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Bundesrat entlastet früheren Ruag-Verwaltungsrat nur bedingt

Bundesrat entlastet früheren Ruag-Verwaltungsrat nur bedingt

24.03.2026, 15:0224.03.2026, 15:02

Der Bundesrat hat dem Ruag-Verwaltungsrat Jürg Oleas die Entlastung für das vergangene Geschäftsjahr nur eingeschränkt erteilt. Grund dafür sind laufende Untersuchungen bei der Ruag MRO, wie die Landesregierung am Dienstag mitteilte.

Bildnummer: 52928017 Datum: 12.03.2009 Copyright: imago/sepp spiegl
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Ruag-Verwaltungsgrat Jürg Oleas (Archivbild).bild: IMAGO / sepp spiegl

Die untersuchten Vorfälle reichten zurück in die Zeit der ehemaligen Ruag Holding AG, in deren Verwaltungsrat Oleas Einsitz hatte, teilte der Bundesrat weiter mit.

Namentlich geht es um die forensische Untersuchung zu den Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit den Leopard-1-Panzern, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verdeutlichte. Oleas habe bereits für das Geschäftsjahr 2024 eine eingeschränkte Décharge erhalten. Diese werde nun weitergezogen, da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist.

Der Rüstungskonzern hat im vergangenen September für negative Schlagzeilen gesorgt. So muss er für die Aufklärung von betrügerischen Verkäufen und anderen Delikten tief in die Tasche greifen: Mehr als zehn Millionen Franken kostet die Untersuchung durch eine Zürcher Anwaltskanzlei.

Vorwurf der Verzögerung

Zudem musste sich die Ruag von der Eidgenössischen Finanzkontrolle den Vorwurf gefallen lassen, gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Elbit die Verzögerungen bei der Modernisierung der Kommunikationssysteme der Schweizer Armee verantwortet zu haben. Auch bei der Beschaffung von Aufklärungsdrohnen war es zu Ungereimtheiten gekommen.

Zum allgemeinen Geschäftsverlauf stellt der Bundesrat fest, dass Ruag International die finanziellen Ziele nicht erreicht habe. Das Ergebnis sei «deutlich negativ» ausgefallen. So sei das Rentabilitätsziel mit einem Betriebsergebnis von minus 114 Millionen Franken und einem Reinverlust von 119 Millionen klar verfehlt worden, heisst es in der Medienmitteilung.

Erneuerung des Verwaltungsrats

Wie der Bundesrat am Dienstag weiter mitteilte, wird der Verwaltungsrat der Ruag International erneuert: Bereits am 19. Dezember 2025 wurde Daniel Frutig-Meier von der Generalversammlung als neues Verwaltungsratsmitglied gewählt. An der Generalversammlung vom 20. April 2026 tritt er die Nachfolge von Rainer Schulz, der nicht zur Wiederwahl antritt, als Präsident des Verwaltungsrates an.

Ebenfalls nicht zur Wiederwahl stehen laut der Mitteilung Jürg Oleas und Andreas S. Spreiter. Déborah Carlson-Burkart stellt sich für eine Wiederwahl zur Verfügung. Neu zur Wahl aufgestellt sind Michael Menking, Lutz Bertling und Astrid Schnidrig.

Mit dieser weitgehenden Erneuerung des Verwaltungsrates werde die strategische Führung der Ruag International auf die strategische Weiterentwicklung der Beyond Gravity als schwerpunktmässig im Raumfahrtgeschäft tätige Tochtergesellschaft unter der Kontrolle des Bundes neu ausgerichtet, teilte der Bundesrat weiter mit.

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) liess gemäss Communiqué eine externe Chancen- und Risikoanalyse durchführen. Diese verdeutliche, dass Beyond Gravity technologisch gut positioniert sei. Auch sei der Auftragsbestand weiterhin gut. Der sogenannte Launcher-Bereich sei an den Standorten in den USA und in Schweden allerdings durch Projektanpassungen belastet. (hkl/sda)

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