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Bild: DPA

Wo und wann in der Schweiz am häufigsten eingebrochen wird

Die Schweiz ist ein reiches Land – und das lockt haufenweise Einbrecher an. Seit Jahren bewegen sich die Einbrüche hierzulande deshalb auf vergleichsweise hohem Niveau. Doch die Vorfälle gehen zurück.
20.11.2021, 10:31
Lea Senn
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Wie sich die Anzahl Einbrüche entwickelt

In den letzten Jahren waren die Einbrüche stets rückläufig, im Jahr 2020 verzeichnete die Polizei noch 24'010 Straftaten im Zusammenhang mit Einbruchdiebstahl. Statistisch gesehen wird also rund 60 Mal am Tag – oder alle 20 Minuten – irgendwo in der Schweiz eingebrochen.

In welchen Monaten eingebrochen wird

Jetzt, wo es früher dunkel wird, startet die Einbruch-Hochsaison. Für das Jahr 2015 publizierte das Bundesamt für Statistik Einbruchdiebstähle nach Monat und nach Örtlichkeit. Das Fazit: Im Winter wird mehr in privaten Gebäuden eingebrochen, im Sommer häufiger in öffentlichen.

Entgegen der vorherrschenden Meinung finden die meisten Einbrüche übrigens nicht in der Nacht statt, sondern tagsüber. Besonders in der kommenden Winterzeit nutzen die Täter die früh einsetzende Dämmerung, um unbemerkt davonzukommen. Die meisten Einbrüche finden daher zwischen 16 und 20 Uhr abends statt.

Zu dieser Tageszeit ist mehr los als in der Nacht, wo auffällige Personen und Geräusche eher von Bewohnern und Nachbarn registriert werden. Ausserdem sind Eingangstüren zu Überbauungen zu dieser Zeit meist offen, während sie in der Nacht verschlossen sind.

Dieser Algorithmus kann in Zürich Einbrüche vorhersagen

Video: srf/Roberto Krone

In welchen Regionen eingebrochen wird

Die folgende Karte zeigt die Anzahl Einbruch- und Einschleichdiebstähle pro 1000 Einwohner nach Bezirk. Bei einem Einschleichdiebstahl dringt ein Täter beispielsweise durch eine unverschlossene Tür unbemerkt in ein Haus ein.

Tippe eine Region an, um Details zu erfahren:

Die Karte zeigt: Städtische Gebiete sind häufiger von Einbrüchen betroffen. Schliesslich können Täter dort schneller untertauchen und allfälliger Lärm, der beim Einbruch entsteht, fällt weniger auf.

Von allen Städten mit mindestens 30'000 Einwohnern ist die Einbruch-Quote in Biel am höchsten. Im Jahr 2020 wurden dort 9 Einbrüche pro 1000 Einwohner registriert.

Städte mit den meisten Einbrüchen

  1. Biel: 9 Einbrüche pro 1000 Einwohner
  2. Neuenburg und Genf: 8,2
  3. Luzern: 7,7
  4. Zürich: 7,1
  5. Chur: 6,9
  6. Vernier: 6,5
  7. La Chaux-de-Fonds: 6,2
  8. Basel: 6,1
  9. Bern und Lausanne: 5,6
  10. Emmen: 5,4

Wer die Einbrecher sind

Die allermeisten Einbrüche bleiben unaufgeklärt, die Aufklärungsquote liegt um 16 Prozent. Im Jahr 2020 wurden insgesamt knapp 3000 Personen eines Einbruches beschuldigt. Bei 8 Prozent der Beschuldigten handelte es sich um Frauen, der Rest waren Männer.

Überführt wurden grösstenteils junge Leute, viele davon noch minderjährig. Hier gilt es allerdings nochmals zu erwähnen, dass das nur die Altersklassen der Täter abbildet, die aufgeklärte Einbrüche begangen haben – gut möglich, dass das Bild für die gesamte Täterschaft deutlich anders aussieht.

Bei allen aufgeklärten Verbrechen im Jahr 2020 wurden zu rund zwei Dritteln in der Schweiz wohnhafte Personen beschuldigt, der grösste Teil davon waren Schweizer Staatsangehörige.

Wie die Einbrecher ins Gebäude kommen

Im Jahr 2013 umfasste die polizeiliche Kriminalstatistik auch eine Auswertung zur Art und Weise, wie die Einbrecher bei der Tat vorgegangen sind. Das Resultat: Rund bei der Hälfte aller Vorfälle verschafften sich die Täter Zugang durch eine Tür.

Sie brechen die Türen dabei auf respektive schlagen oder drücken diese ein. Die Kategorie Tür umfasst auch aufgebohrte Schlosszylinder. Nebst Haustüren zählen auch Balkontüren.

Welchen Einfluss die Pandemie hat

Die Auswirkungen von Corona zeigen sich auch in der Kriminalitätsstatistik. So wurden während der ausserordentlichen Lage von März bis Juni 2020 rund 20 Prozent weniger Straftaten registriert als üblich.

Besonders stark zeigte sich der Rückgang auch bei den Einbrüchen: Im privaten Bereich registrierte die Polizei 62 Prozent weniger Einbrüche. Laut der Konferenz der Kantonalen Polizeidirektoren war das vor allem auf die Homeoffice-Pflicht zurückzuführen – doch auch ausserhalb der Arbeitszeiten waren die Menschen öfters zu Hause. Einen positiven Einfluss hatten auch die geschlossenen Grenzen.

Durch die Homeoffice-Pflicht kam es in dieser Zeit dafür teilweise vermehrt zu Einbrüchen in Bürogebäuden.

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Fünf Pannen und Fehlentscheide in Justiz und Vollzug der letzten fünf Jahre

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quelle: keystone / steffen schmidt
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