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Bern Pride: Tausende demonstrieren für Anliegen queerer Menschen

KEYPIX - People take part in a pride parade in Bern, Switzerland, Saturday, July 25, 2026. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
«Stark. Und zusammen noch stärker», lautete das Motto der Bern Pride 2026.Bild: keystone

Tausende demonstrieren bei Pride in Bern für Anliegen queerer Menschen

Mehrere tausend Personen haben sich am Samstag am Pride Festival in Bern für die Rechte und Anliegen queerer Menschen eingesetzt. Nebst politischen Anliegen stand auch die Verbundenheit der queeren Gemeinschaft im Zentrum.
25.07.2026, 14:2126.07.2026, 01:57

«Stark. Und zusammen noch stärker», lautete das Motto der Veranstaltung. Nach Angaben der Organisatorinnen und Organisatoren nahmen rund 10'000 Menschen daran teil.

Die Zürcher SP-Nationalrätin und queere Aktivistin, Anna Rosenwasser, kritisierte in ihrem Redebeitrag die «reiche und moderne Schweiz», die in Sachen Rechte für queere Menschen nur gerade «hinteres Mittelmass» sei. Noch immer kämpften Regenbogenfamilien mit Gesetzeslücken und in vielen Kantonen sei es noch immer legal, queere Menschen zu hassen oder heilen zu wollen.

Rosenwasser bezeichnete vor diesem Hintergrund Freude als Akt des Widerstands. «Wir sind hier, weil es etwas vom Schönsten ist, queer zu sein, sich selbst zu sein. Wir sind hier, um zu zeigen: Zum Glück gibt es uns alle», sagte Rosenwasser.

Anna Rosenwasser, Swiss National Councillor, speaks during a pride parade in Bern, Switzerland, Saturday, July 25, 2026. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Nationalrätin Anna Rosenwasser an der Bern Pride.Bild: keystone

In Regenbogenfarben

Vom Berner Waisenhausplatz aus setzte sich ein bunter, fröhlicher und friedlicher Kundgebungszug, begleitet von mehreren Musikmobilen, in Bewegung durch die Stadt. Die Berner Altstadtgassen waren mit Regenbogenfahnen beflaggt.

An der Kundgebung waren zahlreiche Gruppen mit dabei, darunter auch Firmen-Netzwerke wie «Queer Insel», der gleichnamigen Berner Spitalgruppe. Manche Kundgebungsteilnehmenden waren aufwändig verkleidet, andere einfach bunt angezogen oder hielten bunte Ballone in der Hand.

Von der Altstadt zog die Kundgebung via Matte- und Marziliquartier zum Bundesplatz, wo die Kundgebung gegen 16 Uhr einzutreffen begann. Auf dem Platz erwartete die Teilnehmenden ein Festival mit politischen Reden, Musik und Shows.

Noch immer Diskriminierung im Alltag

Trotz der Errungenschaften der letzten Jahre zur Verbesserung der Situation von queeren Personen in der Schweiz sei die rechtliche Gleichberechtigung noch nicht erreicht, betonten verschiedene Redende. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz habe zwar zugenommen, doch erlebten noch immer viele queere Personen im Alltag Diskriminierung und Anfeindungen.

epa13131936 People take part in a pride parade in Bern, Switzerland, 25 July 2026. EPA/PETER KLAUNZER
Bild: keystone

An die Teilnehmenden wandte sich unter anderen auch Aktivistin und Politikerin Lea Blattner. Bekannt wurde sie über die Landesgrenzen hinaus, nachdem sie sich öffentlich gegen queerfeindliche Anfeindungen und Hass zur Wehr setzte. Nach ihrem Coming-out und ihrem Austritt aus der EVP engagiert sie sich heute bei den Grünen für eine offene, vielfältige und diskriminierungsfreie Gesellschaft.

Blattner forderte ein Verbot von Konversionsmassnahmen. Der Nationalrat habe 2022 ein Verbot beschlossen, seither liege der Ball beim Ständerat, der auf einen Bericht des Bundesrates warte. Es müsse endlich vorwärtsgehen, forderte Blattner.

«Man wartet nicht auf Berichte, während Menschen kaputtgehen. Wer wartet, obwohl er handeln könnte, entscheidet sich», so Blattner. Es reiche kein symbolisches Verbot, kein Kompromiss. Es brauche eine Strafnorm, die greife.

Sie wisse, so Blattner, wie es sich anfühle, «wenn Menschen, die es angeblich gut mit dir meinen, für deine Heilung beten». Es seien Konversionsmassnahmen, die aber niemand so nenne. Die Rede sei dann zum Beispiel von Seelsorge, Gebetskreis oder Befreiungsdienst. «Es kommt freundlich daher und es sagt dir mit sanfter Stimme, dass du so, wie du liebst, nicht existieren darfst. Es ist Gewalt in Zeitlupe.» (sda)

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