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Extremwetter in der Schweiz: Igel leiden unter Trockenheit

Trockenheit setzt Igeln zu: Das «Tier des Jahres» kämpft ums Überleben

27.10.2026, 18:1227.10.2026, 18:12

Als «Tier des Jahres» 2026 hat der Igel ein Jahr des Überlebenskampfes erlebt. Ein heisser und trockener Sommer führte zu massiver Nahrungsknappheit, was sich in aussergewöhnlich vielen verwaisten Jungigeln und geschwächten Muttertieren zeigte.

Bereits im Frühsommer meldeten Igelstationen aus verschiedenen Schweizer Regionen, darunter Bern, Baselbiet, Aargau, Zürich und Luzern, eine ungewöhnliche Häufung verwaister Jungigel und stark abgemagerter Muttertiere, wie der Verein pro Igel am Dienstag mitteilte. Erfahrene Pflegestellen hätten eine solche Entwicklung in diesem Ausmass bisher nicht erlebt.

Eine Tierärztin aus Dätwil ZH berichtete im Bulletin «Pro Igel» von 226 Igeln und 336 nötigen Konsultationen von Januar bis Ende Juli. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr seien es 183 Igel und 208 Konsultationen gewesen. Ausserdem lägen die Behandlungskosten im laufenden Jahr um 33 Prozent höher.

Nahrungsknappheit durch Trockenheit

Igel ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Kleintieren wie Käfern und Insekten. Anhaltende Hitze und Trockenheit beeinträchtigten die Lebensbedingungen dieser Nahrungstiere und schränkten deren Verfügbarkeit ein. Besonders während der kräftezehrenden Jungenaufzucht traf der Nahrungsmangel die Muttertiere.

«Mütter verliessen ihre Jungen, weil sie selbst nicht genug Nahrung zum Überleben finden konnten», schreibt Anja Straumann von der Igelhilfe Baselbiet im Bulletin.

Langfristige Folgen und menschlicher Einfluss

Die Folgen des trockenen Sommers reichen bis in den Herbst. Igel müssen sich jetzt ausreichende Energiereserven für den Winterschlaf anfressen. Für spät geborene oder bereits geschwächte Jungigel ist der Mangel an Reserven lebensbedrohlich. Das nationale Trockenheitsbulletin vom 22. Oktober 2026 zeigte weiterhin erhebliche bis extreme Bodenfeuchtedefizite in verschiedenen Regionen der Schweiz.

Der Verein pro Igel betont, dass der Igel durch menschengemachte Gefahren wie versiegelte Flächen, aufgeräumte Gärten und die Zerschneidung seiner Lebensräume ohnehin unter Druck steht. Extreme Wetterereignisse verschärften diese schwierigen Bedingungen zusätzlich. Pro Igel rät zu naturnahen, miteinander verbundenen Lebensräumen und zur gezielten Zufütterung mit hochwertigem, getreidefreiem Katzenfutter und dem Bereitstellen von Wasserstellen. (sda)

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