Die Kosten im Gesundheitswesen explodieren. Und ein Drittel aller Krankenkassenprämien – 12 Milliarden Franken – sind auf den völlig veralteten Ärztetarif Tarmed zurückzuführen.
Von diesem System profitieren in erster Linie Spezialisten mit technischen Geräten – für einige Ärzte sei der Tarif so eine Geldmaschine, so Verena Nold vom Krankenkassenverband Santésuisse gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
Dabei hat der Ärzteverbindung FMH zusammen mit dem Krankenkassenverband Curafutura Tardoc vorgelegt als neues Tarifsystem. Doch zum einen hat der Bundesrat inhaltliche Vorbehalte geltend gemacht. Und zum anderen hat Santésuisse mit den Spitälern einen anderen Tarif entworfen, der unter anderem Pauschalen für ambulante Behandlungen vorsieht.
Diese verzwickte Situation soll jetzt gelöst werden, wie Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider am Mittwoch vor den Medien bekannt gegeben hat. Bis am 1. November dieses Jahres müssen sich die Tarifpartner einigen, in welchen Fällen welcher Tarif gelten soll. Per 1. Januar 2026 soll ein neues Tarifsystem eingeführt werden.
Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider hat die Einführung der Einzeltarifstruktur Tardoc sowie der ersten Patientenpauschaltarife am Mittwoch als «essenziell für das Gesundheitssystem» bezeichnet. Die Reform sei «unbestreitbar», sagte Baume-Schneider am Mittwoch vor den Medien. Dies insbesondere «nach Jahren der Blockade zwischen den Tarifpartnern».
Mit der Änderung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im vergangenen Jahr habe das Eidgenössische Parlament die rasche Einführung von Pauschaltarifen möglich gemacht, so die Bundesrätin. So habe die neue Organisation ambulante Arzttarife (OAAT AG) im Januar 2024 ihre Arbeit aufgenommen und sorge nun dafür, dass die Koordination zwischen den verschiedenen Tarifpartnern gewährleistet werden könne.
Die Aufgabe der OAAT AG sei nun die stetige Weiterentwicklung der Tarife, so Baume-Schneider. Weitere Koordination sei «unabdingbar, denn beide Strukturen betreffen die ambulanten, medizinischen Bereiche». Dies vor allem in Bezug auf die Kostenneutralität: «Kostenneutralität ist wichtig, sie muss lesbar sein», sagte Baume-Schneider weiter. Man müsse verstehen, wo es teurer werde und wo nicht. So müsste unter anderem auch die Berechnung der Pauschalen, die bisher ausschliesslich auf Daten aus den Spitälern beruhte, angepasst werden. (yam, mit Material der sda)