Fleisch kommt nicht «Vo da Bündner Berga», sondern aus Paraguay
Bei Denner sorgte eine Bündnerfleisch-Aktion für Erstaunen: Während das Fleisch gross mit der Aufschrift «Vo da Bündner Berga» beworben wird, kommt es eigentlich aus Paraguay und Uruguay. «Für mich ist das ein krasser Etikettenschwindel», meint ein Kunde gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».
Auf Anfrage von SRF erklärt Denner, man bedauere, «falls das Aktionsangebot für Irritation sorgt». Die Aktion für das Markenprodukt des Bündner Herstellers Grischuna sei für kurze Zeit gedacht. Die Herkunft des Fleisches sei im Werbeflyer und auf der Verpackung klar deklariert. Laut Denner gebe es auch eine Alternative mit Schweizer Fleisch.
Das sagt der Hersteller
Grischuna beziehungsweise die Fleischtrocknerei Churwalden schreibt dem Magazin, dass die Nachfrage alleine mit «Schweizer Rohmaterial» nicht befriedigt werden könne. Deswegen müsse auch Fleisch aus dem Ausland genutzt werden.
Man könne jedoch nachvollziehen, dass die Aussage über die Bündner Berge missverständlich zu verstehen sei. Aus diesem Grund sei schon vor einiger Zeit die Entscheidung gefallen, die Packung aus dem Verkehr zu ziehen. «Aus Gründen der Nachhaltigkeit werden wir das vorhandene Verpackungsmaterial aufbrauchen», nennt Grischuna als Grund, wieso noch Artikel im Verkauf seien. Anfang 2027 soll das Produkt aber gar nicht mehr angeboten werden.
Vorfall bei Coop
Auch eine Verpackung Trockenfleisch von Coop sei für einige Kundinnen und Kunden irreführend, heisst es im Bericht von «Espresso» weiter. Bei «Grisaola dal Grischun» könne ebenfalls der Eindruck nach Schweizer Fleisch erweckt werden, obwohl es aus Polen komme. Laut Coop entspricht die Kennzeichnung jedoch den gesetzlichen Vorgaben.
Bündnerfleisch steht im Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben (GUB/GGA). Geschützt werden dort «geografische oder traditionelle Bezeichnungen landwirtschaftlicher Erzeugnisse». Beschrieben wird das Aussehen, jedoch nicht die Abstammung. Nur das Salzen und Trocknen des Fleisches muss «auf dem Gebiet des Kantons Graubünden erfolgen».
(kek)
