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Gesellschaft & Politik

Valérie Dittli verlässt Waadtländer Mitte und gründet eigene Partei

Valérie Dittli verlässt Waadtländer Mitte und gründet eigene Partei

27.08.2026, 19:2327.08.2026, 20:40

Die Waadtländer Staatsrätin Valérie Dittli verlässt die Mitte. Im Gespräch mit der Zeitung «Le Temps» kündigt sie die Gründung einer neuen Partei an. Für die Gruppierung namens Mouvement libéral wolle sie für eine zweite Amtszeit kandidieren.

Dittli ist in der Waadtländer Kantonsregierung für Landwirtschaft und Digitalisierung zuständig. Wenige Tage vor der Ankündigung hatte sie die Unterstützung des Vorstands der Kantonalpartei und des neunköpfigen Präsidialausschusses verloren.

Sie stehe der Mitte-Partei nicht mehr als Kandidatin zur Verfügung, sagte sie in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Was sie in den letzten Wochen erlebt habe, sei zu schwer geworden. Sie habe keine andere Wahl: «Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr wir versucht haben, den Dialog zu suchen und Lösungen zu finden.»

Streit um Verfahren

Ursprünglich sollte die Waadtländer Mitte-Partei am kommenden Mittwoch an einer Delegiertenversammlung darüber entscheiden, ob sie eine erneute Kandidatur Dittlis für die Kantonsregierung unterstützt. Mit ihrem Austritt kommt Dittli den Mitte-Delegierten zuvor. Der erste Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen im Kanton Waadt findet am 28. Februar 2027 statt.

Zur Begründung des Bruchs mit ihrer Partei verwies Dittli auf die Abhaltung der Delegiertenversammlung. Sie stört sich am Entscheid, nicht die gesamte Parteibasis entscheiden zu lassen.

Kantonalpräsident Giancarlo Sergi hatte zuvor argumentiert, das Vorgehen entspreche den Statuten. Dittli und mehrere ihrer Unterstützer vertraten jedoch schon in der Vergangenheit die Ansicht, sie würden dadurch benachteiligt.

Teil der Parteispitze folgt Dittli

Laut «Le Temps» verlässt Dittli die Mitte nicht allein. Drei Mitglieder des Präsidialausschusses, Jaqueline Bottlang-Pittet, Laurent Chaubert und Yannick Escher, treten den Angaben zufolge ebenfalls aus.

«All das lastete sehr schwer auf mir. Ich bin erleichtert, dass diese Personen mir angeboten haben, eine Bewegung aufzubauen, mit der ich mich zu 100 Prozent identifiziere», erklärte die Staatsrätin dazu. (sda)

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