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Oberster Kantonsarzt warnt vor neuer Corona-Welle im Herbst

Rudolf Hauri vermutet, dass die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen höher liegt als offiziell ausgewiesen. Aufgrund der hohen Virusaktivität spricht er sich für eine Aufrechterhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bis im Frühling aus.
20.03.2022, 07:0220.03.2022, 17:52

Mehr Neuinfektionen als offiziell ausgewiesen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus dürfte massiv höher liegen als offiziell ausgewiesen. Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung Schweizer Kantonsärzte, schätzt die Zahl der Personen, die sich neu mit dem Virus anstecken, auf täglich 150'000.

Rudolf Hauri geht von höheren Infektionszahlen aus.
Rudolf Hauri geht von höheren Infektionszahlen aus.Bild: keystone

Offiziell weist das Bundesamt für Gesundheit pro Tag zwischen 25'000 und 35'000 Fälle aus. Die Dunkelziffer sei derzeit rund fünfmal höher, als die offiziell ausgewiesenen Zahlen vermuten lassen, sagte Hauri in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Aufhebung der Maskenpflicht sollte warten

Die Virusaktivität sei derzeit sehr hoch. Die Fallzahlen und die Zahl der Spitaleintritte dürften rasch wieder steigen. Die laufende Welle werde statistisch wohl die Januarwelle übertreffen. Zusätzlich dürfte die Aufhebung der Maskenpflicht den Trend beschleunigen.

«Bund und Kantone werden sich kommende Woche noch einmal im Detail mit den steigenden Zahlen beschäftigen», sagte Hauri weiter. Seiner Ansicht nach sollte der Bund mit einer Aufhebung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bis zum Frühling zuwarten.

Der Schutz der Immunisierung durch Impfung oder Genesung sei immer noch sehr gut. Doch auch dreifach geimpfte Personen könnten sich bei einer derart hoher Virusaktivität anstecken und im Spital landen. Die Spitäler kämen jedoch nicht mehr so schnell an den Anschlag.

Noch immer wenig bekannt über Long Covid

Bezüglich Long Covid gibt sich Hauri vorsichtig. Er spreche lieber von Langzeitfolgen von Covid-19, da die medizinische Definition seiner Meinung nach einfach noch nicht ausreiche. «Nicht jeder, der nach einer Infektion Beschwerden hat, leidet an Long Covid.»

Da man noch immer auf mehr wissenschaftliche Erkenntnisse warte, seien den Behörden nach wie vor etwas die Hände gebunden. Allerdings befassten sich medizinische Fachgesellschaften bereits mit dem Thema, so Hauri. Er selber werde Ende März an einem grossen Fachkongress zu diesem Thema in Olten teilnehmen.

Auf die Frage, ob die Bevölkerung das Virus noch immer ernst nehme, sagte der Zuger Kantonsarzt, das Virus sei nicht verschwunden. Es werde weiter saisonal auftreten. Wahrscheinlich sei, dass sich das Virus im kommenden Herbst nochmals stark aufbäumen werde. (saw/sda)

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50 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kekzus
20.03.2022 09:13registriert Januar 2017
Hatte letzte Woche Covid. Selbsttest war bei mir und meiner Frau positiv. Die Apotheke, der ich Anruf, meinte wir sollen uns einfach an die Regeln halten (5 Tage Isolation & 48h Symptomfrei) und gut ist, testen nicht nötig. Da wir noch 2 Kinder haben (Dauererkältet und noch nicht sehr gut im beschreiben von Symptomen) sind schon mal von unserer Seite 2-4 Personen nicht Teil der Statistik. Kann mir gut vorstellen das dies im Moment der Regelfall ist. Rund um uns waren noch nie soviele positiv
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Qui-Gon
20.03.2022 10:31registriert April 2015
Seiner Ansicht nach sollte der Bund mit einer Aufhebung der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bis zum Frühling zuwarten.

ähm, es IST Frühling...
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anonymer analphabet
20.03.2022 11:44registriert April 2016
Sobald viele Leute in einem geschlossenen Raum sind, die Maske aufsetzen. Einfach mal solidarisch sein, mit dem vulnerablen Teil unserer Gesellschaft. Ja da muss jeder einzelne und auch die Regierung ihre Verantwortung übernehmen. Sobald es eng wird einen kleinen Filter vor Nase und Mund setzen, kann doch wohl nicht so wahnsinnig schwierig sein.
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