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Fake-Sextortion: Wenn jemand dich wegen Pornos erpresst, glaub ihm oder ihr nicht



In this Jan. 21, 2015, photo, a man takes a picture of a woman at the AVN Adult Entertainment Expo in Las Vegas. The idea that porn stars might have to wear protection in productions filmed in Nevada generated a buzz among some of the 25,000 attendees collecting autographs from porn stars posing in fishnet stockings and bustiers. (AP Photo/John Locher)

Bild: AP/AP

Die von Cyberkriminellen angerichteten Schäden gehen in die Milliarden – Tendenz steigend. Der am Dienstag veröffentlichte Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) zeigt, wie vielfältig die Maschen der Hacker sind.

Gemäss einer im Bericht zitierten Studie haben Cyberangriffe letztes Jahr weltweit mehr als 45 Milliarden Dollar Schaden verursacht. Davon entfallen rund 8 Milliarden Franken auf Verschlüsselungstrojaner, so genannte Ransomware, auf die Melani aktuell ein besonderes Augenmerk hat.

Diese Angriffe hätten in der ersten Jahreshälfte 2019 zugenommen, heisst es im Bericht. Aktuell besonders aktiv ist die Ransomware Ryuk, die in den USA die Produktion verschiedener Zeitungen verhinderte oder ganze Stadtverwaltungen lahmlegte. In der Schweiz gab es laut Melani Fälle im Baugewerbe, im öffentlichen Verkehr und in der Industrie.

Viele der Opfer sahen sich gezwungen, für die Entschlüsselung ihrer Daten Lösegeld zu zahlen. Melani empfiehlt, zum Schutz vor Ransomware regelmässig Backups zu erstellen und das Speichermedium physisch vom Netzwerk zu trennen.

UBS und Postfinance angegriffen

Auch das Phishing greift weiter um sich. Damit versuchen die Täter in erster Linie Kreditkartendaten, Benutzernamen und Passwörter zu stehlen. Relativ neu ist das so genannte Real Time Phishing, von dem UBS- und Postfinance-Kunden betroffen waren. Statt Daten zu sammeln und diese später zu kriminellen Zwecken einzusetzen, werden die Informationen in Echtzeit verwendet.

Die Angreifer zeichnen die Login-Daten über eine gefälschte Login-Seite auf und verwenden diese, um sich selber einzuloggen. Mit dieser Masche lässt sich auch die 2-Faktor-Authentifizierung aushebeln. Weder PostFinance noch die UBS wollten sich auf Anfrage zur Zahl der Opfer oder zu einem allfälligen Schaden äussern.

Beide Finanzinstitute betonten aber den Stellenwert der Cybersicherheit. Als Präventionsmassnahme setzt etwa Postfinance auf Echtzeitüberwachung und -sicherung von Kundeninteraktionen, Aufträgen und Geschäftsfällen. Dabei würden sowohl Anomalien im Onlinekanal erkannt wie auch Transaktionen überprüft, heisst es in einer Stellungnahme.

Erfolgreiche Sex-Erpressung

Weiterhin erfolgreich ist offenbar die Sextortion-Masche. Obwohl sie längst bekannt ist, gehen immer mehr Opfer den Betrügern ins Netz. Die Bitcoin-Zahlungen haben sich laut Melani im ersten Halbjahr 2019 vervielfacht.

Mit Sextortion drohen die Betrüger mit der Veröffentlichung von Bildern, die das Opfer beim Konsum von Pornografie zeigen. Sie geben an, Zugang zu dessen Webcam zu haben. Nach Angaben der Behörden handelt es sich dabei in der Regel um Fakes.

Im zweiten Halbjahr 2018 hatte Melani im Zusammenhang mit Fake-Sextortion die Zahlung von mindestens 100 Bitcoin beobachtet, was einem Gegenwert von ungefähr 360'000 Franken entsprach. Zwischen Januar und Juni 2019 waren es 283 Bitcoins mit einem Wert von rund 2,8 Millionen Franken, wie es im Melani-Halbjahresbericht heisst.

Melani betont, dass es sich dabei nicht nur um Zahlungen aus der Schweiz handle. Trotzdem zeigten diese Zahlen, dass immer noch Geld überwiesen werde, auch wenn das Phänomen schon längere Zeit bekannt sei. Aus dem Bericht geht auch der globale Aktionsradius der Betrüger hervor: Die Sicherheitsorganisation SANS identifizierte etwa ein Bitcoin-Konto im Wert von 62 Millionen Franken und ein zweites über rund 53 Millionen Franken. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 29.10.2019 15:12
    Highlight Highlight Ich habe ein mal in meinem Leben eine solche Mail bekommen.
    Nett wie ich bin, habe ich den Verfassern noch ein bisschen mehr Material geschickt. 😇
    Ich habe mir einfach den hässlichsten schwulen Bärenporno, den ich finden konnte, heruntergeladen und ihn freundlicherweise an diese Herren geschickt.
    Ich habe nie mehr etwas gehört. War wohl ein bisschen viel für die Herrschaften. 😂
  • Name_nicht_relevant 29.10.2019 14:12
    Highlight Highlight Diese Mails senden die sogar an Frauen, auch wenn ich Frauen als Frau toll finde. Nein Danke.
  • Jason96 29.10.2019 13:56
    Highlight Highlight Ich sag meinen Kunden immer "Haben Sie denn vor Ihrem Laptop masturbiert? Nein? Wieso machen Sie sich dann Sorgen?"
  • Burdleferin 29.10.2019 13:51
    Highlight Highlight Was ich mich frage:
    Welche perversen (und sicherlich auch verbotenen) Dinge müssen sich diese "Opfer" reinziehen, dass sie vor lauter Angst vor einer Enthüllung Geld zahlen?
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 29.10.2019 16:46
      Highlight Highlight Es gibt mehr als genug Frauen, die ein riesiges Problem haben, wenn sich ihr Partner Pornos ansieht.
    • Hercanic 29.10.2019 18:52
      Highlight Highlight Nur weil jemand nicht will, dass seine Arbeitskollegen etc. ein vermeintliches Video erhalten, auf dem zu sehen ist wie das Erpressung-Opfer sich zu Pornos selbstbefriedigt, heisst das noch lange nicht, dass diese Person sich "perverse" oder verbotene Dinge ansieht.
  • bokl 29.10.2019 12:28
    Highlight Highlight Pflege einen offenen und ehrlichen Umgang mit (deiner) Sexualität, dann hast du auch kein Problem, wenn es kein Fake ist.
    • Burdleferin 29.10.2019 13:53
      Highlight Highlight Das Problem ist hier sicherlich auch die Offenheit.

      Sorgen bereiten mir aber die Typen, die Verbotenes zu verbergen haben
    • Duscholux 29.10.2019 15:37
      Highlight Highlight Ich mag meine Sexualität aber sehr sehr gerne Privat.
  • DonChaote 29.10.2019 12:27
    Highlight Highlight Macht doch endlich mal alle einen kleber auf die webcam.... problem erledigt, fake enttarnt...
  • Free Pegasus Closchli 29.10.2019 12:12
    Highlight Highlight Und jetzt hatte ich doch stundenlang die Kamera bei meinem PC im Geschäft gesucht, weil ich doch dort "beobachtet" wurde. 😱

    Aber zum Glück habe ich keine Bitcoin und unsere IT hat mir versichert es wäre keine Kamera vorhanden. Gut, mein Chef hat nur gemeint, er wüsse ja nicht was ich frühmorgens so alles treibe, wenn sonst keiner da sei 😝
    dabei heisst der nicht mal Dickmo😠
    • Free Pegasus Closchli 29.10.2019 12:55
      Highlight Highlight Oh,

      Witz du bist umzingelt, hoffentlich überlebt der Frosch
    • Sagittarius 29.10.2019 19:16
      Highlight Highlight Ich finde diese Mails immer nett. Die schicken sogar eine Anleitung, wie man zu Bitcoins kommt, falls man keine hat... 🤪

    • redeye70 29.10.2019 20:31
      Highlight Highlight @Sagittarius
      Der Service und die ausgesprochene Hilfsbereitschaft von denen ist unerreicht! Da wird kein Wunsch ausgelassen.
  • SwissWitchBitch 29.10.2019 12:11
    Highlight Highlight Ich glaub ich würde bei so einem Anruf nur laut loslachen und dann auflegen. Obwohl, man soll die Trolle ja beschäftigen, damit sie weniger Zeit für andere Opfer haben ... 🤔
    • lilie 30.10.2019 06:14
      Highlight Highlight @Krise: Ich glaub nicht, dass die sich die Mühe machen, das Telefon in die Hand zu nehmen. Ein Cyberkrimineller, der etwas auf sich hält, schickt doch ein Email!
    • SwissWitchBitch 30.10.2019 07:10
      Highlight Highlight @lilie In der Version des Artikels unter die ich den Kommentar schrieb, war tatsächlich von Anrufen die Rede.
    • lilie 30.10.2019 07:52
      Highlight Highlight @Krise: Ach? Das wurde in dem Fall wohl in der Zwischenzeit geändert. Ich habe jedenfalls auch bei nochmaliger Durchsicht nichts gefunden. 🤔🤷‍♀️

      Wie auch immer, war auch nicht so bierernst oder böse gemeint. 🤗😘
  • Faethor 29.10.2019 12:06
    Highlight Highlight Hatte auch schon solche Mails. Blöd ist nur, dass ich gar keine webcam habe 😅
    • redeye70 29.10.2019 20:27
      Highlight Highlight Wie bei mir! 😂 Ich lache mich jeweils kugelig!
  • _stefan 29.10.2019 11:59
    Highlight Highlight Trotzdem darf man solche Mails nicht auf die leichte Schulter nehmen. Teilweise werden in den Mails eigene Zugangsdaten gesendet (inkl. Passwort!). Diese Daten stammem aus grossen Daten-Leaks. Wenn dies der Fall ist muss man dringend Passwörter ändern.
    • badbart 29.10.2019 12:52
      Highlight Highlight Genau das hatte ich auch. Ein altes passwort von mir Stand da im Klartext. Da bekommt schon kurz die Krise! Zum Glück habe ich viele verschiedene passwörter, sonst wäre meine digital Existenz am Sack gewesen.

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