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Pensionskasse des Bundes: Cyberangriff auf Publica-Softwarefirma

Cyberangriff auf Software-Lieferanten des Bundes: Hacker erbeuten Daten – Ausmass unklar

Mit Publica ist eine der grössten Pensionskassen der Schweiz betroffen. Die Hintergründe des Datendiebstahls bei einer Baselbieter IT-Firma sind nicht bekannt. Vielleicht kamen sensible Personendaten abhanden.
08.10.2026, 07:5208.10.2026, 16:15

Bei einem Cyberangriff auf einen externen Softwarelieferanten der Pensionskasse des Bundes sind Daten abgeflossen. Um welche Daten es sich genau handelt, war zunächst unklar. Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, wie Publica am Donnerstag mitteilte. Dann wurde bekannt, dass sensible Personendaten betroffen sein könnten.

Bei dem gehackten Unternehmen handelt es sich um die Entwicklerfirma PK Softech AG in Reinach BL.

Warum ist der Fall brisant?

Die Publica gehört zu den grössten Pensionskassen der Schweiz. Sie versichert unter anderem Mitarbeitende der Bundesverwaltung und des ETH-Bereichs. Ende 2025 zählte sie rund 70'000 aktive Versicherte und 41'600 Rentenbeziehende. Die Bilanzsumme belief sich auf knapp 45 Milliarden Franken.

Weitere Angaben zur Identität des Lieferanten oder zur Art der abgeflossenen Daten machte Publica zunächst nicht. Später erklärte eine Mediensprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, es könnten auch vertrauliche Personendaten betroffen sein. Dazu gehören Angaben zu Löhnen, Vorsorgeguthaben und Kontaktdaten (siehe unten).

Ob und welche Daten bei dem Vorfall tatsächlich abgeflossen sind, ist allerdings noch unklar. Auch wie viele Versicherte und Rentenbeziehende betroffen sein könnten, lasse sich derzeit nicht sagen, so die Sprecherin. Dies werde gemeinsam mit dem Softwarelieferanten und den zuständigen Bundesstellen mit Hochdruck untersucht.

Andere Bundesstellen unterhielten laut Publica-Medienmitteilung keine Geschäftsbeziehungen mit dem betroffenen Softwarelieferanten.

Die öffentlich bekannten Informationen lassen auf einen Angriff durch eine Ransomware-Bande schliessen. Diese Annahme wurde bislang nicht offiziell bestätigt.

Ob Lösegeldforderungen vorliegen, mit einer Veröffentlichung der Daten gedroht wurde oder Hinweise auf einen Missbrauch bestehen, wollte Publica mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen der Bundesanwaltschaft nicht sagen.

Insider-Informationen?
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Warnung an Betroffene

Publica betonte, dass die Vorsorgeguthaben der Versicherten und Rentenbeziehenden sicher seien. Der Cyberangriff habe auch keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb. Die Renten würden wie gewohnt ausbezahlt.

Allerdings könne Publica nicht ausschliessen, dass möglicherweise abgeflossene Personendaten missbraucht würden, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Die Pensionskasse rät deshalb dazu, in nächster Zeit besonders aufmerksam bei ungewöhnlichen E-Mails, Anrufen oder Nachrichten zu sein.

Die aktiven Versicherten wurden am Donnerstagmorgen per Newsletter über den Vorfall informiert.

Darin wurden die Versicherten gewarnt:

«Öffnen Sie keine verdächtigen Links oder Anhänge. Geben Sie Passwörter, Zugangsdaten oder persönliche Informationen nicht weiter, wenn Sie unerwartet kontaktiert werden.»

watson liegt das von Publica per E-Mail verschickte Schreiben vor. Darin informieren die Verantwortlichen, dass «nach aktuellem Kenntnisstand» die folgenden Personendaten von den Angreifern gestohlen worden sein könnten:

  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum
  • AHV-Nummer
  • Adresse
  • Telefonnummer (Geschäft und Privat)
  • E-Mailadresse (Geschäft und Privat)
  • Vorsorgedaten (z. B. Lohn, versicherter Verdienst, Vorsorgeguthaben)
  • Zivilstand-Angaben zu Ehepartnerin oder Ehepartner resp. Lebenspartnerin oder Lebenspartner

Die Rentenbeziehenden sollen per Brief über den Vorfall benachrichtigt werden. Publica hat zudem eine Kontaktstelle eingerichtet, bei der verdächtige Aktivitäten gemeldet werden können. Sobald weitere Erkenntnisse vorliegen, will die Pensionskasse erneut informieren.

Softwarefirma bestätigt Angriff

2017 hatte die Pensionskasse des Bundes der Firma PK Softech AG den öffentlich ausgeschriebenen Auftrag erteilt, eine Vorsorge-Applikation zu entwickeln.

Die im Kanton Basel-Landschaft angesiedelte Firma informierte nun am Donnerstag auf ihrer Website:

«Ende September 2026 wurde die PK Softech AG Opfer eines Cyberangriffs. Unbekannte haben sich mithilfe von Schadsoftware – trotz hoher Sicherheitsstandards – Zugang zu einem Teil unserer IT-Infrastruktur verschafft. Wir haben die betroffene Umgebung umgehend vom Netz getrennt, externe Spezialisten beigezogen, die zuständigen Behörden informiert und Strafanzeige erstattet.

Nach heutigem Kenntnisstand muss davon ausgegangen werden, dass Daten aus unseren Systemen abgeflossen sind. Die Art und der genaue Umfang der Daten sind Gegenstand der laufenden Abklärungen.»
Die Mitteilung datiert vom 8. Oktober.

Seit dem 2. Oktober stehe PK Softech ihren Kundinnen und Kunden «wieder uneingeschränkt zur Verfügung».

Eine Medienanfrage von watson mit konkreten Fragen liess die Firma unbeantwortet. Am späteren Donnerstagnachmittag sendete sie per E-Mail ein allgemeines Statement:

«Der bestätigte Datenabfluss erfolgte aus der IT-Infrastruktur von PK Softech, nicht aus den Systemen unserer Kunden. Welche Informationen konkret abgeflossen und ob Kundendaten betroffen sind, wird derzeit untersucht. Grundsätzlich liegen auf unseren Testsystemen keine Klardaten.»

Quellen

(dsc)

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