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Bundesrat stellt zusätzliche Wolfsabschüsse zur Diskussion

Bundesrat Albert Roesti spricht zur Kleinen Kammer, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 3. Juni 2026 im Staenderat in Bern. Es ist Bundesrat Roestis erster Auftritt im Staend ...
Will die Schraube bei der Wolfsregulierung anziehen: Bundesrat Albert Rösti.Bild: keystone

Bundesrat stellt zusätzliche Wolfsabschüsse zur Diskussion

24.06.2026, 09:3924.06.2026, 10:17

Der Bundesrat will auf Antrag des Parlaments die Schraube bei der Wolfsregulierung weiter anziehen. Wölfe, die Schäden verursachen und für die eine Abschussbewilligung vorliegt, sollen ganzjährig und auch in Jagdbanngebieten abgeschossen werden dürfen.

Die Landesregierung hat am Mittwoch entsprechende Anpassungen im Jagdgesetz zur Diskussion gestellt. Interessierte Kreise können sich bis am 16. Oktober dazu äussern.

Nach geltendem Recht besteht für Wölfe, die Teil eines Rudels sind, zwischen Februar und Mai aufgrund der Fortpflanzung ein kompletter Schutz - ausser bei einer schweren und unmittelbar drohenden Gefahr für Menschen. In Jagdbanngebieten ist der Abschuss von Wölfen als geschützte Art verboten, selbst wenn die Tiere wiederholt Massnahmen zum Herdenschutz umgehen oder Menschen gefährden.

Alpwirtschaft schützen

Mit einer erneuten Revision des Jagdgesetzes sollen einzelne Wölfe, die einem Rudel angehören und trotz Schutzmassnahmen wiederholt Nutztiere angreifen oder Menschen gefährden, in Zukunft auch zwischen dem 1. Februar und dem 31. Mai abgeschossen werden dürfen. Zudem sollen solche Eingriffe neu auch in eidgenössischen Jagdbanngebieten möglich sein.

Die Umsetzung von zwei vom Parlament überwiesenen Motionen ist damit auf Kurs. Im vergangenen Dezember hatten sich die eidgenössischen Räte übereinstimmend auf zusätzliche Abschüsse von «Problemwölfen» geeinigt.

Motionärin Esther Friedli (SVP/SG) sagte im September in der kleinen Kammer, das Ökosystem Alpwirtschaft gerate aus den Fugen. Zahlreiche Tiere seien im Sommer deshalb vorzeitig von Alpen abgezogen worden.

Ein Wolf im Tierpark Goldau, fotografiert am Montag, 25. November 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)
Bislang sind Wölfe zwischen Februar und Mai geschützt.Bild: KEYSTONE

Dies, obwohl die Herdenschutzmassnahmen immer besser würden. Diese könne man nicht ständig verschärfen - sie seien teuer und nicht zum Wohle der Nutztiere. Man müsse daher an den Ursachen ansetzen: «Wir müssen die schadstiftenden Wölfe besser regulieren können», so Friedli im Ständerat.

Bundesrat wollte abwarten

Doch gab es im Parlament auch Kritik an den geplanten Verschärfungen. Christophe Clivaz (Grüne/VS) sagte im Nationalrat, die Regulierung des Wolfes sei schon durch das neue Jagdgesetz und die darauf basierende Verordnung gelockert worden. Schon zuvor hätten die Schäden durch stärkere Herdenschutzmassnahmen abgenommen. Weitere Lockerungen seien nicht angezeigt.

Auch Umweltminister Albert Rösti hatte für ein Nein zu den beiden Vorstössen geworben. Das Jagdrecht biete schon heute die Möglichkeit, bei Problemen mit Wölfen einzugreifen. Einzelwölfe könnten ganzjährig abgeschossen werden. Der Abschuss von Wölfen eines Rudels wegen Nutztierschäden und somit die ganzjährige Regulation würden dem eidgenössischen Jagdgesetz und dem Tierschutzgesetz widersprechen.

Am 1. Februar 2025 traten in der Schweiz neue Bestimmungen für die Regulierung der Wölfe in Kraft. Sie geben den Kantonen die Kompetenz, unter bestimmten Bedingungen den Wolfsbestand präventiv zu regulieren. Damit die Kantone in den Wolfsbestand eingreifen können, bevor Schaden entstanden ist, muss ein Risiko für Nutztiere bestehen, und Herdenschutzmassnahmen müssen umgesetzt sein.

Gemäss dem erläuternden Bericht des Bundesrats zu den geplanten Verschärfungen zeigen die bereits umgesetzten Massnahmen ihre Wirkung. Das schnelle Wachstum der Wolfspopulation in der Schweiz habe gebremst werden können. Die Zahl der Rudel steige jedoch weiterhin an und sei im März 2026 bei dreissig schweizerischen und zehn grenzüberschreitenden Rudeln gelegen. (sda)

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184 Kommentare
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Hiergibtsnichtszusehen
24.06.2026 09:54registriert August 2018
Gabs da nicht mal so ne Abstimmung über Wolfsabschüsse. Rösti der König des Volkswillen!
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Tatwort
24.06.2026 10:05registriert Mai 2015
Ich wäre für eine Rösti-Initiative: Wenn 100'000 Unterschriften zusammenkommen, kann man über die Absetzung eines Bundesrates abstimmen.
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BE Motorsports
24.06.2026 10:07registriert Oktober 2020
WOFÜR HATTEN WIR DIESE ABSTIMMUNG DAMALS?!
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