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Wegen Privatsphäre: Datenschützer fordert Regulierung von Meta-KI-Brillen

smart glasses
Ein Lichtlein im Gestell soll die Bild- und Videoaufnahme anzeigen.Bild: imago

«Beten und hoffen»: Datenschützer fordert mehr Schutz wegen Metas KI-Brillen

Meta-Brillen machen heimliches Filmen erschreckend einfach. Jetzt spricht ein Schweizer Rechtsanwalt und Datenschutz-Experte über die Brillen, die uns theoretisch permanent überwachen können.
31.08.2026, 09:5631.08.2026, 16:14
Léonie Hagen / ch media

Ein helles, blinkendes Licht auf einem Brillenrahmen: Das ist das einzige Anzeichen dafür, ob mit einer KI-Brille gerade gefilmt wird. Es lässt sich so leicht abstellen, dass sich seit Einführung der Brillen ein ganzes Geschäftsmodell etabliert hat. Die Warnlichter an den Brillen werden deaktiviert, sodass sie durchgehend und unbemerkt filmen können.

KEYPIX - Meta CEO Mark Zuckerberg wears artificial intelligence-powered smart glasses as he speaks during the company's Connect developer conference Wednesday, Sept. 17, 2025, in Menlo Park, Cali ...
Um die smarten Brillen von Meta und dessen Chef Mark Zuckerberg ist eine hitzige Debatte entbrannt.Bild: keystone

Die manipulierten Geräte verkaufen sich so gut, dass die Big-Tech-Firma Meta nun einschreiten musste. Der Konzern gab bekannt, Kameras mit Anzeichen auf externe Eingriffe automatisch deaktivieren zu wollen – bisher mit begrenztem Erfolg. Werden wir nun alle permanent überwacht?

Grundsätzlich sei das schon länger der Fall, sagt Martin Steiger. Er ist als Anwalt auf den digitalen Raum spezialisiert. Allerdings seien Aufnahmen mit Handy, GoPro und Co. immer noch punktueller Natur, zeitlich begrenzt und mindestens teilweise als solche erkennbar. «Mit der Brille wird aber quasi das gesamte Leben live gestreamed», so Steiger, «und an eine Cloud gesendet, die nichts vergisst.»

Britische Gerichte wollen KI-Brille verbieten

Damit überwachten die Brillenträger sozusagen durchgehend ihr eigenes Umfeld. «Insbesondere, wer die Geräte als Brillenersatz nutzt, filmt damit schnell auch sehr intime Gespräche und Situationen», so Steiger. So können die Brillen etwa am Arbeitsplatz vertrauliche und besonders schützenswerte Personendaten mit erfassen und auswerten. An britischen Gerichten wurde das Tragen der Brillen deshalb kürzlich verboten.

Gerade in Kombination mit weiteren KI-Tools bieten die Brillen auch neue Möglichkeiten im Bereich geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt. Frei verfügbare Gesichtserkennungs-Tools, wie sie Meta teilweise bereits eingeführt und wieder zurückgezogen hat, könnten etwa Stalking-Versuche drastisch erleichtern. Mit verschiedenen Apps lassen sich auch Nackt-Filter in die Kamerafunktionen integrieren, Deepfakes in Echtzeit sozusagen.

KI-Brille macht alles viel einfacher

Vieles davon sei auch ohne diese Brillen möglich und problematisch, so Steiger:

«Aber die Brille macht alles massiv leichter und zugänglicher.»

Umgekehrt ist es schwer, als Betroffene dagegen vorzugehen. Wer sein Recht am eigenen Bild geltend machen will, muss beweisen können, dass überhaupt etwas aufgenommen und missbraucht wurde – und dann in einem mühseligen Verfahren allein gegen anonyme User und riesige Konzerne ankämpfen. «Man lässt Einzelne etwas juristisch ausbaden, was angesichts der schieren Menge an aufgenommenen und verarbeiteten Daten unmöglich allein zu bewältigen ist», sagt Steiger.

Zumal die eigentliche Kontrolle darüber, was mit diesen Geräten und Daten geschehe, bei den Tech-Konzernen liege. Wer kein allgemeines Verbot wolle, müsse zumindest klare Regeln schaffen. Zum Beispiel, wenn es um die Verwendung und Speicherung der Daten gehe, oder um die Erkennbarkeit von Personen, die grundsätzlich auch verpixelt werden könnten.

«Dafür müsste man diese Konzerne regulieren wollen», so Steiger. Die politische Bereitschaft dazu sei derzeit aber gering. Wer seine Privatsphäre schätze, könne derzeit vor allem nach einem Motto leben: «Beten und hoffen.»

(schweizheute.ch)

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Fairness
31.08.2026 10:13registriert Dezember 2018
Was heisst da „müsste sie regulieren wollen“? Sie gehören dringend reguliert. Und zwar sehr streng. Noch besser wäre ein komplettes Verbot. Kein Mensch braucht das. Ausser die Bankkonten der Tech-Oligarchen.
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Nathan d.W.
31.08.2026 10:14registriert Februar 2024
Solche Brillen sollten verboten werden. Wenn ich ums Haus eine Videoüberwachung installiere gelten zu recht strenge Vorschriften. Ansonsten kann man beispielsweise einen Teddybären mit einer KI-Brille auf der Nase auf die Terrasse setzen um die Nachbarschaft, etc. zu überwachen. Es gibt auch noch ganz andere Möglichkeiten damit, welche noch viel beängstigender sind. Big Brother muss in die Schranken gewiesen werden! Nicht alles was technisch möglich ist soll umgesetzt werden dürfen wenn wir Menschen unsere Freiheiten bewahren wollen!
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Bikemate
31.08.2026 10:21registriert Mai 2021
Mark Zuckerberg Sorgt mit seinen Netzwerken bereits jetzt für die ungebremste Verbreitung von Verschwörungstheorien. Seine Überwachungsbrille ist der nächste Grosse Schritt der Gesellschaft zu schaden.
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