreiben; und die oft als leicht und einfach gelten, obwohl sie in Wahrheit genau das Gegenteil sind. Thema Lohnungleichheit und dergleichen», sagte uns Bennett im Interview.

«Das Werk ist eine Reaktion auf meine Frustration mit den Rollen und Berufen, die wir gemeinhin Frauen zuschreiben.»
Eliza Bennett

«Die Tatsache, dass es abstossend wirkt - ich wollte das so. Es ist in der Tat alles andere als bequem; es ist ein unbequemes Thema. Es ist etwas, dem wir uns stellen müssen und ich denke, es verdient viel mehr Aufmerksamkeit als es gewöhnlich bekommt.» 

Wie das technisch genau geht? «Nun, ich benutzte die feinste Nadel, die ich auftreiben konnte. Und Seidenfaden. Der ist einiges feiner als Baumwolle. Was den Komfort betrifft, nun, anfänglich ist es gar nicht besonders unangenehm. Doch je mehr man näht, umso ekliger wird es, denn die Spannung auf die Haut nimmt zu. Doch ich würde nicht behaupten, es sei schmerzhaft. Eher beschwerlich. Aber ich war heilfroh, die Fäden rausnehmen zu können.» 

«Ich würde nicht behaupten, es sei schmerzhaft. Eher beschwerlich.»
Eliza Bennett

«Letztendlich musste ich es einen ganzen Tag lang aushalten, da ich immer weitere Stickereien machen wollte - es sollte auf eine gewisse Art realistisch aussehen, so wie die vernarbte Handfläche eines Arbeiters.»

In Zukunft darf man sich über weitere Handstickerein Bennets freuen. Gegenwärtig spielt sie mit der Idee, ein Kunstwerk zum Thema Handlesekunst zu machen. Dort würde sie Handlinien durch Stickerei verändern: «Etwas zum Thema Wille versus Schicksal; zur Frage, wie kann ich meine Zukunft, meine Vergangenheit verändern», so Bennet. 

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