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Post schliesst Plattform für E-Patientendossier per Ende Jahr

Post schliesst Plattform für E-Patientendossier per Ende Jahr

25.06.2026, 13:2625.06.2026, 16:43

Die Post schliesst ihre Plattform für das elektronische Patientendossier. Die aktuelle Plattform können die Kundinnen und Kunden noch bis Ende 2026 nutzen. 70’000 private Nutzer sind betroffen. 37 Stellen werden abgebaut.

Das teilte die Post am Donnerstag mit. Das Westschweizer Newsportal letemps.ch hatte zuerst darüber berichtet.

Zur Begründung des Entscheids schrieb das Unternehmen, dass seit der angekündigten Neuausrichtung der digitalen Gesundheitsakte die Nachfrage nach dem heutigen elektronischen Patientendossier (EPD) gesunken sei. Künftig soll es ein elektronisches Gesundheitsdossier (E-GD) geben.

E-Patientendossier wird ab Oktober zusätzlich durch Bund gefördert.
Das E-Patientendossier wird durch ein Gesundheitsdossier ersetzt.Bild: Shutterstock

Als «führende Anbieterin des EPD» stelle die Post fest, dass viele potenzielle Kunden wie Spitäler oder Arztpraxen bei der Einführung oder Weiterführung der aktuellen Lösung zurückhaltend seien. Darum lege die Post den Fokus auf das künftige E-GD.

Das EDI bedauert Rückzug

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) nimmt diesen «unternehmerischen Entscheid» zur Kenntnis und bedauert, dass sich «eine engagierte Partnerin mit bewährtem Know-how» aus der elektronischen Patientenakte zurückzieht, wie es auf Anfrage von Keystone-SDA hiess.

Das EDI betonte jedoch, dass die Vereinfachung des Systems bereits im Gange ist. Nach Angaben des EDI können Inhaber eines EPD ihre Daten behalten und in eine anderes Dossier übertragen. Es erwartet von der Post und dessen EPD- Anbieterin Sanela, dass sie die Betroffenen über die zu unternehmenden Schritte informieren und die mit dieser Übertragung verbundenen Kosten übernimmt.

Sanela wird aufgelöst

Mit der Neuausrichtung der Gesundheitslösung wolle die Post den digitalen Service public für das Gesundheitswesen organisatorisch neu aufstellen. Dies könnte zu einem Abbau von rund 37 Vollzeitäquivalenten bei der Post und Sanela, der EPD-Anbieterin der Post, führen. Die Post und Post Sanela Health AG setzten alles daran, diesen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Die Sanela bietet die EPD-Plattform der Post für Gesundheitsdienstleister und Spitäler sowie für Privatpersonen an. Wegen der rückläufigen Nachfrage hätten die Aktionäre entschieden, die Stammgemeinschaft Sanela per Ende 2026 aufzulösen. Angesichts des veränderten Marktumfeldes habe auch die Post entschieden, den Fokus auf das zukünftige E-GD zu legen und ihre EPD-Plattform noch bis Ende 2026 zu betreiben.

Die Post zeigte sich in der Mitteilung überzeugt, dass eine Neuausrichtung «sinnvoll ist, damit die elektronische Gesundheitsdatenlösung breit akzeptiert und genutzt wird». Sie wolle auch künftig zur Digitalisierung des Gesundheitswesens in der Schweiz beitragen.

Vergleichsweise wenige Dossiers

Mit digitalen Gesundheitsdaten sollen nach den Plänen des Bundes die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt, die Behandlungsprozesse verbessert, die Patientensicherheit erhöht, die Effizienz des Gesundheitssystems gesteigert und die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten gefördert werden.

Seit mehreren Jahren können Bürgerinnen und Bürger ein elektronisches Patientendossier eröffnen. Bisher machten nur wenige davon Gebrauch - nur rund 130'000 Personen haben aktuell ein digitales Dossier, was weit unter den Erwartungen liegt. Auch sind heute nicht alle Gesundheitseinrichtungen am System angeschlossen, weshalb der Nutzen überschaubar ist. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) kritisierte das Projekt. Die technische Umsetzung sei mangelhaft.

Die geplante Reform geht weit über eine Namensänderung hinaus. Künftig jede in der Schweiz wohnhafte Person automatisch und kostenlos eine elektronische Gesundheitsakte erhalten. Damit soll der heute aufwendige Eröffnungsprozess passé sein. Wer kein E-Dossier will, kann der Eröffnung widersprechen oder die Daten jederzeit löschen lassen.

Der Bund soll für eine einheitliche technische Lösung verantwortlich sein. Er trägt auch die Kosten für den Aufbau und die Weiterentwicklung der Infrastruktur. Die gesetzlichen Neuerungen sollen nach Parlamentsberatungen ab 2030 in Kraft treten. (sda)

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