Schweiz
Digital

Lösegeldzahlung des Rüstungskonzerns Ruag war rechtlich korrekt

Der Berner Sitz des bundeseigenen Ruestungskonzerns RUAG AG, am Dienstag, 25. Februar 2025 im Wylerquartier in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Ausgerechnet der bundeseigene Rüstungskonzern zahlte ein Lösegeld an Hacker.Bild: keystone

Lösegeldzahlung des Rüstungskonzerns Ruag war rechtlich korrekt, sagt der Bund

04.08.2026, 14:4610.08.2026, 12:33

Der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag hat mit der Zahlung eines Lösegelds an eine Hackergruppe rechtlich korrekt gehandelt. Dies, obschon sich der Konzern nicht an die Empfehlungen des Bundes, keine Lösegelder zu bezahlen, gehalten hat, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Dienstag mitteilte.

Die Ransomware-Bande Akira hatte im Herbst 2025 die IT-Systeme der Ruag-Tochter LLC im US-Bundesstaat Virginia angegriffen. Dabei wurden Daten aus den Systemen der Tochtergesellschaft entwendet. Anschliessend drohten die Angreifer mit deren Veröffentlichung im Darknet und forderten Lösegeld.

Das VBS hat nun den Cyberangriff und den Umgang des Unternehmens damit überprüft. Das Fazit: Die Ruag MRO habe sich keiner Rechtsverletzung schuldig gemacht. Als privatrechtliche Aktiengesellschaft habe sie die Konformität nach US-Recht geprüft und im Rahmen ihrer unternehmerischen Verantwortung gehandelt.

Eine Zustimmung des Bundes als Eigner sei daher nicht erforderlich gewesen, heisst es. In der Untersuchung wird aber gemäss Communiqué festgehalten, dass eine koordinierte Information gegenüber dem Bund angebracht gewesen wäre.

Verbesserung der Cybersicherheit

Nach Einschätzung des VBS sind politische und reputationsbezogene Auswirkungen sowie weitere übergeordnete Interessen nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Um vergleichbare Situationen künftig zu vermeiden, soll die Ruag MRO gemeinsam mit dem Bundesamt für Cybersicherheit die entsprechenden Schutzmassnahmen und Prozesse überprüfen. Dabei solle auch beurteilt werden, ob der Konzern insgesamt angemessen gegen Cyberangriffe geschützt sei.

Die Ruag MRO hatte damals einen «kleinen Betrag» gezahlt, sagte Ruag-Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli zu Radio SRF. Eine genaue Summe nannte er nicht. Sie sei aber «gering» gewesen.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Exportschlager der Schweizer Rüstungsindustrie
1 / 17
Die Exportschlager der Schweizer Rüstungsindustrie
2017 exportierten Schweizer Firmen Waffen im Wert von 446,8 Mio. Fr. in 64 Staaten – 8% mehr als im Jahr zuvor. Diese Waffenexporte machten 0,15% der Schweizer Gesamtexporte aus. Wichtigstes Empfängerland war Deutschland vor Thailand, Brasilien und Südafrika. Im Bild: Schweizer Sturmgewehre auf dem Waffenplatz Thun.
quelle: keystone / christian beutler
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Verfolgungsjagd nach Einbruch in Waffengeschäft
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Microsoft mit stärkstem Cloud-Wachstum seit Jahren
Der Software-Riese Microsoft profitiert von einem beschleunigten Wachstum in seinem Cloud-Geschäft. Im vergangenen Quartal stiegen die Erlöse der Cloud-Plattform Azure um 43 Prozent – das war der stärkste Zuwachs seit vier Jahren.
Zur Story