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25 Monate Pandemie in der Schweiz – die Timeline

30.03.2022, 14:3030.03.2022, 14:44
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«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten
quelle: keystone / peter klaunzer
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Mehr als zwei Jahre hat die Covid-19-Pandemie das öffentliche und private Leben in der Schweiz beherrscht. Immer wieder hat die Pandemie seit dem 25. Februar 2020 Kantone und Bundesrat zu drastischen Massnahmen gezwungen, zwischendurch aber auch vorübergehende Lockerungen erlaubt. Ein Rückblick:

2020

25. Februar: Erster bestätigter Fall von Covid-19 in der Schweiz

28. Februar: Der Bundesrat verbietet bis zum 15. März alle Veranstaltungen mit mehr als tausend Personen in der Schweiz.

5. März: Erster Coronavirus-bedingter Todesfall in der Schweiz

14. März: In mehreren Städten kommt es zu Hamsterkäufen. Das Tessin schliesst als erster Kanton alle Restaurants, Bars und Geschäfte mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken.

15. März: Die Frühjahrssession des Parlaments wird abgebrochen.

16. März: Der Bundesrat beschliesst die Anwendung der Notstandsgesetze und versetzt das Land in den Ausnahmezustand. Schulen und Ausbildungsstätten werden bis vorerst 4. April geschlossen. Veranstaltungen mit mehr als hundert Personen sind verboten. In Bars, Restaurants und Diskotheken dürfen sich maximal fünfzig Personen aufhalten.

17. März: Bis auf Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien werden alle Geschäfte geschlossen. Der Bund rät Laien davon ab, Gesichtsmasken zu tragen. Mehrere Kantone stellen Unterstützungsgesuche für einen Armeeeinsatz. Bis zu 8000 Armeeangehörige können für den Assistenzdienst beigezogen werden, die grösste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg.

19. März: Der öffentliche Nahverkehr wird schrittweise ausgedünnt. Detailhändler beschränken die Anzahl Kunden in den Geschäften.

20. März: Versammlungen von mehr als fünf Personen sind verboten. Der Bundesrat schnürt ein gut vierzig Milliarden Franken schweres Hilfspaket für die an den Folgen der Pandemie leidende Wirtschaft. Desinfektionsmittel und Schutzmaterial sind Mangelware. Nicht notfallmässige Operationen in Spitälern werden verboten.

16. April: Der Bundesrat kündigt die schrittweise Aufhebung der Lockdown-Massnahmen in drei Etappen an.

11. Mai: Neben den obligatorischen Schulen dürfen auch Läden, Cafés, Restaurants, Fitnesscenter, Bibliotheken und Museen wieder öffnen, falls sie Schutzvorkehrungen getroffen haben. Der öffentliche Verkehr fährt wieder weitgehend nach Normalfahrplan.

30. Mai: Kundgebungen mit bis zu dreissig Personen sind wieder erlaubt.

6. Juni: Kinos, Theater, Zoos, Skilifte, Campingplätze, Schwimmbäder und nachobligatorische Schulen können den Betrieb wiederaufnehmen. Die 30-Personen-Grenze für Veranstaltungen wird durch eine 300-Personen-Obergrenze ersetzt.

17. Juni: Mit der Aufgabe der «ausserordentlichen Lage» gemäss Epidemiengesetz gibt der Bundesrat ein Stück Macht an die Kantone ab. Die nun geltende «besondere Lage» ermöglicht ihnen mehr Mitsprache.

22. Juni: Der Bundesrat kündigt weitere Lockerungen an. Versammlungen von bis zu tausend Personen sind unter Einhaltung von Schutzkonzepten erlaubt. Weitere Einschränkungen werden für Gaststätten und Diskotheken aufgehoben.

1. Juli: Der Bundesrat ordnet eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr für Personen ab zwölf Jahren an. Die Pflicht gilt ab 6. Juli in Zügen, Trams und Bussen, Bergbahnen, Seilbahnen und auf Schiffen.

1. Oktober: Grossanlässe mit über tausend Personen sind wieder erlaubt. Es gelten jedoch strenge Auflagen.

7./8. Oktober: Die Ansteckungszahlen der zweiten Welle steigen schweizweit auf über tausend pro Tag.

19. Oktober: Die Maskentragpflicht wird ausgeweitet auf alle geschlossenen öffentlichen Innenräume, einschliesslich Bahnsteige, Bushaltestellen und Flughäfen.

23. Oktober: Zahlreiche Kantone fahren angesichts weiter steigender Fallzahlen die Freizeitaktivitäten und das Privatleben massiv herunter und dehnen die Maskenpflicht aus.

28. Oktober: Einzelne Kantone rufen erneut die Armee um Unterstützung an. Der Bundesrat beschliesst weitere Massnahmen, um einen zweiten Lockdown zu verhindern, unter anderem die Zulassung von Schnelltests, eine Maskenpflicht im Freien, das Verbot von privaten Treffen mit mehr als zehn Personen und die Schliessung von Discos.

4./5./6. November: Die Zahl der Neuinfektionen steigen schweizweit auf über 10'000 pro Tag. Neuenburg, Waadt, Freiburg und Wallis schliessen Bars und Restaurants. Der Bundesrat bewilligt einen zweiten Armeeeinsatz bis Ende März 2021.

12. Dezember: Auf Anordnung des Bundesrates werden schweizweit Restaurants, Bars, Geschäfte, Märkte, Museen, Bibliotheken, Freizeit- und Sportzentren zwischen 19 Uhr abends und 6 Uhr morgens geschlossen.

22. Dezember: Schweizer Skigebiete dürfen mit kantonaler Genehmigung öffnen. Die Nachbarländer, mit Ausnahme von Österreich, schliessen ihre Skigebiete. Sport-, Kultur- und Freizeitzentren und Zoos müssen schliessen.

23. Dezember: Impfstart in der Schweiz: Als erste Person wird eine 90-jährige Frau im Kanton Luzern geimpft. Auch in vier weiteren Kantonen erhalten Senioren die ersten Impfungen.

2021

18./19. Januar: Die neuen strengeren Corona-Schutzmassnahmen treten in Kraft. Unter anderen müssen Läden, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen, schliessen.

1. März: Läden, Museen und Lesesäle von Bibliotheken dürfen wieder öffnen, ebenso die Aussenbereiche Sport-und Freizeitanlagen, Zoos und botanischen Gärten. Im Freien sind Treffen im Familien- und Freundeskreis sowie sportliche und kulturelle Aktivitäten mit bis zu 15 Personen wieder erlaubt.

22. März: Die Einschränkung für Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenräumen wird von fünf auf maximal zehn Personen gelockert.

19. April: Veranstaltungen mit Publikum sind unter Auflagen wieder möglich, etwa in Sportstadien, Kinos oder Theater- und Konzertlokalen. Auch sportliche und kulturelle Aktivitäten in Innenräumen sind wieder erlaubt, ebenso gewisse Wettkämpfe. Restaurants können ihre Terrassen wieder öffnen.

31. Mai: Restaurants können ihre Innenbereiche mit Schutzkonzepten wieder öffnen; die Maskenpflicht am Tisch wird aufgehoben, und auf den Terrassen sind sechs statt vier Personen pro Tisch erlaubt. Auch bei Sport- und Kulturveranstaltungen gibt es Lockerungen. Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen dürfen wieder öffnen.

26. Juni: Die Massnahmen gegen das Coronavirus werden stark reduziert und vereinfacht. Unter anderem die Homeoffice-Pflicht und die Maskenpflicht im Freien werden aufgehoben. Ausserdem können in Restaurants wieder beliebig viele Personen zusammensitzen und Grossveranstaltungen mit Zertifikat ohne Beschränkungen von Kapazität und Anzahl Personen stattfinden.

13. September: Die Fallzahlen steigen wieder. Im Innern von Restaurants, in Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie an Veranstaltungen in Innenräumen gilt eine Zertifikatspflicht. Eine Impfung, die Genesung oder ein negativer Test müssen nachgewiesen werden. Der Bundesrat reagiert damit auf die anhaltend angespannte Lage in den Spitälern.

20. September: Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen bei der Einreise einen negativen Test vorweisen. Nach vier bis sieben Tagen müssen sie sich nochmals testen lassen.

28. November: Die Schweiz hat den ersten Omikron-Fall. Es handelt sich um eine Person, die aus Südafrika zurückgekehrt ist.

6. Dezember: In der ganzen Schweiz gelten wieder schärfere Corona-Massnahmen. Die Masken- und die Zertifikatspflicht wird ausgeweitet. Zudem können Betriebe und Veranstalter eine 2G-Regel einführen – nur wer geimpft oder genesen ist, wird eingelassen. Es gilt zudem eine «dringliche» Homeoffice-Empfehlung.

7. Dezember: Der Bundesrat bewilligt den dritten Armeeeinsatz in der Pandemie. Bis zu 2500 Armeeangehörige können bis Ende März 2022 für den Assistenzdienst in den Kantonen aufgeboten werden.

20. Dezember: Der Bundesrat weitet die 2G-Regel aus. Sie gilt für alle Veranstaltungen im Innern sowie die Innenräume von Restaurants, von Kultur-, Sport- und Freizeitbetrieben. Wo die Maske nicht getragen oder nicht am Tisch gegessen und getrunken werden kann, etwa an Blasmusikproben oder in Clubs, braucht es zusätzlich einen negativen Test. Personen, deren Impfung, Auffrischimpfung oder Genesung nicht länger als vier Monate zurückliegt, sind von dieser 2G-plus-Testpflicht ausgenommen.

2022

13. Januar: Personen ohne Symptome können sich bereits nach fünf Tagen von einer Corona-Isolation oder -Quarantäne befreien. Der Bundesrat will damit den reibungslosen Betrieb der Wirtschaft sicherstellen. Von der Kontaktquarantäne ausgenommen sind Personen, die ihre letzte Impfdosis vor weniger als vier Monaten erhalten haben oder vor weniger als vier Monaten genesen sind. Um die Isolation beenden zu können, muss eine Person weiterhin 48 Stunden ohne Symptome sein.

27. Januar: Die Neuansteckungen erreichen mit knapp 45'000 gemeldeten Coronavirus-Fällen den bisher höchsten Stand.

3. Februar: Der Bundesrat hebt die Homeoffice-Pflicht und die Kontaktquarantäne auf. Neu gilt eine Homeoffice-Empfehlung. Ausserdem stellt die Regierung umfassende Lockerungen der anderen Massnahmen in Aussicht.

7. Februar: Die Zentrale Ethikkommission fordert schweizweit einheitliche Kriterien bei der Verschiebung von planbaren Eingriffen in Spitälern während Krisenzeiten, wie zum Beispiel der Pandemie.

8. Februar: 2021 gab es 1700 IV-Anmeldungen wegen den Langzeitfolgen von Covid-19. Ein entsprechendes Register wird gemäss BAG wieder in Erwägung gezogen.

9. Februar: In der Vernehmlassung äussern sich die meisten Kantone für eine Aufhebung der Corona-Massnahmen in einem Schritt. Bei der Maskenpflicht sind die Meinungen gespalten.

14. Februar: Bei Swissmedic ist ein Zulassungsgesuch für den Corona-Impfstoffkandidaten Nuvaxovid von Novavax eingereicht worden. Es handelt sich um den ersten Proteinimpfstoff, für den in der Schweiz eine Zulassung beantragt wird.

16. Februar: Der Bundesrat hebt die Corona-Schutzmassnahmen weitgehend auf. Ab dem 17. Februar gibt es keine Zertifikats- und keine Maskenpflicht mehr in Läden, Restaurants und Kulturbetrieben. Es bleiben die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und die Pflicht für positiv Getestete, sich fünf Tage zu isolieren.

19. Februar: Die vorläufig letzten Armeeangehörigen im Assistenzdienst wegen der Pandemie beenden ihren Einsatz. Seit Dezember waren bis zu 570 Armeeangehörige gleichzeitig im Einsatz. Sie leisteten rund 21'000 Diensttage.

11. März: Bis zu 15 Millionen mRNA-Impfdosen gegen Covid-19 von Pfizer/Biontech und Moderna werden für 2023 beschafft. Der Bundesrat hat sich zudem eine Option für weitere 14 Millionen Dosen gesichert.

12. März: Als drittes Mitglied der Landesregierung wird Bundesrat Guy Parmelin positiv auf Covid-19 getestet. Vor ihm hatten bereits Bundesrat Alain Berset und Bundespräsident Ignazio Cassis ein positives Testresultat erhalten und sich in Isolation begeben müssen.

18. März: Der Bundesrat will die Neuverschuldung infolge der Pandemie bis ins Jahr 2035 vollständig abbauen, ohne Sparprogramme und Steuererhöhungen. Zu entscheiden hat nun das Parlament. Ende 2021 belief sich die Neuverschuldung auf 20,3 Milliarden Franken. Laut Schätzungen des Finanzdepartements dürfte sie bis Ende 2022 auf 25 bis 30 Milliarden Franken steigen.

21. März: Das Covid-Zertifikat für Genesene gilt nur noch 180 Tage statt wie bisher 270 Tage. Das entscheidet der Bundesrat «im Einklang» mit den Entwicklungen auf europäischer Ebene.

30. März: Der Bundesrat hebt die letzten Massnahmen gegen die Corona-Pandemie auf. Ab 1. April fallen die Isolationspflicht für Infizierte sowie die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen. Die Covid-App wird vorübergehend deaktiviert. Bis im Frühling 2023 sei eine Übergangsphase mit erhöhter Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit angezeigt. Strukturen müssten soweit erhalten bleiben, dass Bund und Kantone schnell auf neue Entwicklungen reagieren können. Ein Grundlagenpapier des Bundesrats geht bis zum 22. April in die Konsultation. Mit der Rückkehr zur normalen Lage liegt die Hauptverantwortung zum Schutz der Bevölkerung wieder bei den Kantonen.

(aeg/sda)

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9 Kommentare
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R10
30.03.2022 15:31registriert Juli 2016
Ich gebe zu, die letzten 2 Jahre haben mich sowohl in meiner Meinung über die Gesellschaft als auch über das Schweizer Staatswesen ehrlich gesagt etwas desillusioniert. Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns organisatorisch, administrativ, gesellschaftlich aber auch mit unserem Wissenschaftsverständnis derart schwer tun werden. Gleichzeitig hat mich diese Krise noch stärker politisiert. Alles in allem hätte ich auf diese gelebte Historie der letzten 2 Jahre gut verzichten können. Ich hoffe sehr, dass wir Corona endlich hinter uns lassen dürfen, auch wenn ich noch nicht ganz daran glaube…
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