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Krawallnacht in Zürich: 4 Punkte zu den Ausschreitungen

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screenshot twitter/srfnews

Messerstecher, Flaschenwerfer, Prügler: Wie die Nacht auf Sonntag in Zürich eskalierte

Polizisten und Sanitäter wurden während eines Rettungseinsatzes am Samstagabend von vermummten FCZ-Fans angegriffen. Wenige Stunden später musste die Polizei wegen einer Schlägerei erneut ausrücken.
20.08.2018, 03:4420.08.2018, 09:01

Messerstecherei am Utoquai

Kurz nach 23 Uhr wurden die Stadtpolizei Zürich und die Sanität am Samstag zum Utoquai gerufen. An der Seepromenade war es am späten Abend zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen.

Dabei erlitt ein 18-Jähriger lebensgefährliche Stichwunden und musste anschliessend im Spital notoperiert werden. Zwei gleichaltrige Kollegen wurden leicht verletzt.

Polizei und Sanität angegriffen

Beim Eintreffen der Rettungskräfte am Tatort wurden diese von zum Teil vermummten Personen mit Flaschen und Steinen beworfen. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt. Mit der Zeit gesellten sich mehrere hundert Personen und Gaffer dazu und solidarisierten sich mit den Fans. Einige der Angreifer trugen FCZ-Fankleidung. Um zu den Verletzten vorzudringen, musste Verstärkung angefordert werden. 

Mit Hilfe von Gummischrot, Tränengas und eines Wasserwerfers gelang es den Einsatzkräften, die Randalierer zurückzudrängen. Doch sogar während des Rettungseinsatzes seien die Polizisten und Sanitäter abermals von den gleichen Personen attackiert worden. Erst nach 1.30 Uhr beruhigte sich die Situation. Ein 18-jähriger Flaschenwerfer wurde verhaftet. Die Bellerivestrasse war während mehr als zwei Stunden vollkommen gesperrt. 

Polizei und Rettungskräfte angegriffen

Video: srf

Schlägerei am Limmatquai

Kurz nach 3 Uhr morgens rückte die Stadtpolizei erneut wegen einer Schlägerei aus, die sich am Limmatquai zutrug. Beim Eintreffen der Polizisten versuchten die Beteiligten zu flüchten. Allerdings konnten drei Männer zwischen 18 und 22 Jahren umgehend verhaftet werden. Ein Diensthund stellte zudem einen 20-jährigen Flüchtenden. Bei der Schlägerei erlitt ein 24-Jähriger eine Stichverletzung am Bein, wie der Tages-Anzeiger berichtet. 

Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen besteht, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. 

Stellungnahme FCZ

Am Sonntagnachmittag veröffentlichte der FC Zürich ein Statement zu den Ereignissen. Der Klub distanziert sich von den Vorkommnissen und verurteilt explizit jegliche Form von Gewalt.

Der FC Zürich verurteilt jegliche Art von Gewalt
Im Rahmen des gestrigen Cupspiels gegen den FC Concordia Basel haben rund 800 FCZ-Fans den Stadtclub im St.Jakob-Park lautstark unterstützt. Ohne Zwischenfälle sind sie friedlich mit dem Extrazug nach Basel und wieder zurück gereist und um 21.00 Uhr am Zürcher Hauptbahnhof angekommen. Danach trennten sich die Fanwege. Die Vorfälle, welche sich rund zwei Stunden später am Bellevue und an der Seepromenade zugetragen haben, entziehen sich unserer Kenntnis und haben nichts mit dem Auswärtsspiel in Basel zu tun.

Nichtsdestotrotz möchte der FC Zürich explizit darauf hinweisen, dass er jegliche Form von Gewalt, egal an welchem Ort, aufs Schärfste verurteilt.

Die Reaktion der Polizei

Es sei keine neues Phänomen, dass Polizisten vermehrt angegriffen werden, so Polizeisprecherin Judith Hödl im Tages-Anzeiger. Dies sei besonders gravierend, wenn die Polizisten einen Rettungseinsatz begleiten. Insbesondere bei Schwerverletzten sei dies ein unentschuldbares Verhalten, da Zeit ein wichtiger Faktor ist. 

An einen Vorfall im Ausmasse des Samstagabends kann sich Hödl allerdings nicht erinnern. Zu gezielten Angriffen sei es in Zürich seit Anfang 2016 vermehrt gekommen. Damals hatten linksextreme Gruppen Gewalt gegenüber der Polizei erklärt. Auch in diesem Jahr ist es bereits im Mai zweimal zu Ausschreitungen gekommen.

(sda/vom)

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Video: srf
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