Schweiz
Feministischer Streik

Basel, Bern, Winti: Unbewilligte Demos am Weltfrauentag

Feministischer Streik

Basel, Bern, Winti: Unbewilligte Demos am Weltfrauentag – Polizei setzt Gummischrot ein

In einigen Schweizer Städten wurde anlässlich des Weltfrauentags zu nicht bewilligten Kundgebungen aufgerufen. Die Polizei warnte teils im Vorfeld vor gewaltbereiten Gruppierungen.
08.03.2023, 21:1109.03.2023, 02:01

In Basel ist es am Mittwoch anlässlich der Demonstration mit rund 250 Teilnehmenden zum internationalen Frauentag zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Diese setzte Gummischrot ein.

Die Demonstration zum «Queerfeministischen Kampftag» war von den Behörden nicht bewilligt worden. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot zunächst beim geplanten Startpunkt Barfüsserplatz vor Ort und sperrte diesen ab, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten mieden jedoch den Barfüsserplatz und formierten sich stattdessen beim Petersplatz. Dort kesselte die Polizei die Teilnehmenden später ein, ehe es zum Einsatz von Gummischrot kam. Etwa 120 Personen hätten sich freiwillig kontrollieren lassen, teilte ein Polizeisprecher gegenüber Keystone-SDA vor Ort mit. Etwa 50 Personen mussten zur Kontrolle weggeführt werden, sie weigerten sich der Polizei zufolge, die Kundgebung zu verlassen. Insgesamt kontrollierte die Basler Polizei am Mittwoch 215 Personen.

Laut Polizeisprecher sind zudem kurz vor 23 Uhr – nach dem Einsatz von Gummischrot und der freiwilligen Personenkontrollen – auch Pfefferspray und ein Warnschuss eingesetzt worden. Zu Verletzten und Sachbeschädigungen kam es nicht, allerdings musste der Verkehr an diversen Orten umgeleitet werden.

Unbewilligte Demo in Winterthur

In Winterthur versammelten sich rund 200 Personen. Die mehrheitlich weiblichen Teilnehmenden seien auf ihrem Demo-Zug friedlich gewesen, teilte die Stadtpolizei mit.

Als Teilnehmende jedoch versucht hätten, eine Polizeisperre zu durchbrechen, habe die Polizei Pfefferspray eingesetzt. Anschliessend seien die Demonstrierenden zurück zum Ausgangspunkt marschiert, wo sich die Demonstration gegen 21.30 Uhr aufgelöst habe. Es seien vereinzelte Sachbeschädigungen festgestellt worden.

Winterthur am 8. März 2023.
Winterthur am 8. März 2023.screenshot instagram / szeneishwintiblo

Hunderte am Queerfeministischen Kampftag in Bern

Rund 500 Personen haben den Weltfrauentag am Mittwoch in Bern als «Queerfeministischen Kampftag» begangen. An einer unbewilligten Kundgebung erinnerten sie an das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper.

Zur Teilnahme eingeladen waren «trans, inter, nonbinäre, agender Personen, Lesben und Frauen (TINFLA)», wie es in einem Aufruf im Internet hiess. Weltweit werde ein regelrechter Krieg gegen die Körper von Frauen und Queers geführt.

Auch in der Schweiz drohten massive Einschränkungen der Selbstbestimmungsrechte, zum Beispiel durch die beiden geplanten Initiativen zur Verschärfung von Abtreibungen. «Wir müssen uns entschieden gegen die patriarchale Kontrolle über unsere Körper zur Wehr setzen», hiess es in dem Aufruf. (sda/adi/con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Zum Weltfrauentag gibt's von euch ganz viel Liebe
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Töfffahrerin wird bei Unfall in Goldau SZ erheblich verletzt
Eine Motorradfahrerin ist am frühen Freitagmorgen in Goldau SZ mit einem Auto kollidiert. Dabei verletzte sie sich erheblich, wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilte.
Zur Story