Schweiz
Gesellschaft & Politik

Ständeratskommission will keinen zweiten Sitz für die beiden Basel

Ständeratskommission will keinen zweiten Sitz für die beiden Basel

29.04.2025, 14:4729.04.2025, 14:47

Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sollen keinen zweiten Ständeratssitz erhalten. Ebenso sollen die beiden Kantone bei der Ermittlung des Ständemehrs keine zweite Stimme bekommen. Dieser Meinung ist die zuständige Ständeratskommission.

Staenderatspraesidentin Eva Herzog, SP-BS, spricht waehrend der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 29. Mai 2024 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Eva Herzog, Ständerätin des Kantons Basel-Stadt.Bild: keystone

Einstimmig lehnte die Staatspolitische Kommission des Ständerates (SPK-S) die Forderung aus Basel-Stadt ab, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Der Bundesstaat beruhe auf einem föderalen Gleichgewicht zwischen den grösseren und den kleineren Kantonen, und deren Wirtschaftskraft spiele dabei keine Rolle, befand sie.

Wolle man neue Kriterien für die Zusammensetzung des Ständerates, bräuchte es eine grundlegende Reform. Und bekämen einzelne Kantone zusätzliche Vertretungen oder Standesstimmen, könnten andere Kantone oder Städte dieselbe Forderung stellen. Dies wiederum könnte das Gleichgewicht zwischen den Sprachregionen stören.

Das volle Ständerecht für die ehemaligen Basler Halbkantone fordert Basel-Stadt mit einer Standesinitiative. Der Kanton argumentiert mit der bundesstaatlichen und föderalen Rechtsgleichheit. Für Basel-Stadt – Geberkanton, urbanes Zentrum, Wirtschaftsstandort – sei die einschneidende Einschränkung zunehmend weniger hinnehmbar.

Die seit 2000 geltende Verfassung unterscheide nicht mehr zwischen Kantonen und Halbkantonen, hiess es zur Begründung der Initiative. Neben den beiden Basel teilen sich auch Ob- und Nidwalden respektive die beiden Appenzell eine Standesstimme und einen Sitz im Ständerat.

Als Nächstes entscheidet der Ständerat über die Basler Initiative. Sagt er ebenfalls Nein, geht das Begehren an die zuständige Kommission des Nationalrats und an die grosse Kammer. Sagt auch der Nationalrat Nein, ist die Initiative vom Tisch. (dab/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ständerat tritt nach langer Debatte klar auf EU-Vertragspaket ein
Die bilateralen Beziehungen zur EU gelten als eines der wichtigsten Dossiers in Bundesbern. Eine klare Mehrheit des Ständerats hat am Montag nach einer mehrstündigen ersten Debatte den EU-Verträgen zugestimmt.
Die Eintretensdebatte dauerte in der kleinen Kammer rund sechs Stunden. In den Voten der Befürworter und der Gegner wurde die Tragweite des Vertragspakets mit der EU klar. Mehr als die Hälfte der 46 Mitglieder des Ständerats ergriff das Wort.
Zur Story