Schweiz
Digital

Tauben killen in Zürich: Dieses neue Game schockiert mit Absicht

Bild
Bild: Screenshot Super Pigeon

Tauben killen in Zürich: Dieses neue Game schockiert mit Absicht

Nach der umstrittenen Taubenkeulung am Stadelhofen bringt ein Zürcher Game-Entwickler das Drama aufs Handy.
21.06.2026, 11:5021.06.2026, 11:50

Sollen diese Zürcher Stadttauben sterben? Mit dieser gruseligen Frage konfrontiert der Zürcher Game-Entwickler Davide Morotti die Spielerinnen und Spieler seines neuen Werks «Super Pigeon». In dem kurzen Jump-and-Run-Game für Handy und Browser schlüpft man in die Rolle eines Zürcher Stadtarbeiters. Am Ende hat man – vermeintlich – nur eine Option.

Anfang April hat ein städtischer Wildhüter am Bahnhof Stadelhofen mehrere Tauben getötet. Die Keulung löste eine Welle der Empörung, Social-Media-Kritik, eine Mahnwache und schliesslich eine Petition gegen derartige Aktionen aus.

«Alle eingesammelten Tauben befinden sich im Käfig. Die Decke liegt darüber. Es ist still geworden.» Mit diesen Worten endet das Spiel.
«Alle eingesammelten Tauben befinden sich im Käfig. Die Decke liegt darüber. Es ist still geworden.» Mit diesen Worten endet das Spiel.Bild: screenshot super pigeon

«Daher habe ich ein kleines Spiel daraus gemacht. Es heisst ‹Super Pigeon› und ist ein satirisches Game im Stil von ‹Super Mario›», erklärt er gegenüber 20 Minuten: «Man sammelt Tauben ein und steckt sie in einen Sack. Dann bringt man sie zur Sammelstelle – zu dem Käfig unter der Decke. Am Ende hat man genau eine Option: Man muss die Tauben töten.»

«Niemand hätte ihn drücken müssen»

Morotti betont, es sei «kein lustiges Spiel». Wer am Ende den Knopf drückt, soll über die Sinnlosigkeit realer Taubenkeulungen nachdenken. Aber das sei genau der Punkt: «Niemand hätte ihn drücken müssen. Und die Massnahme bringt ohnehin nichts. Die Plätze sind binnen Wochen wieder besetzt.»

Das Game bietet jedoch einen Ausweg. Wer aufmerksam hinsieht, kann ein verstecktes Ende freischalten und die Vögel laufen lassen: «Genau darum geht es: Es gibt einen anderen, grünen Weg.»

Auf dem Weg zum Käfig passiert man eine Technoparty und ein Popup-Restaurant.
Auf dem Weg zum Käfig passiert man eine Technoparty und ein Popup-Restaurant.Bild: screenshot super pigeon

Was im ersten Moment wie makabre Satire wirkt, stösst beim Dachverein Stadttauben Schweiz auf positives Echo. «Bei Games freut es uns besonders, dass sie Zielgruppen erreichen, die wir sonst nicht unbedingt ansprechen», so Präsidentin Nina Bachellerie gegenüber «20 Minuten». Gleichzeitig bringe das Spiel das Kernproblem auf den Punkt: «Hier werden fühlende Lebewesen getötet, ohne dass damit langfristig etwas erreicht wird.» (val)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Bilder der Fantasy Basel 2023
1 / 15
Die besten Bilder der Fantasy Basel 2023
Am 18. Mai startete in Basel die schweizweit grösste Messe für Games, Comics, Brettspiele, Filme, Serien und allerlei weitere Populärkultur. Die Besucherinnen und Besucher der Fantasy Basel haben sich 2023 outfitmässig wieder ordentlich ins Zeug gelegt.
quelle: keystone / georgios kefalas
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hier wird Elon Musk beim Gamen getrollt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
11
Staustunden in der Schweiz nehmen um 22 Prozent zu – Bund warnt
Die Zahl der Staustunden in der Schweiz hat im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent zugenommen. Das berichtet der Blick. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 68'040 Staustunden verzeichnet worden.
Zur Story