Schweiz
Gesellschaft & Politik

Linksradikale planen Rütli-Demonstration gegen Rassismus

Immer wieder ist das Rütli Treffpunkt für politische Gruppierungen.
Immer wieder ist das Rütli Treffpunkt für politische Gruppierungen.
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Jetzt planen die Linksradikalen einen Aufmarsch auf dem Rütli

Sie wollen den Rechtsradikalen die Stirn bieten: Eine Gruppe von Linksradikalen plant in Brunnen eine Demonstration gegen Rassismus.
07.07.2016, 06:2307.07.2016, 09:05

Seit Jahren pilgern immer wieder Rechtsradikale am 1.August aufs Rütli, um ihrem Kult zu frönen. Das sorgt nicht nur bei den Einwohnern für Ärger. Auch die Linken werden nun aktiv. Das «Überregionale Antifaschistische Bündnis» ruft im Netz zu einer «Bunten Demo gegen Rassismus in Brunnen». Konkret heisst es da: «Seit Jahren können sich Rechtsradikale und andere Rassist_innen ungestört auf dem Rütli versammeln, ohne dabei auf entschlossene Gegenwehr zu stossen.» 

Die Gruppe nimmt kein Blatt vor den Mund: Während in den Städten vermeintliche Stille eingekehrt sei, hätten sich Rechtsradikale vermehrt in die ländlichen Gegenden zurückgezogen und organisierten sich von dort aus, heisst es weiter. Dem will man ein Ende setzen. «Gehen wir dorthin, wo sich die Rechtsradikalen tatsächlich treffen und wohlfühlen – stören wir ihre Oase der Ruhe.»

Polizei ist alarmiert

Bei der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), die das Rütli verwaltet, hört man von diesem Aufruf zum ersten Mal. Gleiches gilt für die Gemeinde Brunnen.

Bei der Kantonspolizei Schwyz weiss man hingegen davon. Laut 20 Minuten Online gibt sich diese jedoch wortkarg: «Die Lage wird fortlaufend beurteilt.»

Politische Vereinnahmung ist verboten

Die SGG gibt sich seit Jahren Mühe, das Nationalheiligtum vor Vereinnahmung durch verschiedene Gruppen zu schützen. Vor wenigen Jahren verabschiedete sie eine Richtlinie, die vorschreibt, das Rütli dürfe «nicht für partikuläre politische Zwecke genutzt werden». Nicht ohne Grund: Immer wieder machen die Rechtsradikalen Ärger. 2005 kam es zum Eklat, als rund 800 Rechtsextreme den damaligen Gastredner und SVP-Bundesrat Samuel Schmid als Landesverräter beschimpften.

Dabei blieb es nicht. Die SVP machte sich später auf dem Rütli breit, um ohne Bewilligung im Sack eine Parteiversammlung abzuhalten. Fundamentalistische Christen kämpften jahrelang dafür, am «Kraftort Rütli» ein riesiges Kreuz aufstellen zu können und das nahe gelegene Ayurveda-Zentrum in Seelisberg verbieten zu lassen.

Jetzt kommen also noch die Linken. Ob sie tatsächlich aufs Rütli steigen, ist aber noch unklar. (rwy)

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