Die SBB-App wird noch viel praktischer – das sind die wichtigsten Neuerungen
Die SBB bauen ihre wichtigste App weiter aus und integrieren bisher ausgelagerte Dienste direkt in «SBB Mobile». Zudem gibt es praktische Verbesserungen für EasyRide und eine Vorschau auf eine neue Sperrbildschirm-Funktion für iPhone- und Android-User.
Was ist passiert?
Die SBB verpassen ihrer wichtigsten App, SBB Mobile, diverse Neuerungen und Verbesserungen. Das entsprechende Update ist ab Mittwoch für iPhones und Android-Smartphones im jeweiligen App-Store verfügbar.
SBB-Sprecher Reto Schärli erklärt: «Ab heute Nachmittag wird der automatische Download gestaffelt freigegeben.»
Das iPhone-Update ist bereits verfügbar.
Was ändert sich für Autofahrerinnen und Autofahrer?
Die wichtigste Neuerung betrifft das Parkieren am Bahnhof. Mit der neuesten App-Version können P+Rail-Tickets direkt über SBB Mobile gekauft werden. So kann man stundenweise einen Parkplatz buchen oder Tageskarten kaufen.
So geht's: Man bucht über das P+Rail-Symbol auf der integrierten Karte der App oder über den Tab «Shop & Services». Angezeigt werden unter anderem Preise, die prognostizierte Parkplatz-Auslastung und kostenpflichtige Zeiten.
Bezüglich Parkplatz-Angebot ändere sich nichts. Soll heissen: Eine Parkplatz-Garantie gibt es weiterhin nicht.
Bezahlt wird mit den gängigen Bezahldiensten wie Twint, Apple Pay, Google Pay oder auf Rechnung.
Praktisch: Aktive Parktickets lassen sich in der Haupt-App auch von unterwegs verlängern, vor Start der Gültigkeit stornieren oder – und das sei gegenüber der bisherigen App neu – frühzeitig beenden, falls die Parkzeit schon angebrochen ist.
Und Monats- und Jahresabos gibt es weiterhin nur am Kundenschalter oder auf sbb.ch zu kaufen.
Was passiert mit der separaten P+Rail-App?
Die SBB ziehen ihr den Stecker: Die eigenständige P+Rail-App wird ab Januar 2027 komplett eingestellt.
Wer die P+Rail-App bisher genutzt hat, muss die darin gespeicherten Autokennzeichen nicht mühsam neu abtippen – diese werden gemäss den Vorab-Informationen von watson automatisch in das SBB-Mobile-Profil übertragen.
Was ändert sich bei EasyRide und Sparbilletten?
Wer bisher für die Hauptstrecke ein günstiges Sparbillett kaufte, musste für den Bus zum Bahnhof und das Tram am Zielort oft separate Billette lösen. Das ist nach dem neuesten App-Update nicht mehr nötig: EasyRide erkennt im Voraus gekaufte Sparbillette.
So geht's: Man checkt einfach vor dem Einsteigen in Bus oder Tram ein und am Zielort nach Verlassen des Transportmittels checkt man wieder aus. Das System berechnet dann nur die beiden Nahverkehrsstrecken zum besten Preis, während für die Zugfahrt das Sparbillett angerechnet wird.
Einzige Bedingung: Für Sparbillett und EasyRide muss zwingend derselbe SwissPass-Account genutzt werden. Das soll übrigens genauso mit Monats- und Jahresabos der Schweizer Tarifverbünde funktionieren.
Gibt es Neuerungen für Hunde- und Velobesitzer?
Ja. Billette für Velos und Hunde können neu direkt in EasyRide gekauft werden. Die gewählte Anzahl wird im EasyRide-Tab unter dem eigenen Namen angezeigt. Danach funktioniere das Check-in und Check-out wie gewohnt.
Kann ich meinen Sitzplatz im Zug jetzt wie im Flugzeug auswählen?
Für viele Züge soll das nun möglich sein.
Über einen grafischen Wagenplan können Sitzplätze gezielt reserviert werden. Das gelte in der Schweiz für InterCity-Züge (IC), den Luzern-Interlaken-Express, Treno Gottardo, den Voralpen-Express, Aare-Linth-Express, Bernina-Express und Glacier-Express. Auch bei internationalen Verbindungen nach Deutschland, Italien und Frankreich (hier nur 2. Klasse) sei die genaue Reservation im Wagenplan verfügbar.
Welche Funktionen sind für die Zukunft geplant?
Eine der praktischsten Neuerungen ist derzeit noch in der öffentlichen Testphase: sogenannte Live-Benachrichtigungen direkt auf dem Sperrbildschirm des Smartphones.
So sieht man Gleiswechsel beim Umsteigen, den Fussweg zum Bus oder aktuelle Verspätungen, ohne das Mobilgerät entsperren oder die App öffnen zu müssen. Ein Tippen auf den QR-Code auf dem Sperrbildschirm ruft bei einer Kontrolle direkt das Billett auf.
Auf iOS (Apple) sei diese Funktion in der Test-App «SBB Preview» bereits seit Mitte September 2026 verfügbar, für Android folge sie Ende Oktober. In die reguläre SBB-Mobile-App wird das Feature «frühestens ab Januar 2027» integriert.
Wie populär ist die App?
SBB Mobile zählt mit rund fünf Millionen aktiven Usern pro Monat zu den meistgeladenen Apps in der Schweiz und ist «der absatzstärkste Vertriebskanal der SBB».
Nebst dem Billettkauf sei die App auch ein wichtiger Informationskanal für die Planung und Gestaltung von Reisen mit dem ÖV, teilen die Verantwortlichen mit. Pro Tag würden rund 8,4 Millionen Fahrplanabfragen getätigt.
SBB Mobile wird durch eigene IT-Fachleute bei den Schweizer Bundesbahnen entwickelt. Beim automatischen Ticketing (EasyRide) arbeitet man mit der Axon Vibe AG zusammen für die Reiseerfassung und Missbrauchserkennung.
Quellen
- Vorab-Informationen der SBB
- sbb.ch: EasyRide: mit einem Swipe durch die ganze Schweiz.
- sbb.ch: P+Rail – Ihr Parkplatz am Bahnhof
