Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04948519 Border control policemen wait for a Railjet train coming from Vienna witch they will check for possible migrants on board, Buchs, Austria, 25 September 2015.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Grenzpolizisten in Buchs SG.
Bild: EPA/KEYSTONE

In den letzten Tagen sind mehr Asylsuchende in die Schweiz gekommen – jetzt soll ein Notfallkonzept Asyl angewendet werden



Zwar hat die Zahl der Flüchtlinge, die seit dem Sommer in die Schweiz reisten, kontinuierlich zugenommen. Doch der Flüchtlingsstrom, wie ihn Deutschland und Schweden kennen, blieb bisher in der Schweiz aus.

Die Situation scheint sich nun zu ändern: Seit vergangenem Wochenende reisten aber deutlich mehr Asylsuchende in die Schweiz ein. Vor allem über die Ostgrenze. Jörg Köhler, Leiter des St.Galler Amts für Militär und Zivilschutz, bestätigt gegenüber dem «Echo der Zeit» von SRF: «Die Flüchtlingssituation hat sich dahingehend entwickelt, dass wir Spitzen mit doppeltem Anlauf von Flüchtlingen zu bewältigen hatten.»

SRF weiss aus zuverlässigen Quellen, dass am letzten Wochenende rund 1400 Flüchtlinge in die Schweiz reisten. Die meisten von ihnen sind Afghanen, die über die Balkanroute nach Deutschland und jetzt in die Schweiz reisten.

Köhler mutmasst, dass sich die Situation für afghanische Flüchtlinge in Deutschland anders entwickelt hat als vorgestellt. «Nun suchen sie in der Schweiz Asyl.»

Notfallkonzept Asyl?

Der Bund hat auf die plötzliche Zunahme in der Ostschweiz reagiert und dort temporäre Unterkünfte eingerichtet, wo die neu eingereisten Flüchtlinge registriert werden. Das Staatssekretariat für Migration hat die Kapazitäten des Bundes kurzfristig noch einmal erhöht.

«Die neue Entwicklung macht Sorgen. Wenn man weiss, dass offenbar in Deutschland eine grosse Zahl von Afghanen lebt, die nicht registriert sind, dann hat hier das Dublin-Abkommen nicht funktioniert», sagte Hans-Jürg Käser, Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren gegenüber Radio SRF.

Am Freitagnachmittag haben sich laut Radio SRF Vertreter des Bundes und der Kantone zu einer ausserordentlichen Lagebesprechung getroffen. Es soll entschieden werden, ob in nächster Zukunft das Notfallkonzept Asyl und als Führungsinstrument ein Sonderstab Asyl eingesetzt werden soll. Wie Hans-Jürg Käser sagte, könne dieses Konzept bereits in den nächsten 14 Tagen zur Anwendung gelangen. Das Land müsse fit gemacht werden, um auf die wachsende Zahl von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern zu reagieren.

Im September noch entwarnt

Der Bundesrat hatte das Notfallkonzept Asyl im Jahr 2012 für ausserordentliche Lagen im Asylwesen verabschiedet. Zu den vorgesehenen Massnahmen gehört die Notstandsklausel im Asylgesetz. Sie ermächtigt den Bundesrat, in Abweichung des Asylgesetzes die Voraussetzungen für die Asylgewährung zu regeln und vereinfachte Verfahrensbestimmungen zu erlassen.

Erst gerade im September hatte der Bundesrat festgehalten, die Situation sei zwar schwierig, aber die Schweiz sei von einem Krisenszenario weit entfernt. Notrecht komme daher nicht in Frage. Die Voraussetzungen dafür wären nur bei einer ausserordentlich hohen Zahl von Asylsuchenden gegeben - wenn die Strukturen dauerhaft überlastet wären und eine ordentliche Behandlung der Asylgesuche auf unabsehbare Zeit nicht mehr sichergestellt wäre.

Allerdings hatte das Staatssekretariat für Migration (SEM) vor wenigen Tagen seine Prognosen für Asylgesuche korrigiert: von maximal 31'500 auf 32'000 bis 34'000 Gesuche. Grund dafür ist die Entwicklung auf der Balkanroute. (kub/sda)

Alles schaut nach Osteuropa – derweil geht das Flüchtlingsdrama in Sizilien seinen gewohnt grausamen Gang

Dir gefällt diese Story? Dann teile sie bitte auf Facebook. Dankeschön!👍💕🐥

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

17
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Murky 07.11.2015 17:44
    Highlight Highlight Man sollte schon denken, dass man langsam gemerkt hat, dass es für diese 30-40000 Seelen Unterkünfte und Betreuung braucht... Aber ich ging davon aus dass es genau gleich laufen würde. Nur Zivilschutzanlagen zu öffnen bringt nichts. Es braucht auch Betreuungspersonal. Und bei so wenigen Flüchtlingen sollte das auch ohne "Notfallkonzept" bereits vorbereitet sein...
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 07.11.2015 15:16
    Highlight Highlight Yolo: es scheint, dass sie keine Ahnung haben. Dabei geht es nicht, dass wir Zustände wie in Deutschland haben wollen.
  • Jonasn 07.11.2015 14:40
    Highlight Highlight @gatesno - die Beweggründe des Staates sind andere als ihre Ansichten. Die oben aufgeführten Punkte sind einfach alle unwahr. Weder sind diese Grenzen zu noch alles andere. Übrigens: lustig auch ihr Name in dem Zusammenhang, ich weiss, es soll schweizerisch was anderes heissen, aber "Gates - No" passt hier als paradox auch gut 😁
  • Chlinae_Tigaer 07.11.2015 11:38
    Highlight Highlight Mehr Asylsuchende...

    Na sowas aber auch.
  • Dewar 07.11.2015 09:01
    Highlight Highlight Dass man sich immer noch am Dublinabkommen festhält und sich wundert, dass dieses nicht funktioniert, ist mir ein Rätsel. Es braucht dringend neue Abkommen mit einem fairen Verteilschlüssel. In der jetzigen Situation kann das Abkommen gar nicht funktionieren, weil die Haupt-Ankunftsländer wie Griechenland, Italien und Ungarn logistisch und finanziell heillos überfordert sind, während Binnenländer wie die Schweiz laut Abkommen de facto so gut wie keine Flüchtlinge aufnehmen müssten, weil ja keine direkt hierher kommen. Da kann ich das Verhalten von z.B. Italien teilweise nachvollziehen...
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 07.11.2015 10:04
      Highlight Highlight und trotzdem nehmen wir im Verhältnis relativ viele auf. Über die Schweiz kann sich niemand beschweren. aber irgendwann ist es genug. Deshalb braucht es klare Richtlinien. Mir nicht klar weshalb z. b. nicht konsequent nach Eritrea ausgeschafft wird.
    • Marmot 07.11.2015 10:15
      Highlight Highlight Verteilschlüssel sind völlig nutzlos. Die Mehrheit der Migranten und Flüchtlibge will zu ihren Verwandten und Landsmännern.
      Da ist es lächerlich zu glauben, man könne sie zu Zehntausenden umsiedeln. Das ist rein logistisch schon gar nicht möglich.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 07.11.2015 11:43
      Highlight Highlight @zug & so: Hmm, lassen Sie mich überlegen. Nein, kann es nicht. Da könnte ich Ihnen noch ein paar Regimes und Länder aufzählen mit ähnlicher Situation. 1. Man kann nicht allen armen Teufeln helfen. 2. Besonders die Situation in Eritrea wird von vielen als stabil betrachtet. 3. Zeigt genau dieses Beispiel, sobald man die Türe etwas öffnet, kommen immer mehr. Bereits jedes 3. Gesuch stammt aus dem Land, Tendenz steigend. Direkte Migration in unsere Sozialwerke die dafür nicht geschaffen wurden.
    Weitere Antworten anzeigen

Toggenburger hat 5- bis 12-jährige Mädchen aus Osteuropa vergewaltigt: 8 Jahre Gefängnis

Das Kreisgericht Toggenburg hat einen 65-jähriger Mann zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, fünf- bis zwölfjährige Mädchen aus Osteuropa sexuell missbraucht zu haben. Die Anklage hatte eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren verlangt.

Gleich nach der Bekanntgabe des Urteils vom Mittwoch kündigte die Staatsanwaltschaft Berufung an, wie tagblatt.ch berichtete. In der Verhandlung vom 21. August hatte die Anklage eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren sowie …

Artikel lesen
Link zum Artikel