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epa07664861 A photo released by the official North Korean Central News Agency (KCNA) shows North Korean Supreme Leader Kim Jong-Un (L) together with his wife Ri Sol-Ju (R) sees off President Xi Jinping and his wife Peng Liyuan at Pyongyang International Airport, in Pyongyang, North Korea, 21 June 2019 (issued 22 June 2019). President Xi finished a state visit to North Korea.  EPA/KCNA   EDITORIAL USE ONLY

Nordkorea wird von Kim Jong Un (hier mit Ehefrau Ri Sol-Ju) mit eiserner Hand geführt. Bild: EPA/KCNA

CVP-Nationalrat twittert begeistert über Nordkorea – und verärgert Parteikollegen



Die Sommerferien haben begonnen. Viele nationale Politiker gönnen sich das letzte Mal etwas Ruhe vor den Wahlen im Herbst. Nicht so Claude Béglé, CVP-Nationalrat des Kantons Waadt. Béglé befindet sich gerade auf Durchreise in Nordkorea – und teilt seine Erlebnisse munter in den sozialen Medien.

So schreibt Béglé nach dem Besuch einer nordkoreanischen Textilfabrik auf Twitter: «Die Löhne sind niedrig (CHF 50 pro Monat), aber alles wird vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellt: Reis und die wichtigsten Lebensmittel, Unterkunft, Gesundheit, Bildung. Und es funktioniert viel besser, als wir es uns hätten vorstellen können.»

Auch einer musikalische Darbietung von Kindern durfte Béglé beiwohnen und ist danach voll des Lobes: «Das sind die guten Seiten des Sozialismus, bemüht um den Zugang zu Wissen und Kultur

Béglés begeisterte Twittertiraden über das totalitäre Regime stossen bei seinen Parteikollegen auf wenig Begeisterung.

Die CVP-Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach hat wenig übrig für Béglés Reiseberichte. Er befinde sich in einem sozialistischen Land mit einem Diktator, der unangemessene Dinge tue. «Die Tatsache, dass er sich von so vielen Dingen beeindrucken lässt, überrascht mich sehr», so Bulliard-Marbach gegenüber RTS.

Charles Juillard, Vizepräsident der CVP, kritisiert Béglé: «Das ist nicht das Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das die CVP verteidigt», so Juillard. «Wir stehen ein für individuelle Freiheit und Demokratie.»

Auch über Twitter melden sich User, die Kritik an Béglés positiven Reiseberichten ausüben. «Hatten Sie auch die Gelegenheit, die prächtigen Schiessplätze für Hinrichtungen oder die malerischen Atomversuchsanlagen zu besuchen?», schrieb ein User sarkastisch unter Béglés Bilder.

Rückendeckung erhält Béglé von Parteikollege Gérald Cretegny. Natürlich laufe vieles schief, doch es lohne sich, gemeinsam mit Nordkorea Lösungen zu finden, so Cretegny.

Béglé selbst hat sich zu den Twitterposts noch nicht direkt geäussert. Gemäss einem Facebookpost weilt er rund zehn Tage in Nordkorea. (ohe)

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