DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ausbau des Bahnhofs Bern verzögert sich um fast zwei Jahre

16.02.2022, 08:4916.02.2022, 17:37
Bahnhof Bern
Bahnhof BernBild: keystone

Der Ausbau des Bahnhofs Bern zieht sich in die Länge. Die Erweiterung wird erst 2029 abgeschlossen, anderthalb Jahre später als geplant.

Schwierige geologische Verhältnisse, hydrologische Probleme, Altlasten und Corona machten den Planern einen Strich durch die Rechnung. Das gaben die SBB, der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) und die Stadt Bern am Mittwoch vor den Medien bekannt.

Gemeinsam mit Bund und Kanton arbeiten sie am Grossprojekt «Zukunft Bahnhof Bern». Die 2017 begonnene Erweiterung gilt als dringend nötig, weil der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz an seine Grenzen stösst. In den Stosszeiten herrscht grosses Gedränge.

Mit Problemen konfrontiert war bislang vor allem der RBS. Beim Bau seines neuen Tiefbahnhofs unter den SBB-Geleisen kam es mehrfach zu Verzögerungen.

So stiessen die Arbeiter auf ölhaltige Altlasten und Findlinge. Generell erwiesen sich die geologischen Verhältnisse als schwierig. Zum Teil musste man wegen Corona auf dringend benötigtes Material warten.

Enge Verhältnisse

Die Probleme der ersten Bauphase sind vorbei, nun kommen die Arbeiten mit dem Tunnelausbruch gut voran. Doch die verlorene Zeit lässt sich nicht zurückgewinnen: Der RBS-Bahnhof kann nicht Ende 2027 eröffnet werden, sondern erst Mitte 2029.

Das wiederum hat Auswirkungen auf das Projekt der SBB, die eine zusätzliche Personenunterführung und zwei Bahnhofzugänge baut. Denn die beiden Bahnen bauen auf engstem Raum und bei laufendem Bahnbetrieb; ihre Projekte müssen ständig aufeinander abgestimmt werden.

Tunnel zwischen der Baugrube Hirschenpark und dem Schacht im Eilgut
Tunnel zwischen der Baugrube Hirschenpark und dem Schacht im EilgutBild: keystone

Die SBB gehen neu davon aus, dass sie die neue Unterführung erst Mitte 2028 eröffnen können. Das ist ein Jahr später als vorgesehen.

130 Mio Franken Mehrkosten

Die Terminverzögerungen wirken sich auf die Kosten aus: Der RBS-Bahnhof dürfte etwa 730 Millionen Franken kosten. Bislang war man von 614 Millionen Franken ausgegangen. Die Ausbauten der SBB werden voraussichtlich 375 Millionen Franken kosten statt 360 Millionen. Die Mehrkosten werden von Bund und Kanton getragen.

Damit die wachsenden Passantenströme bewältigt werden können, ist auch die Stadt Bern gefragt: Sie muss den Verkehr rund um den Bahnhof neu organisieren und eine neue Personenpassage vom Hirschengraben zum Bahnhofzugang Bubenberg bauen. Das Stimmvolk genehmigte dafür 2021 einen Kredit von 112 Millionen Franken.

Stadt auf Kurs

Die Projektierung der Verkehrsmassnahmen kommt den Behörden zufolge planmässig voran. Die Planer gehen davon aus, dass auch der Bau der neuen Personenpassage rechtzeitig fertig sein wird.

Bild: keystone

Bei der Umgestaltung des Hirschengrabens müssen sie allerdings eine Ehrenrunde drehen. Auf sanften Druck der Denkmalpflege werden zusätzliche Gutachten eingeholt, damit das historische Erbe nicht leidet. So soll eine archäologische Expertise klären, wo genau die Tränke lag, die im Boden unter dem Hirschengraben vermutet wird.

Gestaffelte Inbetriebnahme

Eines bleibt bei der gesamten Planung von «Zukunft Bahnhof Bern» unverändert: Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen soll gestaffelt erfolgen.

Was fertig ist, wird in Betrieb genommen, so dass die Öffentlichkeit möglichst rasch profitieren kann. Das sei übrigens schon bei den grossen Bahnhofumbauten in den 1960er- und 1970er-Jahren so gewesen, berichteten die Verantwortlichen am Mittwoch. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Stressen dich die Maskenverweigerer in den ÖV? Hier kommt Hilfe!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

35 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Albert Anker
16.02.2022 09:05registriert April 2021
Tönt sehr moderat. Lediglich 2 Jahre Verzögerung. Lediglich eine Verteuerung, die zu erwarten war. Vergleich zu Stuttgart ... eine Verdoppelung der Kosten, eine Verzögerung die nicht abgeschätzt werden kann.
834
Melden
Zum Kommentar
avatar
Pulmoll
16.02.2022 10:21registriert Mai 2021
Das sind 2 Jahre mehr in denen die Bieler auf Gleis 49 rennen dürfen
436
Melden
Zum Kommentar
35
Schwergewicht Nestlé zieht runter: Schweizer Börse von Inflationssorgen stark gebremst
Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag tiefrot abgeschlossen.

«Das Zinsgespenst geht wieder um», kommentierte ein Händler das Börsengeschehen. Immer weniger Anleger glaubten daran, dass der US-Notenbank Fed im Kampf gegen die Inflation eine weiche Landung der US-Wirtschaft gelingt. Ein anderer Händler sprach von «Angsthandel». Nach dem im Wochenverlauf kurzzeitig aufgeflammten Optimismus liege der Fokus der Anleger nun wieder ganz auf den Folgen der anhaltend hohen Inflation.

Zur Story