Aufbau oder Kompensation? Die Schweizer Armee braucht zusätzlich 700 Vollzeitstellen
Die beschlossene Aufrüstung der Schweizer Armee führt zu einem höheren Personalbedarf von bis zu 700 Vollzeitstellen. Das Verteidigungsdepartement soll den Mehraufwand intern kompensieren. Noch ist unklar, wie das geschehen soll.
Bei der Zahl von zusätzlich benötigten 660 bis 700 Vollzeitstellen in den Jahren 2028 bis 2035 handle es sich um erste Schätzungen der Armee und des Bundesamts für Rüstung (Armasuisse), teilte die Armee auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Sie bestätigte damit Informationen aus einem «Heute Morgen»-Beitrag von Schweizer Radio SRF vom Donnerstag.
Gemäss einem am Dienstag veröffentlichten Protokoll einer Amtsleitungssitzung im Verteidigungsdepartement VBS vom 11. August wird derzeit diskutiert, wie der Personalausbau und der Personalabbau vonstattengehen sollen. «Die Arbeiten laufen», schreibt das VBS.
Pfister wollte kompensieren – VBS widerspricht
Verteidigungsminister Martin Pfister hatte angekündigt, den mit der Armeeaufrüstung einhergehenden Personalaufbau VBS-intern kompensieren zu wollen. Im VBS-Protokoll heisst es: «In der aktuellen politischen Situation ist ein weiterer Aufwuchs an Personal nicht möglich, dies wird vom Parlament nicht getragen – insbesondere gilt die politische Erwartungshaltung, dass intern umpriorisiert wird, um zusätzliche Stellen zu kompensieren.»
Armasuisse und die Armee sind jedoch gemäss diesem Protokoll «skeptisch», dass diese Vorgabe eingehalten werden kann. «Das Material muss auch bewirtschaftet sein.» Zwar gebe es durchaus Synergiepotenzial, aber ineffizient sei bis anhin nicht gearbeitet worden.
Im Rahmen von Sparmassnahmen hat das VBS nach eigenen Angaben bereits Schritte zur Verschlankung der Führungsstruktur der Schweizer Armee sowie zur Zentralisierung der Kommunikations-, Finanz- und Personalabteilungen eingeleitet. Weitere Entscheide in diesem Dossier dürften folgen. (leo/sda)
