Schweiz
Arbeitswelt

Postfinance baut 141 Stellen ab – diese Funktionen sind betroffen

ZUR MELDUNG, DASS DIE POSTFINANCE EINE SYSTEMRELEVANTE BANK GEWORDEN IST, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Eine Tafel weist am Dienstag, 24. Februar 2009, auf einen Bancomaten d ...
Bild: KEYSTONE

Postfinance baut 141 Stellen ab

05.06.2025, 11:2705.06.2025, 13:08

Die Postfinance sieht sich einem zunehmend schwierigen Umfeld ausgesetzt und reagiert nun mit einem umfangreichen Stellenabbau. Insgesamt will die Post-Tochter bis Ende November bis zu 141 Kündigungen aussprechen, dazu kommen bis zu 73 arbeitsvertragliche Anpassungen. Nun startet ein Konsultationsverfahren.

Das volatile Marktumfeld aber auch das schwierige Zinsumfeld setzten Postfinance unter Druck, heisst es in einer Mitteilung der Finanztochter der Schweizer Post vom Donnerstag. In den letzten Monaten habe sich die Ausgangslage noch verschärft. Das Finanzinstitut reagiere mit seiner Strategie 2025-2028 auf die Herausforderungen. Diese sieht vor, dass die Postfinance Mehrerträge erzielt und seine Vertriebsleistung erhöht.

Die im Rahmen der Strategie geplanten Umstrukturierungen bedingen laut der Mitteilung Anpassungen im Organisationsmodell. Postfinance wolle so seine Ressourcen neu auf zentrale strategische Bereiche ausrichten und Synergien erzielen. Der nun angekündigte Stellenabbau soll laut der Mitteilung grösstenteils zentrale Verwaltungsfunktionen in Bern betreffen.

Vorschläge der Mitarbeitenden

In dem nun eröffneten Konsultationsverfahren sollen die betroffenen Mitarbeitenden nun die Gelegenheit erhalten, Vorschläge zu unterbreiten, wie allfällige Kündigungen vermieden, deren Zahl beschränkt oder deren Folgen gemildert werden können. Die Geschäftsleitung werde die Vorschläge laufend prüfen und im Juli endgültig entscheiden, ob und in welchem Ausmass die beabsichtigten Massnahmen umgesetzt würden, heisst es.

Postfinance werde die Mitarbeitenden eng begleiten, heisst es weiter: Das Institut nehme seine soziale Verantwortung wahr. Wo es zu Kündigungen kommen würde, sollen «gut ausgebaute, mit den Sozialpartnern erarbeitete Sozialpläne» zur Anwendung kommen, verspricht das Finanzinstitut.

Die Posttochter hatte bereits im März eine Neuausrichtung der Organisation angekündigt, die den Fokus stärker auf die Bedürfnisse der Kunden richten solle. Stärken will Postfinance dabei vor allem das sogenannte zinsindifferente Geschäft wie etwa das Anlage- und Vorsorgegeschäft. Die neue Struktur hatte auch zu einem Umbau in der Geschäftsleitung geführt.

Widerstand von Gewerkschaft

Die Gewerkschaft Syndicom will sich derweil «vehement» gegen den geplanten Personalabbau einsetzen. Die Kündigungen seien «nicht akzeptabel», teilte sie mit. Syndicom hoffe zudem auf Ernsthaftigkeit und «Ergebnisoffenheit» der Verantwortlichen im Rahmen des Konsultationsverfahrens. «Dass das Konsultationsverfahren nur zwei Wochen dauern soll, ist bei geplanten Entlassungen in diesem Ausmass völlig unzureichend», kritisiert die Gesellschaft.

Gleichzeitig richtet sich die Gewerkschaft aber auch an die Politik: Diese müsse die Postfinance von ihrem «Zwangsmantel» befreien und das gesetzliche Kreditverbot aufheben. (dab/nib/awp/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Büroangestellte verwandeln langweiliges Büro mit Post-its in super coolen Arbeitsplatz
1 / 10
Büroangestellte verwandeln langweiliges Büro mit Post-its in super coolen Arbeitsplatz
Bild: reddit
quelle: reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So klingen die ESC-Lieder nur mit Vocals (Spoiler: nicht sehr gut)
Video: extern
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der Streit um die Mieten eskaliert, bevor er richtig begonnen hat
Der Bundesrat hat am Freitag einen Gegenvorschlag zur Mietpreis-Initiative angekündigt. Und schon gehen die Wogen hoch. Die Initianten sprechen von einem «Skandal».
Geht er, bleibt er, wie lange noch? Der Rücktritt von SVP-Bundesrat Guy Parmelin ist das grosse Gesprächsthema in Bundesbern. Manche hatten erwartet, dass der Wirtschaftsminister die Bundesratssitzung vom Freitag nutzt, um seinen Abgang anzukündigen. Doch weit gefehlt. Stattdessen stellte Parmelin an der Sitzung die Weichen für einen schwierigen Abstimmungskampf, den sein Departement austragen muss – dannzumal jedoch ohne ihn. Die Rede ist von der «Mietpreis-Initiative». Sie kommt frühestens 2028 an die Urne. Dass Parmelin dann noch im Amt ist, erwartet kaum jemand.
Zur Story