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Mögliche 2. Coronawelle – Kritik wegen zu laschen Massnahmen wird lauter

Bundesrat Alain Berset spricht waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates ueber die Situation des Coronavirus, am Mittwoch, 24. Juni 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Muss sich derzeit einiges anhören: Gesundheitsminister Alain Berset.Bild: keystone

Mögliche 2. Coronawelle in der Schweiz – Kritik wegen zu lascher Massnahmen wird lauter

28.06.2020, 12:2328.06.2020, 12:23

Diskussion um Maskenpflicht

Die Ausbreitung des Coronavirus und die Implementierung der besten Massnahmen ist auch in den jüngsten Ausgaben der Sonntagszeitungen wieder ein grosses Thema. So forderte Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, gegenüber der «NZZ am Sonntag» angesichts der Lage in zahlreichen Ländern weitere Einreisemassnahmen des Bundes. «Wir sollten nicht mehr viel Zeit verlieren, um eine Maskenpflicht einzuführen», sagte Engelberger zudem zur «SonntagsZeitung». «Wenn nötig, behalten wir uns eine Pflicht vor. Die Pandemie kann schnell wieder ein dramatisches Ausmass annehmen», erklärte Engelberger obendrein gegenüber dem «SonntagsBlick». Der Leiter der Coronavirus-Taskforce des Bundes, Matthias Egger, regte gegenüber der «SonntagsZeitung» ebenfalls erneut eine Maskenpflicht an. «Wir empfehlen eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und überall, wo eine Nachverfolgung mittels Contact Tracing nicht möglich ist», sagte er der Zeitung. Der «SonntagsBlick» thematisiert ausserdem die Hygiene bei Einkaufskörben. Coop desinfiziere die Wägeli und Einkaufskörbe weiterhin, hiess es in dem Blatt. Die Migros tue dies dagegen gemäss Auskunft der Pressestelle nicht.

Laut dem Bundesamt f�r Gesundheit gilt es die Abstandsregeln weiterhin einzuhalten, um eine zweite Ansteckungswelle mit dem Coronavirus zu vermeiden. (Archivbild)
Auch das Einhalten von Abstandsregeln ist weiterhin wichtig.Bild: sda

Schlecht auf mögliche 2. Welle vorbereitet

Eine Umfrage des «Blick» bei allen 26 Kantonen zeigt, dass es in punkto Vorbereitungen hapert. Ein Beispiel: Vom Kanton Tessin – dem am stärksten vom Coronavirus betroffenen Kanton – heisst es, man werde sich in der kommenden Woche um das Thema kümmern. Im Graubünden muss die Planung von Massnahmen erst bis Ende August fertiggestellt sein.

Auch bezüglich lokaler Corona-Ausbrüche wird klar: Eine gute Vorbereitung sieht anders aus. Gemäss «Blick» meldet als Beispiel der Kanton Uri, dass es keine detaillierten Pläne für einen lokalen Ausbruch gebe. Im selben Artikel wird Nicola Low zitiert, Epidemiologin an der Uni Bern. Ihrer Ansicht nach ist Contact Tracing sinnvoll, die zweite Welle müsse aber proaktiv verhindert werden.

«Das bedeutet, dass wir mehr Tests, Rückverfolgung, Iso­lierung und Quarantäne durch­führen müssen. Es braucht zudem eine Maskenpflicht und Massnahmen an der Grenze.»
Epidemiologin Nicola Low

Fragt man im Kanton Glarus nach, wird zwar ein sogenannte Rebound-Konzept erwähnt, genauere Informationen werden jedoch nicht geliefert. Bei weiteren Kantonen wird bestätigt, dass die Situation laufend beobachtet werde. Contact Tracing ist oftmals das wichtigste Instrument, der Fokus bei den Kantonen liegt also darauf, Infektionsketten rückzuverfolgen und zu unterbrechen.

Bessere Daten gefordert

Im Zürcher Club Flamingo kam es zu einem sogenannten «Superspreading», 300 Personen wurden vorsorglich in Quarantäne geschickt. Das Unverständnis bei Regierungsrätin Jacqueline Fehr ist diesbezüglich gross, wie ein Update ihres Tweets zeigt.

(rst/sda)

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