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Personen, die an Covid-19 erkranken, müssen sich isolieren. Die meisten bemerken aber vielleicht nichtmal, dass sie krank sind. Bild: Shutterstock

BAG: Rund ein Drittel der Bevölkerung war mit Coronavirus infiziert

Das sind die wichtigsten Meldungen aus den Sonntagszeitungen.



Arme Menschen erkranken eher an Covid-19

Arme Menschen haben in der Schweiz ein grösseres Risiko, an Covid-19 zu erkranken und an der Krankheit zu sterben. Das zeigt eine Studie des Berner Epidemiologen Mattias Egger, dem ehemaligen Präsidenten der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes. «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten darüber.

Vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gelieferte Daten.zeigen, dass in ärmeren Schichten von 100'000 Personen rund 29 in die Intensivpflege aufgenommen werden mussten. In reicheren Gegenden waren es demgegenüber lediglich 13 von 100'000, also weniger als halb so viele. Ein Grund, dass Ärmere sich häufiger anstecken ist, dass sie seltener im Homeoffice arbeiten können und öfter an Vorerkrankungen leiden, wie es in der Studie heisst. Auch werde in unterprivilegierten Vierteln weniger intensiv getestet, sagt Egger zur Studie.

Lonza fehlt es an Personal

Personalmangel bei der Lonza in Visp VS ist ein Grund für die Lieferverzögerungen beim Impfstoff von Moderna. Der Bund wolle die Lonza bei der Suche nach dem nötigen qualifizierten Personal helfen, schreibt der «SonntagsBlick». Das Innendepartement (EDI) kläre ab, ob Spezialisten aus der Bundesverwaltung, bundesnahen Betrieben oder Hochschulen beigezogen werden könnten.

Die «SonntagsZeitung» berichtet, die Drittstaaten-Regelung erschwere die Personalsuche - die Zahl der Arbeitskräfte, die aus Nicht-EU-Staaten in die Schweiz kommen dürfen, ist begrenzt. Lonza habe 2020 im Kanton Wallis mehrere Gesuche für die Einstellung von Fachleuten aus Drittstaaten eingereicht; die Anstellung von 17 Personen sei bewilligt worden. Moderna-Chef Stéphane Bancel habe Verzögerungen bei der Anstellung von Personal beim Walliser Hersteller für den Verzug bei den Impfstoff-Lieferungen verantwortlich gemacht, berichten die Zeitungen.

Ein Drittel der Bevölkerung angeblich mit Coronavirus infiziert

Jede dritte Person in der Schweiz dürfte sich bisher mit dem Coronavirus angesteckt haben, die meisten aber unbemerkt, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) berichtet. Offiziell bestätigt sind nämlich nur rund 646'500 Fälle. Es sind jene Menschen, die tatsächlich positiv getestet worden sind.

Der Schweizer Epidemiologe Christian Althaus schreibt auf Twitter: «Ich halte diese Angabe für überschätzt. (...) Ich gehe davon aus, dass sich in den verschiedenen Kantonen bisher etwa 15% bis 30% der Bevölkerung infiziert haben. Gesamtschweizerisch wohl etwa 25%, also jede vierte Person.»

Nach Angaben der Zeitung prüft nun der Bund, ob es auch für Menschen, die die Krankheit gehabt haben ohne es zu wissen, ein Covid-19-Zertifikat und Erleichterungen beim Impfen geben könnte. Das Zertifikat für Geimpfte, negativ Getestete sowie Genesene soll den Zugang zu Veranstaltungen erleichtern. Wer Covid-19 gehabt hat, braucht nur eine statt zwei Impfdosen. Forschende verlangen gemäss Zeitungsbericht, dass eine Erkrankung nachträglich mit Antikörper-Nachweis belegt werden solle.

BAG will keine Untersuchung im Fall Moutier

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will laut der Zeitung «Le Matin Dimanche» nicht untersuchen, weshalb es nach den Feierlichkeiten in Moutier BE nach Ja zum Wechsel zum Kanton Jura keine Häufung von Corona-Fällen gegeben hat. Die Menschen drängten sich am frühen Abend des Abstimmungstages Ende März in den Strassen von Moutier.

Laut einem von der Zeitung zitierten BAG-Sprecher wäre es zu aufwendig, die epidemiologische Lage auf der Basis eines vergangenen Ereignisses zu analysieren. Das BAG habe die dafür nötigen Ressourcen nicht. Auch sei nicht sicher, ob daraus nützliche Schlüsse gezogen werden könnten. Der jurassische Gesundheitsdirektor Jacques Gerber äusserte gegenüber der Zeitung Verständnis dafür, dass das BAG andere Prioritäten habe.

Berichte zum Rahmenabkommen:

Cassis droht Ungemach

Dem für das EU Dossier zuständigen Aussenminister Ignazio Cassis droht Ungemach, wie die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf mehrere und von einander unabhängige Quellen berichtet. Höchste Kreise aus Wirtschaft und Verwaltung wollen demnach erreichen, dass der Aussenminister den Vorsitz im dreiköpfigen Europaausschuss abgeben muss, dem neben ihm Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin angehören.

Ignazio Cassis, Swiss Minister of Foreign Affairs, left, and Vladimir Makei, Belarusian Minister of Foreign Affairs, discuss on the balcony of the government building prior to a meeting in Bern, Switzerland, Tuesday, April 20, 2021. (Peter Klaunzer/Keystone via AP)

Cassis in Bern bei einem Staatsbesuch des weissrussischen Aussenministers. Bild: keystone

Sollten die Verhandlungen mit Brüssel endgültig abgebrochen werden, soll demnach Keller-Sutter den Vorsitz übernehmen. Cassis würde aber Aussenminister bleiben und auch für aussenpolitische Fragen betreffend EU zuständig bleiben. Über den Vorsitz im Europa-Ausschuss entscheide der Bundesrat.

Bundesrat schmiedet Plan B

Gemäss dem «SonntagsBlick» lässt der Bundesrat in den Departementen einem Plan B entwickeln für den Fall, dass das Rahmenabkommen nicht zustande kommt. Manche hätten bereits begonnen, auf Dossier-Ebene Alternativlösungen zu erarbeiten. Damit soll laut der Zeitung der Standort für den Fall gewappnet sein, dass die Schweiz den privilegierten Zugang zum europäischen Markt verliert.

Der Bundesrat denke immer in Alternativen, sagte Bundespräsident Guy Parmelin in einem Interview mit dem «SonntagsBlick», angesprochen auf solche Pläne. Die Diskussion sei aber verfrüht. Gemäss der Zeitung bereitet man sich zum Beispiel in Wirtschaftskreisen auf einen länger anhaltenden vertragslosen Zustand vor. In unumstrittenen Bereichen, in denen sich das EU-Recht weiterentwickelt, wolle man die europäische Gesetzgebung autonom nachvollziehen.

Sonstige Themen:

Steuerwettbewerb führt zu Konzentration der Reichen

Der Steuerwettbewerb unter den Kantonen hat über die Jahrzehnte zu einer Konzentration der Reichen geführt. Das ist der Schluss einer Analyse des «SonntagsBlick». Er hat die Situation in zwei Kantonen untersucht. 1969 waren demnach zehn von 1000 Zuger Steuerpflichtigen Vermögensmillionäre.

2017 lag diese Zahl in Zug bei 132. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich im Kanton Schwyz. Dort kamen 1969 auf 1000 Steuerpflichtige vier Vermögensmillionäre, 2017 waren es dann deren 125. Landesweit erhöhte sich die Zahl der Millionäre pro 1000 Steuerpflichtige von 1969 bis 2017 von 11 auf 62. Abgelegene und strukturschwache Regionen hätten dank dem Steuerwettbewerb die Möglichkeit, sich gegen attraktive Ballungszentren zu behaupten, liess sich der Luzerner Ökonom Christoph A. Schaltegger im Artikel zitieren.

Zwei Dutzend Hassverbrechen in Zürich

Zwei Dutzend so genannte Hate Crimes sind in der Stadt Zürich seit Anfang Jahr verübt worden. Das berichtet die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die Stadtpolizei. Hate Crimes oder Hassverbrechen sind körperliche und verbale Attacken gegen Homosexuelle, religiöse Minderheiten oder politisch unliebsame Gegner.

Die Stadtpolizei Zürich erfasst laut dem Zeitungsbericht Hate Crimes seit Anfang Jahr statistisch. Die Schwulenorganisation Pink Cross und die Lesbenorganisation LOS fordern, Hate Crimes landesweit statistisch zu erfassen. Ihnen geht es dabei um die Sensibilisierung für das Phänomen. Während im eidgenössischen Parlament eine entsprechende Motion abgelehnt wurde, hiessen mehrere Kantonsparlamente die Einführung solcher Statistiken gut.

EDA will keine Sponsoring-Partnerschaft mit Glencore

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) verzichtete auf eine Sponsoring-Partnerschaft mit dem Rohstoffkonzern Glencore, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Nach Angaben einer Sprecherin gegenüber der Zeitung hat die Schweizer Botschaft in Kolumbien eine Sponsoring-Partnerschaft mit Glencore nicht mehr erneuert.

Grund sind seit 2021 geltende strengere Richtlinien des EDA. Glencore ist laut dem Zeitungsbericht kein Einzelfall. Laut der Zeitung hat das EDA auch Vorbehalte gegen den Schokoladeproduzent Läderach; als Grund werden laut dem im Artikel zitierten Chef von «Präsenz Schweiz» Negativschlagzeilen zum CEO des Unternehmens angeführt, einem bekennenden Abtreibungsgegner.

Hälfte der Jugendlichen wurde bereits online belästigt

Rund einer von zwei 12- bis 19-Jährigen in der Schweiz sind im Internet schon einmal von einem sogenannten Groomer belästigt worden. Das berichtete die «SonntagsZeitung» gestützt auf eine Untersuchung der Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW). Die meisten dieser Taten blieben jedoch unentdeckt, schreibt die Zeitung. Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasse lediglich 130 Straftaten dieser Art.

Die Täter - vor allem Männer zwischen 20 und 60 Jahren - kamen mit einer Busse davon. Beim Grooming suchen Erwachsene via Internet Kontakt zu Minderjährigen. Regula Bernhard Hug, Geschäftsführerin von Kinderschutz Schweiz, hofft, dass bei der anstehenden Revision des Sexualstrafrechts griffigere Bestimmungen eingebaut werden, um diese Form der Pädokriminalität zu bekämpfen. (dfr/sda)

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