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Coronavirus

Oberster Kantonsarzt warnt vor neuer Corona-Welle im Herbst

Oberster Kantonsarzt warnt vor neuer Corona-Welle im Herbst

Rudolf Hauri vermutet, dass die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen höher liegt als offiziell ausgewiesen. Aufgrund der hohen Virusaktivität spricht er sich für eine Aufrechterhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bis im Frühling aus.
20.03.2022, 07:0220.03.2022, 17:52

Mehr Neuinfektionen als offiziell ausgewiesen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus dürfte massiv höher liegen als offiziell ausgewiesen. Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung Schweizer Kantonsärzte, schätzt die Zahl der Personen, die sich neu mit dem Virus anstecken, auf täglich 150'000.

Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Praesident der Vereinigung der Kantonsaerztinnen und Kantonsaerzte VKS, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am Dienstag, 18.  ...
Rudolf Hauri geht von höheren Infektionszahlen aus.Bild: keystone

Offiziell weist das Bundesamt für Gesundheit pro Tag zwischen 25'000 und 35'000 Fälle aus. Die Dunkelziffer sei derzeit rund fünfmal höher, als die offiziell ausgewiesenen Zahlen vermuten lassen, sagte Hauri in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Aufhebung der Maskenpflicht sollte warten

Die Virusaktivität sei derzeit sehr hoch. Die Fallzahlen und die Zahl der Spitaleintritte dürften rasch wieder steigen. Die laufende Welle werde statistisch wohl die Januarwelle übertreffen. Zusätzlich dürfte die Aufhebung der Maskenpflicht den Trend beschleunigen.

«Bund und Kantone werden sich kommende Woche noch einmal im Detail mit den steigenden Zahlen beschäftigen», sagte Hauri weiter. Seiner Ansicht nach sollte der Bund mit einer Aufhebung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bis zum Frühling zuwarten.

Der Schutz der Immunisierung durch Impfung oder Genesung sei immer noch sehr gut. Doch auch dreifach geimpfte Personen könnten sich bei einer derart hoher Virusaktivität anstecken und im Spital landen. Die Spitäler kämen jedoch nicht mehr so schnell an den Anschlag.

Noch immer wenig bekannt über Long Covid

Bezüglich Long Covid gibt sich Hauri vorsichtig. Er spreche lieber von Langzeitfolgen von Covid-19, da die medizinische Definition seiner Meinung nach einfach noch nicht ausreiche. «Nicht jeder, der nach einer Infektion Beschwerden hat, leidet an Long Covid.»

Da man noch immer auf mehr wissenschaftliche Erkenntnisse warte, seien den Behörden nach wie vor etwas die Hände gebunden. Allerdings befassten sich medizinische Fachgesellschaften bereits mit dem Thema, so Hauri. Er selber werde Ende März an einem grossen Fachkongress zu diesem Thema in Olten teilnehmen.

Auf die Frage, ob die Bevölkerung das Virus noch immer ernst nehme, sagte der Zuger Kantonsarzt, das Virus sei nicht verschwunden. Es werde weiter saisonal auftreten. Wahrscheinlich sei, dass sich das Virus im kommenden Herbst nochmals stark aufbäumen werde. (saw/sda)

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