DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Paradoxe Studie: Schweizer wohnen zumeist in Städten, würden aber lieber im Dorf leben



Obwohl mittlerweile drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer in Städten leben: Im Herzen sind sie Dorfbewohner geblieben, wie eine repräsentative Umfrage zeigt. 72 Prozent haben angegeben, in einem Dorf leben zu wollen.

Auch Kleinstädte stehen noch relativ hoch im Kurs: 67 Prozent sehen in der Kleinstadt die ideale Umgebung. Weitere 37 Prozent finden eine Agglomerations-Gemeinde den besten Ort zum Leben.

Schlecht schnitten hingegen grössere Städte ab: Nur 30 Prozent der 1200 Befragten gaben an, gerne in einer Stadt leben zu wollen. Dies zeigt eine Umfrage, die am Dienstag von der eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) publiziert wurde.

Ein Hochradfahrer am Umzug des Biedermeierfestes, am Sonntag, 7. September 2014, in Heiden. Alle vier Jahre wird das Dorf Heiden ins 19. Jahrhundert zurueck versetzt und die Zeit der Biedermeier zelebriert. Das Fest geht auf den 7. September 1838 zurueck. Damals wurde Heiden bei einem Grossbrand fast komplett zerstoert. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Sehnsucht nach ländlicher Idylle – in Heiden AR findet sie Audruck im «Biedermeierfest».
Bild: KEYSTONE

Agglomeration eher unbeliebt

Ein Grossteil der Bevölkerung möchte also ländlich wohnen. Gleichzeitig wünschen sich die Befragten aber auch öffentliche Verkehrsmittel und eine Anbindung ans Strassennetz. Für die WSL paradox: Beides wäre in der Agglo zu haben, doch die ist eher unbeliebt.

Für die Forschenden der WSL ist der Wunsch nach Wohnen im Grünen heikel. Mache man in der Schweiz weiter wie bisher, würden ländliche Regionen grossflächig in geringer Dichte besiedelt, während Dörfer wegen des gut ausgebauten Verkehrs zu Pendler-Schlaforten würden.

Bild: KEYSTONE

Ein Hund in einem Kinderwagen am Umzug des Biedermeierfestes, am Sonntag, 7. September 2014, in Heiden. Alle vier Jahre wird das Dorf Heiden ins 19. Jahrhundert zurueck versetzt und die Zeit der Biedermeier zelebriert. Das Fest geht auf den 7. September 1838 zurueck. Damals wurde Heiden bei einem Grossbrand fast komplett zerstoert. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die Natur braucht auch ihren Platz.
Bild: KEYSTONE

Kein verdichtetes Bauen in Dörfern

Das schlimmste Szenario wäre gemäss WSL, in ländlichen Regionen den Verkehr flächendeckend auszubauen und gleichzeitig den Investoren freie Hand zu lassen. Die Folge wären eine fast flächendeckende Zersiedelung und der Verlust von Natur- und Erholungsräumen.

Als Lösung schlagen die WSL-Forschenden vor, regionale Zentren zu lebendigen Kleinstädten werden zu lassen – mit dichter Bebauung, gepflegten historischen Bauten und guter Verkehrserschliessung. Umliegende Dörfer jedoch sollten auf den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verzichten.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Zwei Tage Politikerin sein: Die Frauensession macht's möglich

Am 29. und 30. Oktober debattieren 246 Frauen in Bern über Gleichstellung. Kandidieren kann, wer will.

Vor 50 Jahren erhielten die Frauen auf nationaler Ebene das Stimm- und Wahlrecht. Seither ist viel passiert. Doch noch immer politisieren mehr Männer im nationalen Parlament als Frauen. Am 29. und 30. Oktober ist das anders.

Dann sitzen in den getäfelten Sälen im Bundeshaus ausschliesslich Frauen – 246 um genau zu sein. Zum 50. Jubiläum des Frauenstimmrechts organisiert Alliance F zusammen mit anderen Frauenverbänden und Organisationen eine Frauensession. So wie sie bereits 1991 das erste …

Artikel lesen
Link zum Artikel