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Wenn Jugendliche auch ohne Erkältung nach dem Hustensaft verlangen. bild: shutterstock

Hustensaft – die gefährliche Teenie-Droge ist in der Schweiz rezeptfrei erhältlich

Hustensaft ist die neue Teenie-Droge. Gesetze gegen den Missbrauch der Arznei gibt es nicht. Jetzt haben einige Apotheken selber Massnahmen getroffen.



Hustensaft ist günstig und ohne Rezept erhältlich. Die darin enthaltenen Opiate Codein und DXM (Dextromethorphan) versetzen den Konsumenten in einen Rauschzustand. Deshalb kommt die Arznei bei Jugendlichen teilweise gut an – sie macht sie aber auch süchtig und gefährdet ihre Gesundheit

Genaue Zahlen zum sogenannten «Robotripping» gibt es nicht, aber der Rauschtrend unter Jugendlichen wird von Zürcher Apotheken verstärkt seit drei bis vier Jahren beobachtet. Die Jugendlichen seien zwischen 13 und 14 Jahre alt, zitiert der Tages-Anzeiger die stellvertretende Geschäftsführerin der Olympia-Apotheke am Stauffacher. Und sie kämen nicht nur an den Wochenenden vorbei, «sie wollen bereits unter der Woche ihren Sirup», sagt sie.

ZU DEN HEUTIGEN BERATUNGEN DES STAENDERATS ANLAESSLICH DER FRUEHJAHRSSESSION STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 2. MAERZ 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Eine Mitarbeiterin der Apotheke Wyss in Baden, aufgenommen am 13. Juli 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Jugendliche berauschen sich mit Hustensaft – was können Apotheken dagegen tun? Bild: KEYSTONE

Nachfolgend die drei wichtigsten Fragen zum «Robotripping»:

Was bewirken die Substanzen Codein und DXM bei Missbrauch?

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Wie gefährlich ist der Wirkstoff Codein?

Welche Massnahmen sind sinnvoll?

Die Behandlung von Kindern unter zwölf Jahren mit codeinhaltigen Arzneimitteln ist in der Schweiz verboten. Das reicht den Zürcher Apotheken aber nicht. Man kriegt die Präparate hierzulande – im Gegensatz zu Deutschland und anderen EU-Ländern – rezeptfrei.

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Wie genau sollen die Massnahmen gegen Hustensaft-Missbrauch künftig aussehen? bild: healthworld

Allerdings können die einzelnen Apotheken Rezepte verlangen. So macht es die Olympia-Apotheke seit den gehäuften Fällen von Missbrauch. Unter 18-Jährige – und Erwachsene, die täglich vorbeikommen und Hustensaft verlangen – müssen ein Rezept vorweisen. Andere Apotheken verlangen inzwischen den Personalausweis der Kunden und nehmen deren Personalien auf. Es wirkt.

Dennoch brauche es landesweite Massnahmen, meint Michael Langer von der Stauffacher Apotheke. Doch welche sind wirklich zielführend? 

  1. Den Hustensaft auf die Liste der rezeptpflichtigen Arzneien setzen. Nachteil: Erhöhung der Gesundheitskosten, zusätzlicher Gang zum Arzt 
  2. Ausweispflicht für Jugendliche. Nachteil: Kontrolle der erwachsenen Suchtgefährdeten bleibt aussen vor.
  3. Apotheker sollen nach wie vor selbst entscheiden, welchen Personen sie den Hustensaft abgeben und wo Verdacht auf Missbrauch besteht. Nachteil: individuelle Handhabung des Problems.

Nomen est omen: Der österreichische Rapper «Hustensaft Jüngling».

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Video: YouTube/MMHJTV

(rof via Tages-Anzeiger)

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