Der Bestand der Armee sinkt – so will der Bundesrat gegensteuern
Die Zahl der Armeeangehörigen wird bis 2030 voraussichtlich sinken. Der Bundesrat will mit verschiedenen Massnahmen gegensteuern: Mehr Frauen und eine neue Dienstpflicht sollen den Trend umkehren.
Derzeit sei der Bestand der Schweizer Armee noch ausreichend, teilte die Gruppe Verteidigung am Dienstag mit. Per 1. März 2026 zählte die Armee 147'017 Angehörige. Damit sei der Sollbestand von 100'000 Personen für einen Einsatzfall sichergestellt. Bis zum Jahr 2030 werde der Bestand jedoch voraussichtlich auf unter 130'000 Personen sinken. Grund dafür sei die Entlassung der letzten Jahrgänge mit zwölf Jahren Dienstpflicht in den Jahren 2028 und 2029.
Eine zentrale Herausforderung für die Sicherung der Bestände stellten die vorzeitigen Abgänge dar. Pro Jahr verliere die Armee knapp 12'000 Militärdienstpflichtige, insbesondere an den Zivildienst. Dies geschehe trotz einer Militärtauglichkeitsquote von 70 Prozent und eines leichten demografischen Wachstums bei den Stellungspflichtigen. Geplante Massnahmen sollen dieser Entwicklung entgegenwirken, etwa durch flexiblere Ausbildungs- und Laufbahnmodelle.
Mehr Frauen für die Armee
Positiv entwickelte sich die Zahl der Frauen in der Armee. Deren Anteil sei weiterhin leicht angestiegen. 2022 betrug der Bestand noch 1,2 Prozent (2122), 2026 waren es am Stichtag 1,8 Prozent (3253).
Die Verantwortlichen gehen von einer weiteren Zunahme aus, da Frauen ein grosses Interesse an Kaderlaufbahnen zeigten, die eine längere Dienstpflicht mit sich bringen. Um den Frauenanteil langfristig weiter zu erhöhen, plant der Bundesrat einen obligatorischen Orientierungstag. Das Parlament berät derzeit die entsprechende Botschaft. Eine Volksabstimmung wird für das Jahr 2028 erwartet.
Die Sicherung der Bestände ist ein Ziel der Weiterentwicklung des Dienstpflichtsystems. Das Parlament beauftragte den Bundesrat bereits im Jahr 2025, eine Sicherheitsdienstpflicht umzusetzen. Der Bundesrat beschloss dazu am 24. Juni 2026 die Eckwerte. Zurzeit läuft eine Konsultation bei den Kantonen. (sda)
