Schweiz
Coronavirus

Corona: Zusatzkosten bei Corona-Tests in Notfallpraxen

Wenn «kostenlose» Corona-Tests plötzlich 140 Franken kosten

11.01.2021, 13:4611.01.2021, 13:47

Ein Corona-Test sollte bei symptomatischen Menschen eigentlich gratis sein. Es gibt aber Leute, die im Anschluss eine happige Rechnung in Höhe von 140 CHF erhalten haben. Dies, nachdem sie sich in einer Notfallpraxis haben testen lassen, berichtet das Konsumentenmagazin «Espresso» von SRF 1.

A health worker collects a nose swab sample for a polymerase chain reaction (PCR) test at the Mycorama coronavirus testing facility during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Cernier, Swit ...
Normalerweise sind Corona-Tests bei Menschen mit Symptomen gratis – mit Ausnahmen.Bild: keystone

«Espresso» stellt den Fall von Yannick Engeli vor, welcher sich in der Permanence Zürich Oerlikon testen liess, nachdem er Symptome gezeigt hatte. Seine Krankenkasse informierte ihn, dass der Test für ihn kostenlos sei. Trotzdem sei kurze Zeit später eine Rechnung in Höhe von 136 CHF ins Haus geflattert – ausgestellt von der Permanence für Konsultation, Behandlung und Beratung.

Insgesamt dauerte der Corona-Abstrich etwa 2-3 Minuten, weshalb es für Engeli unverständlich sei, wie es zu diesem Betrag kommen konnte. Zudem sei er vor Ort nicht darauf hingewiesen worden, dass ein Teil der Behandlung kostenpflichtig sei, sagt er. Auch andere Patientinnen und Patienten wurden von hohen Rechnungen überrascht – für zusätzliche Leistungen, die neben dem Test noch gemacht worden sind.

Grundsätzlich ist es so, dass alles, was über den Gratistest hinausgehet, als gewöhnliche Arzt-Konsultation gilt und entsprechend verrechnet wird. Engeli findet aber, dass explizit auf solche zusätzliche Kosten bei Beratungen hingewiesen werden sollten, da Leute sonst noch grössere Hemmungen haben könnten, sich testen zu lassen.

Espresso kontaktierte die Permanance in Zürich Oerlikon und erkundigte sich, wie es zu diesen zusätzlichen Rechnungen kommen konnte. Der Chef der Permanence erläutert, dass mit zusätzlichen Untersuchen abgeklärt werden wolle, ob vielleicht nicht Corona, sondern andere ernsthaftere Erkrankungen vorliegen könnten. Dies sei unter Umständen durchaus sinnvoll, bestätigt Arzt- und Patientenschützer Daniel Tapernoux. Fair sei es allerdings nicht, wenn man den Patienten im Nachhinein mit solchen Rechnungen überrumpelt. Auch die Tobias Bär, Mediensprecher der Gesundheitsdirektoren-Konferenz, ist der Meinung, dass nicht einfach ohne Anlass nach weiteren medizinischen Problemen gesucht werden sollte – vor allem wenn der Patient nicht über die zusätzlichen Kosten informiert werde.

Inzwischen müsse nun jede Person auf einem Formular angeben, ob und welche Symptome sie habe und ob sie eine kostenpflichtige Konsultation wünsche oder nur einen Corona-Test, so der Chef der Permanence in Zürich Oerlikon. Auch andere Permanencen, wie beispielsweise diese in Luzern, machen dies nun so, nachdem sie Kritik erhalten hatten. Der Chef der Permanence in Zürich Oerlikon entschuldigt sich für diese Vorkommnisse und sucht mit den Patienten, die ungenügend über Zusatzkosten aufgeklärt worden seien, individuell nach Lösungen. (saw)

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