Schweiz
Armee

Bund braucht 2500 Asylplätze bis Ende Jahr – Kantone nehmen VBS in die Verantwortung

Asylunterkunft in Lumino, TI.
Asylunterkunft in Lumino, TI.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Bund braucht 2500 Asylplätze bis Ende Jahr – Kantone nehmen VBS in die Verantwortung

Die Kantone müssen mehr Unterkunftsplätze für Flüchtlinge bereitstellen. Die Sozialdirektoren schiessen gegen Ueli Maurer: Das VBS solle Kasernen und andere militärische Einrichtungen zur Verfügung stellen.
29.11.2015, 04:1529.11.2015, 08:35

Wegen der hohen Zahl von Asylsuchenden in der Schweiz hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) den Kantonen diese Woche mitgeteilt, dass es bis Ende Jahr 2500 zusätzliche Unterkunftsplätze braucht.

Diese seien nötig, «um einen allfälligen kurzfristigen Anstieg der Gesuchsteller über die Feiertage bewältigen zu können», sagt SEM-Sprecherin Gaby Szöllösy der «NZZ am Sonntag».

Migration

Umstritten ist allerdings, wer die 2500 zusätzlichen Plätze bereitstellen soll. In einem vertraulichen Bericht des SEM heisst es: «Seitens der Kantone müssen schweizweit zusätzliche Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.»

Ein tunesischer Asylbewerber in einer ehemaligen Kaserne in Losone.
Ein tunesischer Asylbewerber in einer ehemaligen Kaserne in Losone.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Zahlreiche Kantone sehen das ganz anders, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. An der Jahresversammlung der Sozialdirektoren-Konferenz vom letzten Freitag hätten mindestens fünf kantonale Sozialdirektoren «ziemlich scharf gegen den Bund geschossen». Mehrere Regierungsräte hätten namentlich Bundesrat Ueli Maurer angegriffen, der dem Verteidigungsdepartement (VBS) vorsteht.

Die Kantone erwarten vom VBS, dass es in grossem Stil Kasernen und andere militärische Einrichtungen als Asylunterkünfte zur Verfügung stellt. (dwi)

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