Schweiz
Bundesrat

SVP fordert den Rücktritt von Viola Amherd aus dem Bundesrat

Die SVP fordert den Rücktritt von Viola Amherd – die Mitte reagiert heftig auf den Angriff

An ihrer Kadertagung in Bad Horn hat die SVP Bundesrätin Viola Amherd zum Rücktritt aufgefordert. Dies bestätigt SVP-Präsident Marcel Dettling gegenüber CH Media.
11.01.2025, 14:0711.01.2025, 16:42
Othmar von Matt / ch media

An der traditionellen Kadertagung der SVP in Bad Horn war am Freitagnachmittag und am Samstagmorgen die ganze Spitze der Schweizer Sicherheitspolitik präsent - von Armeechef Thomas Süssli über Pascal Lüthi, dem Direktor des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit bis hin zu Markus Mäder, dem Staatssekretär für Sicherheit.

epa11787036 European Commission President Ursula von der Leyen (L) and Swiss Federal President Viola Amherd (R) speak during a press conference in Bern, Switzerland, 20 December 2024. The president of ...
Viola Amherd soll zurücktreten, wenn es nach der SVP geht.Bild: keystone

Besonders im Fokus der Tagung stand allerdings Verteidigungsministerin Viola Amherd. Sie war nicht vor Ort. Doch die SVP forderte an der Tagung ihren Rücktritt als Bundesrätin. «Abtreten, Frau Amherd!», heisst es in einer Mitteilung, welche die SVP am Samstagnachmittag verschickt hat. Zuvor hatte SVP-Präsident Marcel Dettling die Forderung gegenüber CH Media bestätigt.

Die Sicherheit sei nicht mehr gewährleistet, sagt die SVP

An der Tagung kam die SVP zum Schluss, dass die Sicherheit in der Schweiz nicht mehr gewährleistet sei. Die Gründe dafür sind gemäss SVP die illegale Migration, die den inneren Frieden gefährdet, die importierte Kriminalität, aber vor allem auch eine schlecht geführte Armee.

Korpskommandant Thomas Suessli, Chef der Armee, rechts, spricht neben Mahide Aslan, Chefin Fachstelle Frauen in der Armee und Diversity, links, waehrend einer Medienkonferenz zu den neuen Massnahmen n ...
Auch Armeechef Thomas Süssli hat die Forderungen der SVP mitgekriegt.Bild: keystone

Bundesrätin Amherd beschäftige sich lieber mit Gender-Fragen in der Armee, als sich um die Ausrüstung der Armee zu kümmern, war der Tenor an der Tagung. Zudem herrsche Chaos im Verteidigungsdepartement. Die Finanzierung der Armee sei unklar, Rüstungsprojekte würden verschlampt, die Armeebestände seien ausgedünnt.

Auch torpediere Amherd die Neutralität, weil sie die Schweiz schrittweise an die Nato binde und als Bundespräsidentin EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen empfangen habe.

«Wir werden den Druck hochhalten auf Viola Amherd»

Letztlich liege das Problem, dass innere wie äussere Sicherheit der Schweiz nicht mehr gewährleistet sei, bei der Führung des Verteidigungsdepartements, sagt SVP-Präsident Marcel Dettling. «Zu diesem Fazit kamen wir an der Kadertagung von Bad Horn. Deshalb fordern wir den Rücktritt von Viola Amherd.»

Nationalrat und Parteipraesident Marcel Dettling, SVP-SZ, spricht waehrend einer Medienkonferenz von der SVP Schweiz unter dem Titel "Finanzloch: Der Bund vernichtet Milliarden Franken Steuergeld ...
SVP-Chef Marcel Dettling ist alles andere als zufrieden mit Viola Amherd.Bild: keystone

Amherd lege die Prioritäten falsch. Sie lasse in der Armee lieber Teppiche zum Beten auslegen als dass sie die Armee richtig ausrüste. Zudem forciere sie die Annäherung der Schweiz an die Nato am Parlament vorbei und torpediere damit die Neutralität des Landes.

«Wir müssen die interne und die externe Sicherheit wieder herstellen», sagt Dettling. Deshalb wolle die SVP den Rücktritt von Verteidigungsministerin Viola Amherd. Er betont: «Wir werden den Druck auf sie hochhalten.»

Mitte wirft der SVP vor, selbst die Sicherheit zu gefährden

Mitte-Fraktionschef Philipp Matthias Bregy reagiert gegenüber CH Media heftig auf die Rücktrittsforderungen - und wirft der SVP vor, die Sicherheit des Landes selbst zu gefährden. «Die SVP betreibt Politklamauk», sagt er. «Das ist unseriös, denn damit werden die Institutionen destabilisiert, was schlussendlich die Sicherheit des Landes gefährdet.»

Bregy konterte den SVP-Angriff auch auf X. «Comedy late ‹night› jetzt schon am frühen Nachmittag?», fragte er da. Und schrieb weiter: «Liebe SVP, nehmt endlich als Partei eure Regierungsverantwortung wahr, stärkt die Schweiz, statt die Institutionen und ihre Mitglieder zu schwächen.»

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