Schweiz
Klima

Trockenheit und Hitze in der Schweiz: Trotzdem keine Trinkwasserknappheit

Die Landwirtschaft leidet enorm – warum trotzdem keine Trinkwasserknappheit besteht

Immer mehr Gemeinden haben wegen der aktuellen Trockenheit die Wassernutzung eingeschränkt. Trinkwasser und Wasser für die landwirtschaftliche Nutzung sind allerdings verschiedene Dinge. Eine Trinkwasserknappheit dürfte denn auch nicht so bald eintreten – trotz einer weiteren Hitzewelle, die für kommende Woche erwartet wird.
25.07.2026, 10:4425.07.2026, 10:44

Grundsätzlich verfüge die Schweiz weiterhin über grosse Wasserressourcen, hielt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest. Allerdings könnten Trockenperioden regional und zeitlich begrenzt zu Wasserknappheit und Nutzungskonflikten führen.

Die Hitze und die Trockenheit hinterlaessen ihre Spuren auf einer Wiese am der Bieler Seepromenade, fotografiert am Mittwoch, 15. Juli 2026 in Biel. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Die Hitze und die Trockenheit hinterlaessen ihre Spuren auf einer Wiese am der Bieler Seepromenade, fotografiert am Mittwoch, 15. Juli 2026 in Biel.Bild: keystone

Ob und ab wann es zu konkreten Problemen bei der Trinkwasserversorgung kommt, lasse sich nicht schweizweit beantworten, so das Bafu. Der Grund: die Wasserhoheit liege bei den Kantonen; die Wasserversorgung sei kommunal beziehungsweise kantonal organisiert und hänge stark von den lokalen Wasserressourcen, der Infrastruktur sowie der Vernetzung der Versorgungssysteme ab.

Das sieht die Eawag, das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, ähnlich: Die Reserven im Grundwasser und in den Seen seien gross, hiess es. Mögliche Verknappungen liessen sich durch eine stärkere technische und organisatorische Vernetzung unter den Wasserversorgungen abfedern. Der reine Trinkwasserverbrauch sei im Vergleich zu dem, was die Landwirtschaft benötige, klein. Ein akutes Problem für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sei die Situation daher noch nicht.

Bereits 2009 hat die Eawag in einem Bericht zur Zukunft der Wasserversorgung ausserdem festgehalten: «Gegenwärtig bestehen noch kaum Nutzungskonflikte zwischen der Landwirtschaft und den Trinkwasserversorgungen. Bei einem stark zunehmenden Bedarf nach Bewässerungswasser könnte sich dies jedoch ändern.» Dies zum Beispiel, weil Entnahmen aus Flüssen und Bächen mit ohnehin geringer Wasserführung die Anreicherung von Grundwasser durch Infiltration entlang dieser Fliessgewässer sowohl mengenmässig als auch qualitativ beeinträchtigen könnten.

Kein Futtergras und kleinere Ernte

Besonders unter der Trockenheit leidet derzeit die Landwirtschaft. So beklagt der Solothurner Bauernverband, dass kein Gras mehr wachse und die Ernte kleiner ausfalle und früher eingefahren werden müsse.

Sehr angespannt sei die Situation beim Futter für die Tiere: Es wachse kaum etwas, viele Betriebe hätten bereits die Reserven angezapft, und die Importe gestalteten sich schwierig, schreibt der «Schweizer Bauer».

Und das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung in der Schweiz, Agroscope, warnt: Falls die Trockenheit bis weit in den August anhalte, werde die Situation noch kritischer als 2003 oder 2018. (sda)

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60 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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regen
25.07.2026 11:26registriert November 2014
"Besonders unter der Trockenheit leidet derzeit die Landwirtschaft."
zur erinnerung, svp- dettling, nzz am sonntag, 18.1.2024: "für die bauern ist die klimaerwärmung nicht schlecht." und "es ist mit lieber, wenn es wärmer wird als kälter." da vermutlich eine mehrheit der bauern svp wählt, empfehle ich, sich bei ihrem polit-ideologen auszuheulen und diesen um rat zu fragen. mein mitgefühl hält sich gerade in grenzen.
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Hold my beer
25.07.2026 11:58registriert Juli 2022
Wenn es doch nur so Dinge wie Solarpannels, Tröpfchenbewässerung, Hecken, hitzeresistente Bäume und Sträucher u.ä. gäbe... Wir leisten uns eine teure, bis in den hintersten Grashalm und Milchtropfen subventionierte Landwirtschaft und die Mehrheit jammert. Einmal ist es zu trocken, dann wieder zu nass - tja, die Zukunft deutet auf zu trockene Sommer, regen-/schneearme Winter und dazwischen Starkregenereignisse hin. Da fängt man am besten jetzt an, intelligent und wassersparend zu "ackern" und zu "bauern".
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Hans Jürg
25.07.2026 12:21registriert Januar 2015
Trinkwasser sparen ist immer gut. Auch wenn es nicht trocken ist. Es muss aufbereitet werden, es braucht Pumpen, es braucht Kläranlagen und schlussendlich viel Energie.

Wassersparen spart Energie.
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