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Gesundheit

Corona: Warum es in der Schweiz an Impfstoff mangelt

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens bereitet in Jerusalem eine Spritze f
Begehrtes Gut: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in der Schweiz nur begrenzt verfügbar. Bild: sda

Warum der Impfstoff in der Schweiz so knapp ist

03.01.2021, 10:0703.01.2021, 12:18

Der Kanton Luzern hat bereits mit der Impfung begonnen. In vielen weiteren Kantonen, wie beispielsweise im bevölkerungsreichen Zürich, wird die Bevölkerung ab morgen Montag geimpft. Doch die bestellten Impfdosen von Pfizer/Biontech reichen bei Weitem nicht aus, um die gesamte Schweizer Bevölkerung zu impfen.

Im Kanton Zürich erwartet man bis Ende Januar 36'000 Impfdosen. Weil jede Person zweimal geimpft werden muss, reichen diese für 18'000 Menschen. Schätzungen zufolge leben in Zürich aber über 230'000 Personen, die besonders gefährdet sind. Der Impfstoff ist aber nicht nur in Zürich ein rares Gut: In Solothurn können vorerst nur 50 Personen pro Tag geimpft werden, in Graubünden werden im Januar bloss 4500 Personen von der Impfung profitieren.

Zwar ist die Schweiz nicht das einzige Land, das über Lieferengpässe klagt. Doch die Impfstoffknappheit sei primär selbstverschuldet, sagen Kritiker. «Die Schweiz hätte ein gewisses Risiko eingehen müssen, indem sie bei jedem Hersteller eine ausreichende Menge für die Gesamtbevölkerung bestellt», so Andreas Faller gegenüber der «Sonntagszeitung». Faller ist Anwalt und war bis 2012 Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG). «Menschen sterben, die Wirtschaft nimmt Schaden, jede Minute ist kostbar. Es ist unverständlich, warum das BAG beim Einkauf der Vakzine so zögerlich vorging», so Faller weiter.

Obwohl der US-Pharmariese Pfizer bereits im Sommer bekannt gab, dass der Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung eine Rolle bei der Auslieferung des Vakzins spiele, zögerte die Schweiz mit der Unterschrift. Der Vertrag über eine Lieferung von drei Millionen Impfdosen mit Pfizer wurde von der Schweiz erst Anfang Dezember unterzeichnet. Damit steht die Schweiz in der Lieferkette noch hinter der EU, die bereits im November unterzeichnete.

Einzige Hoffnung bleiben die Zulassungen der weiteren Impfstoffe von Moderna und Astra-Zeneca. Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Moderna wird unter anderem von der Basler Pharmafirma Lonza in Visp (VS) hergestellt. Kurz vor dem Jahreswechsel erteilte Swissmedic dem Lonza-Werk die Erlaubnis, mit der Produktion des Vakzins zu beginnen. Wie der Sonntagsblick berichtet, will Lonza bereits in den nächsten Tagen mit der Produktion beginnen. «Bis Ende 2021 sollen in Visp 300 Millionen Dosen produziert werden», so Renzo Cicillini, Direktor des Lonza-Werks. Mit 200 Mitarbeitenden will man in Visp 800'000 Impfdosen pro Tag herstellen.

Video: watson/jah/lea

Doch die Mehrheit der Dosen wird direkt ins Ausland verschickt. Die Schweiz hat sich lediglich 7,5 Millionen Dosen gesichert, mit denen 3,75 Millionen Schweizerinnen und Schweizer geimpft werden können. Bei Astra-Zeneca hat die Schweiz 5,3 Millionen Dosen bestellt. Wann letzterer Impfstoff jedoch zugelassen wird, ist noch unklar. (ohe)

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So wird in Luzern geimpft
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So wird in Luzern geimpft
Eine über 90-jährige Frau wird als erste Person im Kanton Luzern und als eine der ersten Personen der Schweiz mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech gegen Corona geimpft, in einem Pflegeheim im Kanton Luzern, am Mittwoch, 23. Dezember 2020. (KEYSTONE/Urs Flüeler)
quelle: keystone / urs flueeler
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Herr Impfexperte, was wird uns da eigentlich gespritzt?
Video: watson
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