Schweiz
Bundesrat

Pressekonferenz Bundesrat zu Corona: Fällt heute die Maskenpflicht?

Fällt die Maske endgültig weg? Worüber der Bundesrat heute entscheidet

Heute entscheidet der Bundesrat über die letzten Öffnungsschritte. Wer für und gegen die Aufhebung ist – und warum die Maske im öffentlichen Verkehr trotzdem bestehen bleiben könnte.
30.03.2022, 05:5030.03.2022, 09:26

Per 17. Februar 2022 hob der Bundesrat die Corona-Schutzmassnahmen weitgehend auf – nur die Isolation sowie die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr waren nicht Teil des grossen Öffnungsschrittes.

Der Bundesrat stellte zudem in Aussicht, per 1. April in die normale Lage überzugehen. Sofern sich die epidemiologische Lage «wie erwartet» entwickle, können die Kantone das Zepter übernehmen. Die noch geltenden Massnahmen würden mit der Rückkehr zur normalen Lage wegfallen.

Das heisst aber noch nicht, dass die Maske im ÖV bald zur Vergangenheit gehört. Denn: Die Kantone sowie die Transportunternehmen können weiterhin Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus anordnen.

Um diese Massnahmen geht es noch

Die geltenden Massnahmen würden mit der Rückkehr zur normalen Lage aufgehoben werden. Konkret bedeutet das, dass Pendlerinnen und Pendler im ÖV keine Masken mehr tragen müssen und auch die Maskenpflicht in Gesundheitseinrichtungen fallen würde. Hinzu kommt, dass sich infizierte Personen nicht mehr in Isolation begeben müssen.

Reisende bei der Ankunft am Bahnhof SBB in Basel, am Montag, 6. Juli 2020. Das Schutzkonzept gegen das Coronavirus wurde angepasst: Alle Reisenden muessen in oeffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske t ...
Bild: keystone

Was sich in der «normalen Lage» ändern würde

Mit dem Ende der besonderen Lage überträgt der Bundesrat die Verantwortung an die Kantone. Diese dürfen nach Epidemiengesetz auf Kantonsebene selbst Massnahmen anordnen. Die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, wie die Maskenpflicht oder die Regelung zur Isolation, könnten demnach je nach Kanton unterschiedlich gehandhabt werden.

Einzig bleibt die Regelung zur Kostenübernahme von Medikamenten sowie für Coronatest. Diese liegt gemäss Epidemiengesetz weiterhin in der Kompetenz des Bundes.

Wie die Politik auf die Aufhebungen reagiert

Die vom Bundesrat geplante Aufhebung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr sei saisonal ein guter Zeitpunkt, sagte Lukas Engelberger, der Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). Falls sich die Lage verschlechtere und die Belastung der Spitäler in den kommenden Tagen stark zunehme, müsse der Bund jedoch eine Verlängerung der geltenden Massnahme prüfen. Von Spitälern und Heimen erwarte er, dass die Maskenpflicht bestehen bleibt, da sich dort viele besonders vulnerable Personen aufhielten und auch das Personal geschützt werden müsse.

Wenn es nach SP-Nationalrätin Barbara Gysi geht, sollen beide Massnahmen bestehen bleiben. Gegenüber SRF sagte sie vor rund einer Woche: «Gerade in Gesundheitseinrichtungen, aber auch im ÖV, sind sehr viele Menschen unterwegs. Omikron zirkuliert stark – es wäre zu begrüssen, wenn die Maskenpflicht an diesen Orten weitergeführt werden würde.»

Lars Heer, Leiter Food, verschiebt ein Hinweisschild zur Maskenpflicht in der Migros am Limmatplatz, am Mittwoch, 16. Februar 2022 in Zuerich. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Maskenpflicht im Supermarkt – das war einmal.Bild: keystone

Dieselbe Meinung teilt auch Natalie Rickli, Zürcher Gesundheitsdirektorin, und sprach sich für eine Verlängerung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bis Ende April aus. Auch Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung Schweizer Kantonsärzte, empfiehlt, mit dem letzten Öffnungsschritt noch zuzuwarten. Falle Ende März die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, sei mit einem vorübergehenden erneuten Anstieg der Fallzahlen zu rechnen.

Erich Ettlin, Mitte-Politiker geht laut SRF bereits davon aus, dass der Bund die Massnahmen per 1. April aufgeben werde, mit der Begründung: «Er hat es so vorgesehen. Es ist möglich und machbar. Auch, weil jetzt der Frühling kommt und man erwartet, dass die Fallzahlen nun zurückgehen.»

Wie die ÖV-Branche zur Aufhebung der Maskenpflicht steht

Sollte die Maskenpflicht wegfallen, können die Massnahmen von den Transportunternehmen trotzdem weitergeführt werden. Dies teilte Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, der «Sonntags-Zeitung» mit. Wie CH Media berichtet, fällt dieser Vorschlag nicht auf fruchtbaren Boden. «Unser Hauptanliegen ist es, dass schweizweit eine einheitliche Lösung gilt», sagt Ueli Stückelberger, der Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV).

Wann wird kommuniziert?

Die Bundesratssitzung findet jeweils am Morgen statt, anschliessend tritt der Bundesrat vor die Medien. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass dies frühestens um 14 Uhr der Fall sein dürfte. watson wird die Medienkonferenz live tickern.

(cst, mit Material der sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten
1 / 18
«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten
Seit einem Jahr dominiert die Corona-Pandemie das öffentliche und private Leben in der Schweiz. Ein Rückblick in 14 Zitaten.
quelle: keystone / peter klaunzer
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Was machen mit all den Masken?
Video: watson
Berset über die Proteste der Jungen in Europa: «Es fehlen Perspektiven»
Der Generalsekretär des Europarats befürchtet, dass die Demokratie mit der militärischen Aufrüstung nicht Schritt hält. Und er sagt, warum auch Spitzenämter mit Familie vereinbar sein müssen.
Erstmals seit seinem Rücktritt aus dem Bundesrat kehrt Alain Berset zurück unter die Bundesratskuppel. Es sei ein emotionaler Moment, sagt der 54‑jährige Sozialdemokrat. Nicht nur das Gebäude, auch die Mitarbeitenden kenne er noch. Der Generalsekretär des Europarats besucht seine frühere Wirkstätte anlässlich des Tags der Aussenpolitik – und nutzt die Gelegenheit, um die Schweiz auf die neue Weltlage einzuschwören.
Zur Story