Astronomischer Herbstanfang: Wenn Tag und Nacht fast gleich lang sind
Auf der Nordhalbkugel beginnt am 23. September astronomisch gesehen der Herbst, auf der Südhalbkugel fängt nun der Frühling an. Eines ist dabei rund um den Globus aber gleich: Zur Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) sind Tag und Nacht fast überall ungefähr gleich lang – jeweils rund zwölf Stunden.
Wie ist das möglich? Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt senkrecht über dem Äquator. Dadurch werden Nord- und Südhalbkugel nahezu gleich stark von der Sonne beschienen.
Und wieso sind Tag und Nacht zur Tagundnachtgleiche nur ungefähr gleich lang? Das liegt einerseits an der Definition: Der Sonnenaufgang beginnt bereits, wenn der obere Rand der Sonnenscheibe am Horizont erscheint. Beim Sonnenuntergang endet der Tag erst, wenn dieser Rand wieder verschwunden ist. Für die Berechnung der Tagundnachtgleiche zählt dagegen der Mittelpunkt der Sonne. Weil wir die Sonne als Scheibe sehen, ist es dadurch einige Minuten länger hell.
Hinzu kommt die atmosphärische Refraktion. Die Erdatmosphäre lenkt das Sonnenlicht ab. Dadurch sehen wir die Sonne morgens schon, obwohl sie geometrisch noch knapp unter dem Horizont steht. Abends bleibt sie entsprechend etwas länger sichtbar.
Nicht immer zur selben Zeit
Das Datum der Tagundnachtgleiche verschiebt sich übrigens von Jahr zu Jahr. Denn die Erde braucht für einen Umlauf um die Sonne rund 365,24 Tage – also knapp sechs Stunden länger als ein Kalenderjahr. Deshalb findet die Tagundnachtgleiche jedes Jahr etwa sechs Stunden später statt. Um diese Verschiebung auszugleichen, gibt es fast alle vier Jahre ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Tag, dem 29. Februar.
Die nächste Tagundnachtgleiche folgt am 20. März 2027 – und markiert den astronomischen Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel. (cst)
