Schweiz
Gesellschaft & Politik

In Bern entsteht das Holocaust-Mahnmal Unfolded Minute

Mitten in Bern entsteht ein Holocaust-Mahnmal – so soll es aussehen

09.09.2026, 14:2009.09.2026, 14:20

«Unfolded Minute» heisst die Gedenkstätte, die künftig in Bern an die Opfer des Holocaust und des Nationalsozialismus mit Bezug zur Schweiz erinnert.

Ihr Herzstück ist eine 60 Meter lange Klangwand aus Metall. Sie steht symbolisch für die Schweizer Aussengrenze – und damit für jene Menschen, die Schutz vor Verfolgung und Vernichtung suchten und abgewiesen wurden. Doch es gab auch Menschen wie Paul Grüninger, der die Grenzsperre missachtete und bis zu über 2000 jüdische und andere Flüchtlinge vor der nationalsozialistischen Verfolgung rettete.

Ab Ende 2027 steht das Mahnmahn nicht irgendwo am Rand der Stadt, sondern mitten im politischen Zentrum – auf der Casinoterrasse, wenige Schritte vom Bundeshaus entfernt. «Der gewählte Standort soll daran erinnern, dass die im nahegelegenen Bundeshaus getroffenen Entscheidungen weitreichende auf das Leben der davon betroffenen Menschen haben», schreibt das Aussendepartment (EDA).

Eine Visualisierung des Projekts «Unfolded Minute.»
Eine Visualisierung des Projekts «Unfolded Minute.»bild: eda

Rund eine Minute dauert es, die 60 Meter lange Wand entlangzugehen. Eine Minute, in der man die Grenze symbolisch abschreitet – und sich daran erinnert, was sie für Menschen auf der Flucht bedeutete.

Dreimal pro Stunde erklingt eine eigens für das Memorial komponierte Klangsequenz. Auf Bildschirme erfährt man anhang von persönlichen Schicksalen von der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs.

Das Mahnmal wird wird bis Ende 2027 auf der Casinoterrasse umgesetzt.
Das Mahnmal wird wird bis Ende 2027 auf der Casinoterrasse umgesetzt.bild: eda

In der Schweiz gibt es mehr als 60 Erinnerungsorte, die an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern. Was bisher fehlte, war ein Memorial von nationaler Bedeutung, heisst es seitens des EDA. Es soll an Menschen erinnern, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen und deren Schicksal mit der Schweiz verbunden war. Dazu gehören Jüdinnen und Juden, aber auch Roma, Sinti und Jenische, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen sowie politische Gegnerinnen und Gegner. (cst)

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Zu Besuch beim Holocaust-Denkmal
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Zu Besuch beim Holocaust-Denkmal
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Einer der letzten Holocaust-Überlebenden über das KZ und Corona
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