Schweiz
Gesellschaft & Politik

«Fairness-Initiative» ist laut Gegnern überflüssig und teuer

Von links: Regula Nikles, Vorstandsmitglied der IG Familie 3plus, Barbara Stotzer-Wyss, Praesidentin der EVP Kanton Bern und Grossraetin (BE), Karin Stadelmann, Vizepraesidentin Die Mitte Schweiz, und ...
Die Ja-Kampagne für die Fairness-Initiative wurde bereits am 1. Oktober lanciert.Bild: keystone

«Fairness-Initiative» ist laut Gegnern überflüssig und teuer

19.10.2026, 09:4519.10.2026, 12:19

Ein überparteiliches Komitee hat am Montag in Bern die Nein-Kampagne gegen die sogenannte «Fairness-Initiative» der Mitte zur Abschaffung der Heiratsstrafe lanciert. Über die Vorlage wird das Stimmvolk am 29. November befinden.

Das Komitee, bestehend aus Vertretenden von FDP, SP, Grünen, GLP sowie Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften argumentiert, die Initiative sei überflüssig. Die Heiratsstrafe sei bereits durch die Annahme des Bundesgesetzes über die Individualbesteuerung im März durch das Volk beseitigt worden.

Dessen Umsetzung bis 2032 läuft bereits. Ab dann sollen Personen unabhängig vom Zivilstand auf allen drei Staatsebenen separat besteuert werden. Die Initiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare – Diskriminierung der Ehe endlich abschaffen» oder kurz Fairness-Initiative der Mitte will die Diskriminierung von Verheirateten lediglich bei der Bundessteuer beseitigen.

Dies würde laut der Gegnerinnen und Gegner ein «Steuerchaos» mit bis zu drei Steuererklärungen schaffen. In den Kantonen bliebe die bereits beschlossene Individualbesteuerung zudem in Kraft. Selbst bei einem Ja zur «Fairness-Initiative» müssten die Kantone und Gemeinden demnach die Individualbesteuerung einführen.

Die im Rahmen der Mitte-Initiative vorgesehene alternative Steuerberechnung würde zudem einen Ehe-Bonus und eine erneute Benachteiligung unverheirateter Paare schaffen. Die Entlastungen kämen hauptsächlich den Top-Verdienern zugute, während die Mittelklasse kaum profitiere.

Hinzu kämen jährliche Einnahmeverluste von 700 Millionen bis 3 Milliarden Franken für den Bund, wie die Gegnerinnen und Gegner weiter vorrechneten. Dabei stützen sie sich auf Berechnungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Diese müssten durch Leistungskürzungen oder Steuererhöhungen gedeckt werden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das waren die bisher knappsten Abstimmungen in der Schweiz
1 / 18
Das waren die bisher knappsten Abstimmungen in der Schweiz

Bundesbeschluss über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)
Abgestimmt am: 06.12.1992
Ergebnis: abgelehnt
Stimmenunterschied: 23'836

quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Darum geht es bei der Individualbesteuerung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ehepaar im Kanton Waadt im eigenen Haus überfallen
Mehrere maskierte Täter haben am frühen Montagmorgen ein Ehepaar in seinem Haus in Coppet VD überfallen. Sie bedrohten die beiden Bewohner und verletzten den 69-jährigen Mann leicht am Kopf. Anschliessend flüchteten sie mit mehreren Gegenständen. Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur.
Zur Story